Tag Archives: Lindenauer Hafen

BUND: Entscheidung für Elster-Saale-Kanal ist wirtschaftlich und umweltpolitisch riskant

30 Jul

Pressemitteilung des Bund für Umwelt und Naturschutz, Regionalgruppe Leipzig, vom 25.07.2013

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Regionalgruppe Leipzig bringt seine Enttäuschung über die Entscheidung des Stadtrates vom 10. Juli zum Ausdruck den Ausbau des Elster-Saale-Kanals weiter voranzutreiben.

Lindenauer Hafen - Südausfahrt. Foto: BUND/Markus Kellermann

Lindenauer Hafen – Südausfahrt. Foto: BUND/Markus Kellermann

„Obwohl es im Vorfeld von fachkundiger Seite vielerlei Hinweise und Stellungnahme gegeben hat, hat sich der Stadtrat offensichtlich wider besseren Wissens für eine Weiterführung des Elster-

Saale-Kanals ausgesprochen. Dass im Beschluss nicht einmal die notwendigen Kosten der sogenannten „ideellen“ Unterstützung, zum Beispiel die Personalkosten abgebildet sind, spricht für sich und macht deutlich, dass ein Großteil der gewählten Stadträte nicht verantwortungsvoll mit den Finanzen der Stadt Leipzig umgehen.“, so Jürgen Kasek, Co-Vorsitzender des BUND Leipzig. Vor diesem Hintergrund ist es umso unverständlicher, dass einige Stadträte die Kritiker der Anbindung als kleingeistig bezeichnen.

Fakt ist, dass der Kanal im ersten Schritt nur relativ geringe naturschutzrelevante Auswirkunge hat, aber immense volkswirtschaftliche, die mittelbar zum Schaden für den Leipziger Auwald werden. Der Kanalausbau selber wäre nur sinnvoll, wenn eine Anbindung an die Bergbauseen/Tagebaufolgelandschaft erfolgt. Dieser notwendige Anschluss würde aber erhebliche Eingriffe in das Ökosystem Leipziger Auwald voraussetzen.

Kleinere Gewässer müssen begradigt werden, Ufer müssen neu befestigt werden, durch die Durchfahrt von Motorbooten wird das Wasser ständig bewegt und letztlich wird der Massentourismus deutlich zunehmen. Nicht einberechnet sind außerdem die entstehenden Unterhaltungskosten, die aufgrund des ansteigenden Nutzungsdrucks deutlich steigen werden. Dass die entstehenden Folgekosten in der Vorlage nicht abgebildet sind, spricht für sich.

Bereits jetzt kommt es durch den zunehmenden Bootsverkehr auf Leipzigs Gewässern immer wieder zu Auseinandersetzungen und bislang fehlen verbindliche Regelungen und ein verbindlicher ordnungspolitischer Rahmen für Boote auf den Gewässern. Die Stadt ist nach wie vor nicht in der Lage, dafür Sorge zu tragen, dass die bestehenden Regelungen eingehalten und die Verfahren für Genehmigungen oder Verstöße in akzeptabler Zeit bearbeitet werden. „Wild-West-Mentalität“ ist auf Leipzigs Gewässern bereits bittere Realität.

Weiterhin ist zu konstatieren, dass Leipzig auch im Bereich Hochwasserschutz und für dort notwendige Analysen und Maßnahmen noch nicht ausreichend gerüstet ist. Anstatt einer Fokussierung auf die bereits bestehenden Baustellen, wird ein neues Prestigeprojekt befördert. Die Entscheidung für die „ideelle“ Unterstützung ist vor diesem Hintergrund, in Leipzig lang bekannter, Größenwahn. Der BUND Leipzig bedauert die Entscheidung daher nachdrücklich und hofft, dass die Entscheidungen des Stadtrates künftig im Interesse der Bürger Leipzigs gefällt werden und nicht ausschließlich im Interesse von Investoren.

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Stadt Leipzig: Baubeginn für Verbindung Lindenauer Hafen und Karl-Heine-Kanal

17 Jul

Pressemitteilung der Stadt Leipzig vom 17. Juli 2013

Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal, die zuständigen Amtsleiter Inge Kunath und Karsten Gerkens sowie Alfons Huwe von der Sanierungsträgerin LESG gaben heute den offiziellen Startschuss zur Herstellung der Kanalverbindung und Neuerschließung des Sanierungsgebiets Lindenauer Hafen.

Baubeginn für den Anschluss an den Karl-Heine-Kanal: Südausläufer des Lindenauer Hafens. Foto: Bernd Reiher

Baubeginn für den Anschluss an den Karl-Heine-Kanal: Südausfahrt des Lindenauer Hafens. Foto: Bernd Reiher

Der Auftakt zur Baumaßnahme war im September 2012 mit einem feierlichen Baggerbiss erfolgt. Nachdem im April 2013 die vorbereitenden Maßnahmen (Baulos 1) mit den Trinkwasser- und Medienleitungen abgeschlossen wurden, kann mit den Wasserbaumaßnahmen (Baulos 2) zwischen dem Lindenauer Hafen und dem Karl-Heine-Kanal sowie der Neuerschließung des Hafenareals begonnen werden.

Bis November 2014 wird nun die eigentliche Gewässerverbindung realisiert. In weiteren Losen werden außerdem Ende dieses Jahres 2013 die Freianlagen sowie eine Fuß- und Radwegbrücke über das neue Gewässer ausgeschrieben. Der erste Abschnitt der Erschließungsanlagen von der Plautstraße bis zur zukünftigen Brücke über die Gewässerverbindung wird bereits bis Ende des Jahres 2013 fertiggestellt werden, der zweite Abschnitt bis zum zukünftigen Wassertorplatz in der ersten Jahreshälfte 2014.

„Mit der Entwicklung des Lindenauer Hafens erfüllt sich ein lang gehegter Traum vieler Leipziger. Damit wird der bereits jetzt sehr attraktive und für seine Brücken und Industriearchitektur bekannte Kurs 2 als Bestandteil des Wassertouristischen Nutzungskonzepts um eine neue Attraktion reicher“, sagte Heiko Rosenthal. „Die Gewässerverbindung ist das derzeit wichtigste Entwicklungsprojekt unserer Stadt im Bezug auf Flächenentwicklung im Wechsel von der schrumpfenden zur wachsenden Stadt. Der Kurs 2 ist der Schlüsselkurs für die perspektivische Anbindung des Leipziger Gewässerknotens an das deutsche Binnenwasserstraßennetz. Er wird durch die Gewässerverbindung zwischen Karl-Heine-Kanal und Lindenauer Hafen erweitert und erschließt das derzeit isoliert liegende Hafenbecken.“

Nach Fertigstellung hat der Kurs 2 eine Länge von insgesamt circa 4,2 Kilometer Länge. Dazu gehören 2,6 Kilometer Karl-Heine-Kanal, 665 Meter Gewässerverbindung und circa 1000 Meter Hafenbecken.

„Durch die anvisierte Entwicklung des Hafenareals entsteht besonderer innerstädtischer Stadtraum mit attraktiven Angeboten“, betont Karsten Gerkens, Leiter des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung. „Mit seinen städtebaulichen und architektonischen Qualitäten, seiner Nutzungsvielfalt und Nutzungsmischung sowie seiner Energieeffizienz und Nachhaltigkeit soll er Beispielcharakter für weitere Entwicklungen in der wachsenden Stadt Leipzig tragen. Die hohe Nachfrage im Rahmen des Investorenauswahlverfahrens zeigt, dass die Stadt hier den richtigen Weg gewählt hat, um die erforderliche Einnahmeerwartung auf der einen und die gewünschte bauliche Qualität auf der anderen Seite zu sichern “.

Das heute gestartete Baulos 2 (Wasserbau) beinhaltet hauptsächlich Erdarbeiten. Insgesamt werden circa 200.000 Kubikmeter Erdmassen bewegt. Um den Aushub abzutransportieren werden ein Jahr lang jeden Tag 40 bis 50 Lkw-Ladungen notwendig sein. Ausführende Firma ist die Tesch Straßenbau GmbH & Co KG.

Die Gesamtkosten betragen rund 3,86 Millionen. Die Kosten ordnen sich damit in den Rahmen ein, den der Stadtrat in seinem Beschluss zur Gesamtfinanzierung der Gewässerverbindung und der Erschließung des zentralen Bereichs mit 18,1 Millionen Euro veranschlagt hat.

Finanziert wird die Maßnahme im Wesentlichen im Zuge der Initiative „Joint European Support for Sustainable Investment in City Areas (JESSICA)” der EU. Mit dem so genannten Stadtentwicklungsfonds können bedeutsame Entwicklungsprojekte vorfinanziert werden. Die Refinanzierung steht den Kommunen folgend für die Finanzierung weiterer Projekte zur Verfügung. Der Stadt Leipzig ist es mit dem Projekt erstmalig in der Europäischen Union gelungen, dieses neue und zukunftsweisende Finanzierungsinstrument anzuwenden. Die Refinanzierung der für den Wasserbau eingesetzten Mittel erfolgt aus den zukünftigen Grundstückseinnahmen.

Die Erschließungsmaßnahmen kosten etwa 1,81 Millionen Euro und fallen damit niedriger aus als ursprünglich veranschlagt. Ausgeführt werden sie von der Finsterwalder Bau-Union GmbH. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des Bund-Länder-Programms Stadterneuerung. Sie umfassen u. a. den Bau von 6.400 m² Straßen- und Wegeflächen und neue Wasser- und Abwasserleitungen sowie die Anlage eines neuen Haltepunktes als Voraussetzung für eine zukünftige Verlängerung der Museumsbahn bis zum Wassertorplatz. Außerdem werden 52 Allee- und Solitärbäume gepflanzt. Die Bebauung des Areals könnte bereits 2014 beginnen.

Stadt Leipzig: Gewässerverbindung Karl-Heine-Kanal mit Lindenauer Hafen – Erster Bauabschnitt mit vorbereitenden Maßnahmen beendet

24 Apr

Pressemitteilung Stadt Leipzig vom 23. April 2013

Das erste von fünf Baulosen der Baumaßnahme „Gewässerverbindung Karl-Heine-Kanal – Lindenauer Hafen“ ist plangemäß fertiggestellt worden. Damit besteht nun Baufreiheit für den eigentlichen Wasserbau. Zudem wurden eine Trinkwasserleitung tiefer gelegt, ein Schmutzwasserpumpwerk neu errichtet sowie diverse andere Medienleitungen (Strom, Kommunikation, Trinkwasser) umverlegt. 

Verbindung Karl-Heine-Kanal > Lindenauer Hafen: OBM mit Plan beim Baggerbiss im September 2012. Foto: Stadt Leipzig

Verbindung Karl-Heine-Kanal <<>> Lindenauer Hafen: OBM mit Plan beim Baggerbiss im September 2012. Foto: Stadt Leipzig

Das nächste Los (Los 2 – Wasserbau) befindet sich gerade in der Ausschreibung und beginnt im Juli 2013 mit dem Bau. Mit dessen Fertigstellung wird bis Ende 2014 die eigentliche Gewässerverbindung realisiert. In weiteren Losen werden außerdem Ende des Jahres 2013 die Freianlagen sowie eine Fuß- und Radwegbrücke über das neue Gewässer ausgeschrieben.

Am 12. September 2012 hatte der feierliche Baggerbiß zur Baumaßname „Gewässerverbindung Karl-Heine-Kanal – Lindenauer Hafen“ durch Oberbürgermeister Herrn Jung im Beisein von Vertretern der Behörden des Freistaates, der Stadt Leipzig und Halle sowie zahlreicher Bürger stattgefunden.

Interviews von der Beach & Boat 2013: Dirk Becker über Saale-Elster-Kanal und Schiffshebewerk

21 Feb

Auf der diesjährigen „Beach & Boat“ hat man spüren dürfen, wie rührig die Kollegen vom Saale-Elster-Kanal-Förderverein sich um eine mögliche Fertigstellung dieses vor langer Zeit begonnen Wasserbauwerkes bemühen. Im Rahmen des auch in diesem Jahr parallel zur Messe veranstalteten Seenlandkongresses haben sie ihr Projekt eines Schiffshebewerkes für die künstliche Wasserstraße vorgestellt.

Spürbar Feuer und Flamme für diesen Kanal: Dirk Becker vom Förderverein. Foto: Bernd Reiher

Spürbar Feuer und Flamme für diesen Kanal: Dirk Becker vom Förderverein. Foto: Bernd Reiher

Dirk Becker ist einer dieser emsigen Kanalbereiter. Wir trafen ihn nach seinem Vortrag auf der Messe zum Interview. Zwischen Oktober 2012 und Februar 2013 seien für den Wasserfahrstuhl an der TU Dresden zwei Entürfe entstanden, so Becker im Gespräch. Einer davon sehe ein klassisches Senkrechthebewerk in Vertikalförderung vor – das sei eine durchaus machbare Idee.

Schiffshebewerk Saale-Elster-Kanal als Computeranimation. Bildquelle und Rechte: Dirk Becker

Schiffshebewerk Saale-Elster-Kanal als Computeranimation. Bildquelle und Rechte: Dirk Becker

Insgesamt sei man froh, so der Kanalvereinsmann weiter, dass das Thema mittlerweile in den Landesverwaltungen in Dresden und Magdeburg angekommen sei. Dass man dort und auch auf Kommunalebene verstanden habe, welches Kleinod man mit dem Kanal vor der Haustür habe. Becker zur Frage, welches Kleinod genau er damit meint: „Wenn man den Kanal vollendet, wirklich den Wasserzugang zu Neuseenland – nicht nur für Neuseenland, sondern wer dort hinwill fährt auch 120 Kilometer auf der Saale durch Sachsen-Anhalt – wir hätten in Mitteldeutschland ein völlig neues Gebiet für den Wassertourismus.“

Eine Vision: Per Fahrgastschiff auf der Saale von Burg Giebichenstein rüber zum Lindenauer Hafen. Beckers Lieblingszahlen, die ihn und uns noch davon trennen, und mit denen er bei der Reklame für dieses Großprojekt scheinbar immer wieder gerne jongliert: 7,5 Kilometer bereits angelegter aber seit 1943 unvollendeter Kanalbau und 22 Meter Höhenunterschied.

Stadt Leipzig: Vermarktung der Flächen am Lindenauer Hafen beginnt

25 Jan

Pressemitteilung, Stadt Leipzig, 24. Januar 2013

Das Vermarktungskonzept für den Lindenauer Hafen ist vom Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch (23. Januar) bestätigt worden. Nun wird die stadteigene Erschließungs-, Entwicklungs- und Sanierungsgesellschaft LESG als treuhänderische Sanierungsträgerin im Auftrag der Stadt die ersten städtischen Grundstücke im Rahmen eines Investorenwettbewerbs ausloben. Dieser erste Vermarktungsabschnitt umfasst etwa 20.000 Quadratmeter Nettobauland. Ein zweiter Abschnitt soll Ende 2013 oder Anfang 2014 ausgelobt werden.

Lindenauer Hafen von West und von SÜd aus gesehen. Fotos: Bernd Reiher

Lindenauer Hafen im Ist-Zustand von West und von Süd aus gesehen. Fotos: Bernd Reiher

Die Auslobung für den ersten Vermarktungsabschnitt besteht aus insgesamt sechs Losen. Vier Lose sind für Investoren, Projektentwickler, Wohnungsunternehmen und Bauträger bestimmt, zwei Lose für Baugruppen und Selbstnutzer. Der Hinweis auf die Auslobung erfolgt ab heute durch Anzeigen in verschiedenen Zeitungen und Fachzeitschriften sowie im Internet unter http://www.leipzig.de/lindenauer-hafen, wo auch weitere Einzelheiten zum Verfahrensablauf, zu Anforderungen und Teilnahmebedingungen zu finden sind.

Bewerber sollen in Zusammenarbeit mit Architekten ihrer Wahl bis zum 26. April konkrete Bebauungsvorschläge einreichen. In der Ausschreibung sind auch Mindestpreise angegeben, die durch die Teilnehmer als Untergrenze zu beachten sind. Eine hochkarätig besetzte Jury wählt Anfang Juni diejenigen aus, an die die Grundstücke vergeben werden sollen. Erwartet wird eine hohe Qualität der Entwürfe.

Lindenauer Hafen, Masterplan, Ausriss südlicher Teil. Quelle: Stadt Leipzig

Lindenauer Hafen morgen: Masterplan, Ausriss südlicher Teil. Quelle: Stadt Leipzig

Grundlagen für die Vergabe der Grundstücke sind städtebaulich-architektonische Kriterien und die Preisangebote. Die künftigen Erwerber müssen sich verpflichten, innerhalb einer festgesetzten Frist die vorgeschlagene Bebauung zu realisieren. Mit diesem Verfahren sollen neben ausreichenden Erlösen zur Mitfinanzierung der Infrastruktur hohe Wohn- und Nutzungsqualitäten für das geplante Stadtquartier sicher gestellt werden. Ziele sind ein breites Spektrum an Wohnungsgrößen, Eigentumsformen und Preissegmenten sowie gute Versorgungsangebote, von Dienstleistungen und Gastronomie bis hin zu Service-Einrichtungen für den Wassertourismus. Besonderer Wert wird auf hohe Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt.

Lindenauer Hafen morgen: Lose der Ausschreibung (ohne Kita). Quelle: Stadt Leipzig

Lindenauer Hafen morgen: Lose der ersten Ausschreibung (ohne Kita). Quelle: Stadt Leipzig

Die Entscheidungen zum Bau der Gewässerverbindung vom Karl-Heine-Kanal zum Lindenauer Hafen und zur Herstellung der Erschließung des Sanierungsgebietes sind bereits Mitte letzten Jahres gefallen. Sie sind die Grundlage für die Entwicklung eines attraktiven, urbanen neuen Stadtquartiers am bisher nicht adäquat genutzten Lindenauer Hafen. Mit der Auslobung der städtischen Grundstücke und darauf folgender zeitnaher Neubebauung wird das Hafenquartier erheblich aufgewertet.

Lindenauer Hafen morgen: Wassertorplatz. Quelle: Stadt Leipzig

Lindenauer Hafen morgen: Wassertorplatz. Quelle: Stadt Leipzig

Neben verschiedenen, auch überregional tätigen Investoren und Wohnungsunternehmen haben auch Baugruppen und Selbstnutzer großes Interesse signalisiert, sich am Lindenauer Hafen zu engagieren. Die Stadt will mit der Revitalisierung des Areals ihrer seit langem gehegten Vision, den Hafen mit einer attraktiven Bebauung wieder erlebbar zu machen und durch seine Anbindung an den Karl-Heine-Kanal zum Tor des Neuseenlands im Südraum zu entwickeln, einen großen Schritt näher kommen.

Zur Meldung bei leipzig.de

Lindenauer Hafen: Bebauungslan öffentlich

13 Jan

Die Leipziger Stadtverwaltung teilt mit: Der Bebauungsplan für den Lindenauer Hafen (zentraler Bereich) wird bis Anfang Februar öffentlich ausgelegt. Der Vorgang „Bebauungsplan Nr. 359 Lindenauer Hafen – Zentraler Bereich“ werde dabei in einem „beschleunigten Verfahren nach § 13a des Baugesetzbuchs ohne Durchführung einer Umweltprüfung aufgestellt“.

Lindenauer Hafen am 30. August 2011. Foto: Bernd Reiher

Umsetzung „unter Berücksichtigung wertvoller ökologischer Potenziale“ – ohne Umweltprüfung? Lindenauer Hafen am 30. August 2011. Foto: Bernd Reiher

Zur örtlichen Eingrenzung des zu beplanenden Areales heißt es aus dem Rathaus: „Das Plangebiet befindet sich in Leipzig-West, im Ortsteil Schönau zwischen Plautstraße, Lützner Straße, Hafengelände und Lyoner Straße“.

Mit dem Bebauungsplan solle „die Rechtsgrundlage für die geplante Umgestaltung des Areals unter Berücksichtigung der wertvollen ökologischen Potentiale für die Naherholung geschaffen werden“.

Der Entwurf des B-Planes und seine Begründung werden vom 8. Januar bis zum 7. Februar 2013 im Neuen Rathaus, Martin-Luther-Ring 4 – 6, 04109 Leipzig, Stadtplanungsamt, vor dem Zimmer 499  „zu jedermanns Einsicht“ öffentlich ausgelegt. Dienststunden: Montag und Mittwoch 8:00 bis 15:00 Uhr, Dienstag 8:00 bis 18:00 Uhr, Donnerstag 8:00 bis 16:00 Uhr, Freitag: 9:00 -12:00 Uhr

Pressemitteilung Stadt Leipzig: Baustart der Anbindung Karl-Heine-Kanal an den Lindenauer Hafen

12 Sep

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, Sachsens Innenminister Markus Ulbig, Halles aktuelle Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados samt Nachfolger Dr. Bernd Wiegand und Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal haben heute gemeinsam den offiziellen Spatenstich zum Baustart der 665 Meter langen Anbindung des Karl-Heine-Kanals an den Lindenauer Hafen vorgenommen.

Die Baumaßnahme, welche die Verlegung von Versorgungsleitungen, Wasser- und Brückenbau sowie Freianlagengestaltung umfasst, kostet insgesamt knapp 9 Millionen Euro. Für die Saison 2015 wird mit dem Abschluss der letzten Pflanzarbeiten gerechnet. Der lang gehegte Wunsch einer Bootsfahrt vom Lindenauer Hafen über die Innenstadt bis zu den Gewässern im Südraum wird damit möglich gemacht.

„Mit der Anbindung des Karl-Heine-Kanals an den Lindenauer Hafen schaffen wir optimale Bedingungen für die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers und für die Marina Leipzig-Lindenau“, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung. „Ich bin stolz, dass wir die für die Stadt Leipzig so wichtige Maßnahme nun realisieren können.“

Seit 1998 liefen die Planungen für die Gewässerverbindung vom Karl-Heine-Kanal zum Lindenauer Hafen. Die genehmigten Pläne wurden durch die Bewerbung für die Olympischen Spiele 2012 nochmals stark in ihrer Struktur geändert. Von der an einen natürlichen Flusslauf angelehnten Planung wurde eine stärker städtebaulich geprägte Ausformung des Kanalverlaufes entwickelt. Das Aus für Olympia kam, aber die Pläne für die Anbindung blieben bestehen. Das 2005 bis 2007 erarbeitete Wassertouristische Nutzungskonzept Leipziger Neuseenland bestätigte die Notwendigkeit der Anbindung des Karl-Heine-Kanals an den Lindenauer Hafen, den Saale-Elster-Kanal und an die Saale, um tourismuswirtschaftlich national und international punkten zu können.

2008/2009 gab es Gutachterverfahren, die den Gesamtraum des Lindenauer Hafens betrachteten. Der Lindenauer Hafen ist eines der wichtigsten Zukunftsprojekte Leipzigs. Die Idee, den zentralen Bereich des Lindenauer Hafens als lebendiges Stadtquartier zu entwickeln, verfestigte sich. Ebenso die Chance, den nördlichen Teil des Lindenauer Hafens zu einer – im Stadtgebiet Leipzigs unbedingt erforderlichen – Marina mit touristischem und technischem Profil zu entwickeln.

Zwischen 1854 und 1865 hatte Carl Heine zur Verwirklichung des Kanalprojektes rund 92 Hektar landwirtschaftliche Nutzflächen gekauft. Die Errichtung eines Kanals zur Saale sollte der verkehrstechnischen Anbindung der geplanten Industriestandorte dienen. Ein weiterer Grund für den Kanalbau sah Carl Heine in der Gewinnung von rund 300.000 Kubikmeter Sanden und Kiesen, die beim Aushub des Kanalbettes für die weitere Trockenlegung der Grundstücke bei Plagwitz eingesetzt werden konnten. Durch seine Visionen lockte Carl Heine viele Geschäftspartner an, die sich auf seinen trockengelegten Grundstücken ansiedelten.