Archiv | Markkleeberger See RSS feed for this section

Grüne Landkreis Leipzig: Freie Fahrt für Motorboote – Der Sächsische Landtag beschließt neues Wassergesetz – Grüne kritisieren

17 Jul

Pressemitteilung B90/Die Grünen, Ortsgruppe Leipzig/Markkleeberg vom 12. Juli 2013

Der Sächsische Landtag hat auf seiner Sitzung am 11. Juli 2013 das „Gesetz zur Anpassung wasserrechtlicher Vorschriften“ verabschiedet. Darin enthalten auch die pauschale Einstufung von Seen im Südraum Leipzig einschließlich der Verbindungskanäle als schiffbar für motorgetriebene Sportboote.

Landtag Sachsen. Foto: Steffen Giersch. Quelle: Landtag Sachsen

Landtag Sachsen. Foto: Steffen Giersch. Quelle: Landtag Sachsen

Die Städte Leipzig, Markkleeberg, sowie der Sächsische Städte und Gemeindetag und mehr als 11.000 Bürgerinnen und Bürger per Unterschrift hatten sich gegen eine Aufnahme in das Gesetz ausgesprochen. Dem ist man leider nicht gefolgt. Joachim Schruth, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Markkleeberger Stadtrat, hält das Agieren für ein politisch falsches Signal. „Hier wird der Bürgerwille einfach ignoriert. Auch wenn die Schiffbarkeitserklärungen Einschränkungen hinsichtlich der Nutzungen vornehmen können, wird der Druck kommerzieller Investoren, etwa von Motorbootvermietern steigen.“

Tommy Penk, Kandidat der Grünen für die Bundestagswahl und Organisator der ersten Demo gegen eine Motorbootnutzung, hat die Diskussion im Landtag live im Internet verfolgt und war besonders enttäuscht vom Stimmverhalten der Markkleeberger Stadträtin Anja Jonas (FDP). Diese hatte, im Präsidium sitzend, eindeutig „pro Motorboote“ votiert. „Es wird deshalb weitere Aktionen geben, damit Motorboote nicht einfach so zugelassen werden können. Daher müssen wir die Zeit im Vorfeld der Bundestagswahl nutzen, um auf das Thema stärker Druck auszuüben. Im Wahlkampf steht das Thema ‚Sanfter Tourismus‘ für mich ganz weit oben“. Die Grünen hoffen dabei auf eine weiterhin breite Unterstützung durch die Bevölkerung.

Advertisements

Leipzig, Neuseenland, Markkleeberger See: Neuer Sand für die Strände

17 Jul

Die Stadt Markkleeberg teilt mit: Das Hochwasser im Juni 2013 hat die Strände am Markkleeberger See stark in Mitleidenschaft gezogen. Seitdem mussten Badegäste mit Einschränkungen rechnen, wenn sie die Strände genutzt haben.

Markkleeberger See: Neuer Sand für die Strände. Foto: Bernd Reiher

Markkleeberger See: Neuer Sand für die Strände. Foto: Bernd Reiher

Inzwischen geht der Wasserstand im Markkleeberger See dank zwischenzeitlich eingeleiteter Maßnahmen schrittweise zurück. Um den Gästen des Sees noch in dieser Saison wieder bessere Strandbedingungen bieten zu können, werden am Dienstag, dem 16. Juli 2013, 950 Tonnen Feinsand an den Auenhainer und Wachauer Strand sowie an das Strandbad in Markkleeberg Ost geliefert.

Der Sand soll anschließend auf den Stränden verteilt werden, teilt hierzu der Seebetreiber, die Entwicklungsgesellschaft für Gewerbe und Wohnen Wachau (EGW), mit. Dies hängt aber von der weiteren Pegelentwicklung und der Witterung ab. Für die entstehenden Beeinträchtigungen am 16. Juli 2013 sowie im Zuge der Arbeiten an den Stränden bitten Stadt und Seenbetreiber um Verständnis.

 

Neuseenland – Markkleeberger See, Zwenkauer See, Cospudener See: Wasserschlange später, Harthkanal als nächstes

4 Jun

Die „Regionale Arbeitsgruppe Paragraph-4-Maßnahmen“ ist ein Gremium, in dem Vertreter der Landkreise Leipzig und Nordsachsen, der Stadt Leipzig, der Landesdirektion, des Sächsischen Oberbergamts, der LMBV und des Regionalen Planungsverbandes zusammenarbeiten. Der Ausschuss wurde dafür eingerichtet, zu klären, wie, wo und wann die Mittel zur Erhöhung des Folgestandards an ehemaligen Tagebauen (§4 des Bund-Länder-Abkommens zur Tagebausanierung) im Großraum Leipzig eingesetzt werden sollen.

Ein Schild am Südostufer des Cospudener Sees zeigt, wie der einmal durch den Harthkanal mit dem Zwenkauer See verbunden sein soll. Foto: Bernd Reiher

Ein Schild am Südostufer des Cospudener Sees zeigt, wie der einmal durch den Harthkanal mit dem Zwenkauer See verbunden sein soll. Foto: Bernd Reiher

Im Februar und im April hatte diese Runde zu beraten, wie zukünftig mit dem zwar fortgeführten aber geschrumpften §-4-Förderetat umgegangen werden soll. 50 Millionen stünden für Ost- und Westsachsen insgesamt zur Verfügung, hieß es in einer Pressemitteilung der §-4-Arbeitsgruppe vom 29. Mai. Sieben Millionen Euro seien dabei für den Nordraum Leipzig vorgesehen, 17 Millionen für die ehemaligen Reviere im Süden der Messestadt.

Die Ergebnisse dieser Beratungen: In Nordsachsen werden als nächstes die Erschließung einer Badebucht an der S 12 bei Löbnitz, die Anbindung des Nordostbereichs des Werbeliner Sees, der Sportstrand Schladitz und die Strandgestaltung Südufer Hayna angegangen.

Nächste Maßnahmen im Süden Leipzigs: der Harthkanal zwischen Zwenkauer und Cospudener See und die Schiffbarmachung der Pleiße zwischen Agra- und Connewitzer Wehr. Außerdem: Erschließungsmaßnahmen an den Witznitzer Seen, die Weiterentwicklung der Infrastruktur am Störmthaler See und eine Straße am Nordufer des Bockwitzer Sees.

Wohl weiterhin im Blick, aber damit vorerst außen vor: Die Wasserschlange zwischen Pleiße und Markkleeberger See. Dass sie kommen soll, scheint auch den Planern wichtig. Die Arbeitsgruppe in ihrer Presseaussendung: „Das Anliegen unserer Region besteht darin, auch die ‘Wasserschlange’ nach Möglichkeit mit einer 100-Prozent-Förderung zu realisieren, sobald dafür die Finanzierungsvoraussetzungen gegeben sind.“

Warum sie aber zugunsten des Kanales zwischen Cospudener und Zwenkauer See warten muss, dazu hieß es von §-4-Mittel-Verwaltern: „Ausschlaggebend für die Entscheidung zum Harthkanal war die Erkenntnis, dass ein zeitgleicher Bau der beiden mit dem gleichen Stellenwert versehenen Schlüsselmaßnahmen zum Gewässerverbund ausgeschlossen ist.“ Im Unterschied zur „Wasserschlange“ erwartet man beim Harthkanal Synergieeffekte – wegen seiner Doppelfunktion als touristischer Wasserweg und zur Wasserableitung. Weil diese helfen würden, die geschrumpfte §-4-Kasse zu entlasten, bekam er letztendlich den zeitlichen Vorzug.

Keine Antwort bis heute: Wolfgang Stoiber, Interview, NuKLA, Neuseenland, Leipzig, Auwald-Petition

29 Mai

Eine Petition zum Schutz des Auewaldes hat im Jahr 2012 in der Messestadt für einigen Wirbel gesorgt. Drahtzieher dieses Vorstoßes war der Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald e.V. – kurz NuKLA. Dessen Vorsitzender ist Wolfgang Stoiber. Von ihm wollten wir wissen, warum es von der Petition derzeit so wenig zu hören gibt, warum sie überhaupt nötig war und was aus der Auwald-Unesco-Idee geworden ist, hinter der sein Verein ebenfalls steckt.

Auwald nicht als Drehkreuz für motorisierten Wassersport: Wolfgan Stoiber. Foto: Bernd Reiher

Auwald nicht als Drehkreuz für motorisierten Wassersport: Wolfgan Stoiber. Foto: Bernd Reiher

Wolfgang, Du und der NuKLA e.V., Ihr habt im Herbst ein westsächsisches Husarenstück abgeliefert: Petition zum Schutz des Auewaldes. Wie erklärst Du denen, die davon noch nichts wissen, in fünf Sätzen, worum es dabei ging?
Stoiber: Eine durchgängige Schiffbarkeit von den Seen im Süden Leipzigs zum geplanten Stadthafen in Leipzig durch den Auwald mit einer Schiffbarkeitserklärung herzustellen – nachzulesen im Wassertouristischen Nutzungskonzept. Motorboote auf den Fließgewässern im Auwald zu genehmigen – das darf nicht passieren. Das hätte zur Folge, dass die Gewässer nicht mehr dem Allgemeingebrauch unterliegen, sondern die Schifffahrt Vorfahrt hat. Entsprechend müssten die Gewässer von naturnahem Gehölz beräumt und die Ufer gegen Wellenschlag verändert werden.

Diese Petition ist mit rund 11.000 Unterschriften über die Ziellinie gegangen, die Unterlagen sind dann dem Petitionsausschuss übergeben worden – seitdem war von diesem Vorgang aber nur wenig zu hören. Was ist in den letzten Monaten geschehen? Wie ist der aktuelle Stand?
Stoiber: Die Petitionsunterlagen wurden am 29. November 2012 an den Petitionsausschuss übergeben. Es wurde dem NuKLA mündlich zugesichert, dass es in diesem Frühjahr eine Vorort-Begehung des Petitionsausschuss geben wird. An dieser sollten unsere Freunde, welche die Petition mitgetragen haben, teilnehmen. Mitte April hat NuKLA nachgefragt. Es wurde NuKLA erneut versichert, dass es Ende April eine Terminzusage mit festem Datum geben wird. Diesen Termin sollte NuKLA Anfang Mai erhalten. Nachdem bis Mitte Mai uns diesbezüglich keine Information zuging, hat der Verein versucht nachzufragen. Bis zum heutigen Tag erhielten wir keine Antwort.

Wie ist das aus Deiner Sicht zu erklären? 
Stoiber: Scheinbar ist es auch dem Petitionsausschuss nicht wichtig, dass 11.231 Unterschriften gegen kraftstoffbetriebene Motorboote und gegen die Schiffbarkeit der Auwaldgewässer und des Cospudener Sees gesammelt worden sind.

Der NuKLA e.V. hat Anfang des Jahres mit einer weiteren Idee für Aufsehen gesorgt: Unesco-Titel für den Auwald. Hierzu gab es im März eine Infoveranstaltung. Wie hat sich dieses Anliegen aus Deiner Sicht seitdem entwickelt?
Stoiber: Das Projekt „Aula 2030 – Das grüne Band entlang der Weißen Elster“ – hier haben wir seitdem einige Vereine als Unterstützer und Mitglieder gewinnen können. Aktuell ist der Landesverband der Sächsischen Kanuten Mitglied bei „Aula“ geworden. Momentan befindet sich ein Flyer im Druck, welcher in der kommenden Woche gleich auf drei Leipziger Veranstaltungen eingesetzt wird. Bereits am Donnerstag sind die Naturfreunde Leipzig mit einem Infostand auf dem Marktplatz vertreten. Am Samstag wird NuKLA in Leipzig an der Bildungsmesse teilnehmen und am Sonntag sind wir mit einem Infostand beim Connewitzer Straßenfest mit dabei.

Mitte Mai gab es in Markkleeberg eine Diskussionsrunde zum Thema „Wie weiter mit Neuseenland?“. Anlass waren die gekürzten Fördermittel für die Tagebausanierung und was das für die Kommunen bedeutet. Du hast die Veranstaltung besucht – worum ging es genau?
Stoiber: Welche Erkenntnisse der Abend gebracht hat? Er hat mir erneut aufgezeigt, dass es wichtig ist ganz besonders auf unseren Auwald aufzupassen, damit dieser nicht als Drehkreuz für motorisierte Wassersportler von Akteuren des Landkreises vernutzt wird.

Motorboote, Floßgraben, Auwald, Elster-Saale-Kanal, Wassergesetz – Neuseenland hat viele Brennpunkte. Welche Frage habe ich vergessen? Worüber müsste noch gesprochen werden?
Stoiber: Ich denke, dass die angefassten Themen ausreichend sind, denn mehr können wir nicht schaffen. Es ist bereits jetzt sehr oft sehr grenzwertig.

Nachtrag, 29. Mai, 22:17 Uhr: Eine Stunde nach Veröffentlichung dieses Interviews kam von NuKLA die Info, dass das Ministerium/der Petitionsausschuss sich jetzt wohl doch gemeldet habe. Betreff laut Wolfgang: Vorerst wohl keine Begehung – könnte sein, dass aufgrund der aktuellen Eisvogel-Situation sowieso alles neu überdacht werden muss.

www.klassischekartoffelkonzerte.de

Offener Brief: NuKLA und Sächsischer Kanuverband schreiben an Freistaat und Kommunen

23 Mai

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident Dr. Rößler! Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Tillich! Sehr geehrter Herr Staatsminister Kupfer! Sehr geehrter Herr Präsident Gökelmann! Sehr geehrter Herr Landrat Dr. Gerhard Gey! Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jung! Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Klose! Sehr geehrte Damen und Herren des Landtages! Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte!

Leipzig, 22. Mai 2013

Betreff: Leipziger Auwald, Motorboote und Schiffbarkeitserklärung.

Offener Brief

Mit großer Sorge beobachteten wir, der Verein Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald und der Sächsische Kanu-Verband, die Bestrebungen, einen ausufernden kommerziellen Wassertourismus insbesondere auch mit Motorbootverkehr im Bereich der Leipziger Fließ- und Standgewässer mit ihren Auen intensiv zu befördern. Deshalb fordern wir die Sächsische Staatsregierung, die Landesdirektion sowie die Verantwortlichen der Städte und Gemeinden auf, durch konsequente Umsetzung der gültigen Gesetzeslage dafür zu sorgen, dass im Leipziger Auwald keine privaten kraftstoffbetriebenen Motorboote fahren dürfen.

Im Detail fordern wir folgende Maßnahmen:

1. Einhaltung und Vollzug des gültigen Wasserrechts, das heißt, es ist nur Gemeingebrauch auf den Auwald-Gewässern möglich, §46a-Genehmigungen (Ausnahmetatbestand) zur Nutzung von kraftstoffbetriebenen Motorbooten auf den Gewässern sind nur in begründeten Ausnahmefällen (Notrettungs- und Bergungsfahrten) sowie zahlenmäßig, zeitlich und/oder lokal (auf den Trainingsstrecken der Ruderer und Kanuten für Begleitboote) eng begrenzt zu erteilen sowie öffentlich bekannt zu machen; private und gewerblich genutzte kraftstoffbetriebenen Motorboote sind auf den Gewässern des Leipziger Auwaldes grundsätzlich zu verbieten.

2. Gebot für Fahrgastschifffahrten ausschließlich mit elektrobetriebenen und gewässerangepassten Booten

3. zahlenmäßige Begrenzung dieser Fahrgastschifffahrten

4. verursachergerechte Befahrungsregelungen und/ oder Sperrzeiten für aus naturschutzfachlicher Sicht besonders sensible Gewässerbereiche z.B. während der Brutzeit

5. Sicherung und ökologisch verträgliche Entwicklung von Verbindungen für naturschonenden Kanutourismus/Wasserwandern durch die Leipziger Gewässer sowie des Gewässerverbundes um vom Süden in den Norden und vom Osten in den Westen zu kommen

6. Sicherung von störungsfreien Trainingsstrecken für die mit Muskelkraft trainierenden Wassersportler und deren Nachwuchs auf den bis dato dafür genutzten Gewässern

7. Ausschluss der Gewässer Weiße Elster, Pleiße, Floßgraben von möglichen Überlegungen für eine Schiffbarkeitserklärung und deren Umsetzung

8. keine Zustimmung zu Plänen für den Bau zusätzlicher Kanäle durch den Auwald, die (primär oder sekundär) eine Ausweitung des Bootsverkehres ermöglichen würden

9. Umsetzung der vorliegenden Pläne für einen zeitgemäßen, ökologisch sinnvollen, naturverträglichen Hochwasserschutz in den Bereichen der Auenökosysteme.

Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald e.V. Sächsischer Kanu-Verband e.V.

Wolfgang E. A. Stoiber (Vorsitzender),  Heiner Quandt (Präsident)

Original Schreiben wurden am 22. Mai 2013 versendet.

Neuseenland: Elektrobusse für Markkleeberg – Förderbescheid

23 Mai

Pressemitteilung Bundesministerium für Verkehr, Stadtentwicklung und Bau vom 22. Mai 2013

Mit etwas mehr als einer Million Euro sorgt das Bundesverkehrsministerium dafür, dass im Leipziger Neuseenland erstmals reine Elektrobusse im Linienverkehr eingesetzt werden. Am Rande des Weltverkehrsforums in Leipzig hat Bundesminister Peter Ramsauer den Leipziger Verkehrsbetrieben stellvertretend für alle Projektpartner einen Förderbescheid für das Projekt „eBus Batterfly“ übergeben.

Der Bundesverkehrsminister bei der Übergabe am Rande des Weltverkehrsforums in Leipzig. Bildquelle: Bundesverkehrsministerium

Der Bundesverkehrsminister bei der Übergabe am Rande des Weltverkehrsforums in Leipzig. Bildquelle: Bundesverkehrsministerium

„Ich freue mich, dass diese einzigartige Seenlandschaft in Zukunft auch mit Elektrobussen erkundet werden kann. Mit der Umwandlung der ehemaligen Braunkohlegruben in eine Seenplatte schafft Leipzig ein ganz besonderes, stadtnahes Erholungsgebiet für seine Bürger. Da ist es nur naheliegend, dafür auch den umweltfreundlichsten öffentlichen Nahverkehr zu wählen. Mit diesem Projekt zeigen wir außerdem, dass sich Elektromobilität nicht nur für Ballungszentren, sondern auch für städtische Randgebiete und den ländlichen Raum eignet“, so Ramsauer bei der symbolischen Scheckübergabe.

Ziel von „eBus Batterfly“ ist die Umstellung des Verkehrsangebots von Markkleeberg auf einen vollständig elektrisch angetriebenen Busverkehr und die Erweiterung der Anbindung an die S-Bahn in die Leipziger Innenstadt. Zwei umweltfreundliche und leise eBusse sollen im Linienverkehr eingesetzt werden, um das Batteriebuskonzept zur Marktreife zu entwickeln. Die Busse werden vom Bahnhof Markkleeberg in einer „schmetterlingsförmigen“ Linienführung betrieben. Die Nachladung erfolgt an ausgewählten Haltestellen. Projektpartner sind die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH und das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI. Das Vorhaben ist Teil des Schaufensters Bayern-Sachsen „ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET“.

Ramsauer: „Der Bund hat mit den Schaufenstern Elektromobilität ein sehr ehrgeiziges Programm aufgelegt, das wir von 2012 bis 2015 mit insgesamt rund 180 Millionen Euro fördern. Hier demonstrieren wir im Praxistest, wie Elektromobilität unter Alltagsbedingungen funktionieren kann. Das schafft Akzeptanz für diese neue Technologie und für innovative, ganzheitliche Verkehrskonzepte wie hier in Leipzig. Dabei bauen wir auf den guten Erfahrungen in unseren Modellregionen auf.“

In vier Regionen Deutschlands – Baden-Württemberg, Niedersachsen, Berlin-Brandenburg und Bayern-Sachsen – wird in den kommenden Jahren Elektromobilität mit einem ganzheitlichen Ansatz erprobt und weiterentwickelt. Die Schaufensterregionen sollen dank ihrer Größe Rückschlüsse auf die Massentauglichkeit der getesteten Elektromobilitätslösungen liefern.

In Leipzig nutzte der Bundesverkehrsminister die Gelegenheit, um sich ein Bild über die laufenden Projekte in der Region zu machen. BMW informierte über seine Aktivitäten am Standort. Im Leipziger Werk werden zukünftig Elektrofahrzeuge produziert, die auch im Schaufenster Bayern-Sachsen zum Einsatz kommen werden.

Das Schaufenster vereint führende Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand. Ziel der freistaatenübergreifenden Initiative ist es, mit rund 50 Projekten und 150 Projektpartnern wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle für die Elektromobilität zu entwickeln und zu etablieren. Das Schaufenster Bayern-Sachsen wird mit rund 40 Millionen Euro von der Bundesregierung sowie mit jeweils rund 15 Millionen Euro von den Freistaaten Bayern und Sachsen gefördert. Einen großen Anteil an den insgesamt rund 140 Millionen Euro Gesamtvolumen leistet die Industrie. Die Aktivitäten werden von der Bayern Innovativ GmbH und der Sächsischen Energieagentur – SAENA GmbH koordiniert.

Zur Meldung

Erste Seenverbindung im Leipziger Neuseenland: Markkleeberger See, Störmthaler See, Kanuparkschleuse freigegeben

19 Mai

Pressemitteilung Sächsisches Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) vom 18. Mai 2013

Im Beisein von Umweltminister Frank Kupfer ist heute (18. Mai 2013) die Kanupark-Schleuse zwischen dem Markkleeberger und Störmthaler See im Leipziger Neuseenland offiziell freigegeben worden.

Ist das jetzt eigentlich der größte Passagierkahn Leipzigs? MS Wachau an der Kanuparkschleuse im Kanal zwischen Markkleeberger und Störmthaler See. Bild: HEILIT Umwelttechnik

Ist das jetzt eigentlich der größte Passagierkahn Leipzigs? MS Wachau an der Kanuparkschleuse im Kanal zwischen Markkleeberger und Störmthaler See. Bild: HEILIT Umwelttechnik

„Nach zwei Jahren Bauzeit können wir heute einen wichtigen Schritt zur wassertouristischen Erschließung des Leipziger Neuseenlandes tun“, sagte Kupfer bei den Einweihungsfeierlichkeiten an Bord der MS Wachau. „Denn damit ist die erste schiffbare Wasserverbindung zwischen zwei Bergbaufolgeseen im Leipziger Südraum fertig gestellt und nutzbar. Mit Hilfe der 800 Meter langen Verbindung und dem dazugehörigen Schleusenbauwerk gelangen Kanu- und Paddelboote künftig von dem einen auf den anderen See, ohne aus dem Boot aussteigen zu müssen. Und auch das Fahrgastschiff MS Wachau kann jetzt den Höhenunterschied von vier Metern überwinden und auf beiden Seen unterwegs sein.“ Die für den Wassertourismus erschlossene Seefläche beträgt jetzt fast 1 000 Hektar. Der Freistaat Sachsen hat die Herstellung der Wasserverbindung mit rund 4,7 Millionen Euro unterstützt.

Passt saugend: MS Wachau in der Kanuparkschleuse. Bild: HEILIT Umwelttechnik

Passt saugend: MS Wachau in der Kanuparkschleuse. Bild: HEILIT Umwelttechnik

Die Flutung des Markleeberger Sees begann im Juli 1999, der Störmthaler See folgte ab September 2003. Im vergangenen Jahr erreichten beide Seen ihren Endwasserstand. Von den 20 größeren Bergbaufolgeseen im Leipziger Neuseenland sind bisher 16 vollständig gefüllt. Zum Abschluss der wassertouristischen Erschließung sollen im Neuseenland etwa 200 Kilometer befahrbare Wasserwege und 18 Bergbaufolgeseen mit ca. 7 900 Hektar Seewasserflächen für Einheimische und Touristen zur Verfügung stehen. Die zwei restlichen Seen sind dem Naturschutz vorbehalten.

Seit 2003 hat der Freistaat Sachsen Vorhaben bzw. Maßnahmen der Folgenutzung in den Braunkohlensanierungsgebieten mit insgesamt 62 Millionen Euro unterstützt. „Der Freistaat wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die ehemaligen Bergbaulandschaften in Sachsen zu lebenswerten Regionen für Mensch und Natur werden“, so der Minister. Im Rahmen des neuen Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung stellt der Freistaat Sachsen von 2013 bis 2017 220 Millionen Euro Landesmittel bereit, davon allein 44 Millionen Euro für Maßnahmen der Folgenutzung.