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Stadt Leipzig: Cospudener See – Sanierung der Holzsteganlage am Nordufer

27 Jul

Pressemitteilung der Stadt Leipzig vom 25.07.2013

Die knapp zwei Kilometer lange Holzsteganlage am Nordufer des Cospudener Sees soll bis 2017 schrittweise saniert werden. Im Haushaltsjahr 2013 werden dafür 100.000 Euro im Finanzhaushalt bereit gestellt, die Mittelbereitstellung ab 2014 erfolgt vorbehaltlich der Beschlussfassung und Genehmigung der jeweiligen Haushaltspläne. Die Gesamtkosten bis 2017 werden mit rund 750.000 Euro veranschlagt.

Cospudener See - Nordstrand mit Strandweg. Foto: Bernd Reiher

Cospudener See – Nordstrand mit Strandweg. Foto: Bernd Reiher

 

Die umfangreiche Holzsteganlagen wurde in den Jahren 1998/1999 im Rahmen der EXPO 2000 als wichtiger Bestandteil der Ufergestaltung angelegt. Sie erfreut sich größter Beliebtheit bei Spaziergängern und Radfahrern.

Leipzig hat das Nordufer des Cospudener Sees langfristig an die Pier 1 GmbH & Co KG, verpachtet und ist aber als Verpächterin auch für die Erhaltung der Holzstege zuständig. Die Steganlage ist inzwischen dreizehn Jahre alt. Aufgrund des natürlichen Verschleißes durch Wind, Wetter und Abnutzung befindet sie sich in sanierungswürdigem Zustand.

Grüne Landkreis Leipzig: Freie Fahrt für Motorboote – Der Sächsische Landtag beschließt neues Wassergesetz – Grüne kritisieren

17 Jul

Pressemitteilung B90/Die Grünen, Ortsgruppe Leipzig/Markkleeberg vom 12. Juli 2013

Der Sächsische Landtag hat auf seiner Sitzung am 11. Juli 2013 das „Gesetz zur Anpassung wasserrechtlicher Vorschriften“ verabschiedet. Darin enthalten auch die pauschale Einstufung von Seen im Südraum Leipzig einschließlich der Verbindungskanäle als schiffbar für motorgetriebene Sportboote.

Landtag Sachsen. Foto: Steffen Giersch. Quelle: Landtag Sachsen

Landtag Sachsen. Foto: Steffen Giersch. Quelle: Landtag Sachsen

Die Städte Leipzig, Markkleeberg, sowie der Sächsische Städte und Gemeindetag und mehr als 11.000 Bürgerinnen und Bürger per Unterschrift hatten sich gegen eine Aufnahme in das Gesetz ausgesprochen. Dem ist man leider nicht gefolgt. Joachim Schruth, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Markkleeberger Stadtrat, hält das Agieren für ein politisch falsches Signal. „Hier wird der Bürgerwille einfach ignoriert. Auch wenn die Schiffbarkeitserklärungen Einschränkungen hinsichtlich der Nutzungen vornehmen können, wird der Druck kommerzieller Investoren, etwa von Motorbootvermietern steigen.“

Tommy Penk, Kandidat der Grünen für die Bundestagswahl und Organisator der ersten Demo gegen eine Motorbootnutzung, hat die Diskussion im Landtag live im Internet verfolgt und war besonders enttäuscht vom Stimmverhalten der Markkleeberger Stadträtin Anja Jonas (FDP). Diese hatte, im Präsidium sitzend, eindeutig „pro Motorboote“ votiert. „Es wird deshalb weitere Aktionen geben, damit Motorboote nicht einfach so zugelassen werden können. Daher müssen wir die Zeit im Vorfeld der Bundestagswahl nutzen, um auf das Thema stärker Druck auszuüben. Im Wahlkampf steht das Thema ‚Sanfter Tourismus‘ für mich ganz weit oben“. Die Grünen hoffen dabei auf eine weiterhin breite Unterstützung durch die Bevölkerung.

Petition „Auwaldschutz jetzt!“: Was sind den Verwaltern 11.231 Unterschriften wert?

16 Jul

Pressemeldung NuKLA e.V. vom 16. Juli 2013

Was sind den Regional-Verantwortlichen 11.231 Bürgerunterschriften wert? Änderung des Sächsischen Wassergesetzes wurde in Dresden verabschiedet.

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Das Anliegen von über 11.000 Unterstützern ohne Gehör? Schon im November 2012 wurden die Unterschriften dem Petitionsausschuss übergeben – mehr als warme Worte gab es seitdem aber scheinbar nicht. Bild: Unterstützungsaufruf. Quelle NuKLA e.V.

Nun ist es klar: Der Freistaat hat die Änderungen beim Sächsischen Wassergesetz verabschiedet. Damit werden vier Seen im Südraum von Leipzig automatisch schiffbar, wenn sie aus dem Bergbaurecht entlassen sind – was derzeit noch kein einziger dieser Seen ist.

Der Cospudener See, ehemaliges Auwaldgelände, gehört dazu. Wenn also die 11.231 BürgerInnen, welche sich an der Petition aus dem letzten Jahr beteiligt haben, dachten, dass diese Petition gegen die Schiffbarkeit und gegen kraftstoffbetriebene Motorboote auf den Auwaldgewässern von der Landespolitik als deutlicher Ausdruck des Bürgerwillens berücksichtigt worden wäre, der irrt. 

Diese Petition wurde nicht einmal bearbeitet. Bis zum heutigen Tag hat NuKLA keine Antwort über einen möglichen Bearbeitungsstand. Das Einzige, was verlautete, waren die warmen Worte eines Markkleeberger Mitglieds des Sächsischen Landtages, welche persönlich versprach, sich der Petition anzunehmen. Sie wollte sich sogar darum kümmern, dass sich der Petitionsausschuss am Cospudener See und am Floßgraben selbst ein Bild von der Situation macht.

Inzwischen ist diese Dame Vorsitzende des Petitionsausschusses geworden und hat Mitte Mai erklärt, dass der Petitionsausschuss nun doch keine Begehung durchführen wird: man dürfe ja gar nicht in den Floßgraben, dieser sei ja wegen des Eisvogels gesperrt.

Nun also werden die Verantwortlichen vor Ort gefordert sein, sich darauf festzulegen, welche Schiffe/Boote in welcher Zahl mit welcher Motorisierung genau auf unserem Cospudener See fahren dürfen. Damit wird der Nutzungsdruck für das Befahren des Floßgrabens mit Motorbooten wie erwartet steigen.

Die Zwenkauer Motorbootbesitzer werden definitiv nicht nur bis zur Lauer, sondern bis nach Leipzig fahren wollen. Selbst elektrisch betriebene Motorboote, fahren sie auch noch so langsam (was niemand kontrollieren kann), werden mit ihrem Wellenschlag die Ufer des kleinen Floßgrabens ausspülen. Die Uferränder werden abbrechen, Bäume werden in Wasser stürzen, die dann beräumt werden müssen. Am Ende wird gar nichts anderes übrig bleiben, als den Floßgraben auszubauen, damit die Sicherheit der Nutzer gewährleistet ist – auch wenn die Zuständigen diese drohende Entwicklung immer wieder vehement von sich weisen.

An dieser Stelle sind wir nun gespannt, wie ernst die Stadt Leipzig es meint mit dem Naturschutz und inwieweit sie dem Druck der südlichen Kommunen standhalten kann und will und zum Schutz des Floßgrabens Stellung bezieht. 

Mit der Novellierung des Wassergesetzes wird es bei Entlassung der Seen aus dem Bergbaurecht, also dem Zeitpunkt, ab dem der jeweilige See automatisch schiffbar ist und per se von jedwedem Boot mit jedweder Motorisierung uneingeschränkt befahren werden kann, nur noch diejenigen Einschränkungen geben, zu denen sich die zuständigen Behörden durchringen können. 

Zuständig ist dann nicht mehr der Freistaat Sachsen, sondern die Region (Landesdirektion Leipzig, für den Cospudener See auch Stadt Leipzig und Stadt Markkleeberg) selbst. Und an dieser Stelle könnten die Bürger anfangen, sich bei ihren Kommunalpolitikern für deren Standpunkt zum Thema zu interessieren. Die werden dann nämlich nach ihrer Position befragt werden.

Was hindert die Region Leipzig eigentlich daran, statt einer veralteten wassertouristischen Nutzung im Stil der 60er Jahre mit kraftstoffbetriebenen Motorbooten das zu tun, was andere Wassertourismusregionen schon längst als sinnvoll und notwendig für den Erhalt der Qualität (und damit des touristischen Wertes) ihrer Gewässer erkannt haben: ausschließlich elektro-, muskel- und windkraftbetriebene Boote zuzulassen?

Neuseenland – Markkleeberger See, Zwenkauer See, Cospudener See: Wasserschlange später, Harthkanal als nächstes

4 Jun

Die „Regionale Arbeitsgruppe Paragraph-4-Maßnahmen“ ist ein Gremium, in dem Vertreter der Landkreise Leipzig und Nordsachsen, der Stadt Leipzig, der Landesdirektion, des Sächsischen Oberbergamts, der LMBV und des Regionalen Planungsverbandes zusammenarbeiten. Der Ausschuss wurde dafür eingerichtet, zu klären, wie, wo und wann die Mittel zur Erhöhung des Folgestandards an ehemaligen Tagebauen (§4 des Bund-Länder-Abkommens zur Tagebausanierung) im Großraum Leipzig eingesetzt werden sollen.

Ein Schild am Südostufer des Cospudener Sees zeigt, wie der einmal durch den Harthkanal mit dem Zwenkauer See verbunden sein soll. Foto: Bernd Reiher

Ein Schild am Südostufer des Cospudener Sees zeigt, wie der einmal durch den Harthkanal mit dem Zwenkauer See verbunden sein soll. Foto: Bernd Reiher

Im Februar und im April hatte diese Runde zu beraten, wie zukünftig mit dem zwar fortgeführten aber geschrumpften §-4-Förderetat umgegangen werden soll. 50 Millionen stünden für Ost- und Westsachsen insgesamt zur Verfügung, hieß es in einer Pressemitteilung der §-4-Arbeitsgruppe vom 29. Mai. Sieben Millionen Euro seien dabei für den Nordraum Leipzig vorgesehen, 17 Millionen für die ehemaligen Reviere im Süden der Messestadt.

Die Ergebnisse dieser Beratungen: In Nordsachsen werden als nächstes die Erschließung einer Badebucht an der S 12 bei Löbnitz, die Anbindung des Nordostbereichs des Werbeliner Sees, der Sportstrand Schladitz und die Strandgestaltung Südufer Hayna angegangen.

Nächste Maßnahmen im Süden Leipzigs: der Harthkanal zwischen Zwenkauer und Cospudener See und die Schiffbarmachung der Pleiße zwischen Agra- und Connewitzer Wehr. Außerdem: Erschließungsmaßnahmen an den Witznitzer Seen, die Weiterentwicklung der Infrastruktur am Störmthaler See und eine Straße am Nordufer des Bockwitzer Sees.

Wohl weiterhin im Blick, aber damit vorerst außen vor: Die Wasserschlange zwischen Pleiße und Markkleeberger See. Dass sie kommen soll, scheint auch den Planern wichtig. Die Arbeitsgruppe in ihrer Presseaussendung: „Das Anliegen unserer Region besteht darin, auch die ‘Wasserschlange’ nach Möglichkeit mit einer 100-Prozent-Förderung zu realisieren, sobald dafür die Finanzierungsvoraussetzungen gegeben sind.“

Warum sie aber zugunsten des Kanales zwischen Cospudener und Zwenkauer See warten muss, dazu hieß es von §-4-Mittel-Verwaltern: „Ausschlaggebend für die Entscheidung zum Harthkanal war die Erkenntnis, dass ein zeitgleicher Bau der beiden mit dem gleichen Stellenwert versehenen Schlüsselmaßnahmen zum Gewässerverbund ausgeschlossen ist.“ Im Unterschied zur „Wasserschlange“ erwartet man beim Harthkanal Synergieeffekte – wegen seiner Doppelfunktion als touristischer Wasserweg und zur Wasserableitung. Weil diese helfen würden, die geschrumpfte §-4-Kasse zu entlasten, bekam er letztendlich den zeitlichen Vorzug.

Keine Antwort bis heute: Wolfgang Stoiber, Interview, NuKLA, Neuseenland, Leipzig, Auwald-Petition

29 Mai

Eine Petition zum Schutz des Auewaldes hat im Jahr 2012 in der Messestadt für einigen Wirbel gesorgt. Drahtzieher dieses Vorstoßes war der Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald e.V. – kurz NuKLA. Dessen Vorsitzender ist Wolfgang Stoiber. Von ihm wollten wir wissen, warum es von der Petition derzeit so wenig zu hören gibt, warum sie überhaupt nötig war und was aus der Auwald-Unesco-Idee geworden ist, hinter der sein Verein ebenfalls steckt.

Auwald nicht als Drehkreuz für motorisierten Wassersport: Wolfgan Stoiber. Foto: Bernd Reiher

Auwald nicht als Drehkreuz für motorisierten Wassersport: Wolfgan Stoiber. Foto: Bernd Reiher

Wolfgang, Du und der NuKLA e.V., Ihr habt im Herbst ein westsächsisches Husarenstück abgeliefert: Petition zum Schutz des Auewaldes. Wie erklärst Du denen, die davon noch nichts wissen, in fünf Sätzen, worum es dabei ging?
Stoiber: Eine durchgängige Schiffbarkeit von den Seen im Süden Leipzigs zum geplanten Stadthafen in Leipzig durch den Auwald mit einer Schiffbarkeitserklärung herzustellen – nachzulesen im Wassertouristischen Nutzungskonzept. Motorboote auf den Fließgewässern im Auwald zu genehmigen – das darf nicht passieren. Das hätte zur Folge, dass die Gewässer nicht mehr dem Allgemeingebrauch unterliegen, sondern die Schifffahrt Vorfahrt hat. Entsprechend müssten die Gewässer von naturnahem Gehölz beräumt und die Ufer gegen Wellenschlag verändert werden.

Diese Petition ist mit rund 11.000 Unterschriften über die Ziellinie gegangen, die Unterlagen sind dann dem Petitionsausschuss übergeben worden – seitdem war von diesem Vorgang aber nur wenig zu hören. Was ist in den letzten Monaten geschehen? Wie ist der aktuelle Stand?
Stoiber: Die Petitionsunterlagen wurden am 29. November 2012 an den Petitionsausschuss übergeben. Es wurde dem NuKLA mündlich zugesichert, dass es in diesem Frühjahr eine Vorort-Begehung des Petitionsausschuss geben wird. An dieser sollten unsere Freunde, welche die Petition mitgetragen haben, teilnehmen. Mitte April hat NuKLA nachgefragt. Es wurde NuKLA erneut versichert, dass es Ende April eine Terminzusage mit festem Datum geben wird. Diesen Termin sollte NuKLA Anfang Mai erhalten. Nachdem bis Mitte Mai uns diesbezüglich keine Information zuging, hat der Verein versucht nachzufragen. Bis zum heutigen Tag erhielten wir keine Antwort.

Wie ist das aus Deiner Sicht zu erklären? 
Stoiber: Scheinbar ist es auch dem Petitionsausschuss nicht wichtig, dass 11.231 Unterschriften gegen kraftstoffbetriebene Motorboote und gegen die Schiffbarkeit der Auwaldgewässer und des Cospudener Sees gesammelt worden sind.

Der NuKLA e.V. hat Anfang des Jahres mit einer weiteren Idee für Aufsehen gesorgt: Unesco-Titel für den Auwald. Hierzu gab es im März eine Infoveranstaltung. Wie hat sich dieses Anliegen aus Deiner Sicht seitdem entwickelt?
Stoiber: Das Projekt „Aula 2030 – Das grüne Band entlang der Weißen Elster“ – hier haben wir seitdem einige Vereine als Unterstützer und Mitglieder gewinnen können. Aktuell ist der Landesverband der Sächsischen Kanuten Mitglied bei „Aula“ geworden. Momentan befindet sich ein Flyer im Druck, welcher in der kommenden Woche gleich auf drei Leipziger Veranstaltungen eingesetzt wird. Bereits am Donnerstag sind die Naturfreunde Leipzig mit einem Infostand auf dem Marktplatz vertreten. Am Samstag wird NuKLA in Leipzig an der Bildungsmesse teilnehmen und am Sonntag sind wir mit einem Infostand beim Connewitzer Straßenfest mit dabei.

Mitte Mai gab es in Markkleeberg eine Diskussionsrunde zum Thema „Wie weiter mit Neuseenland?“. Anlass waren die gekürzten Fördermittel für die Tagebausanierung und was das für die Kommunen bedeutet. Du hast die Veranstaltung besucht – worum ging es genau?
Stoiber: Welche Erkenntnisse der Abend gebracht hat? Er hat mir erneut aufgezeigt, dass es wichtig ist ganz besonders auf unseren Auwald aufzupassen, damit dieser nicht als Drehkreuz für motorisierte Wassersportler von Akteuren des Landkreises vernutzt wird.

Motorboote, Floßgraben, Auwald, Elster-Saale-Kanal, Wassergesetz – Neuseenland hat viele Brennpunkte. Welche Frage habe ich vergessen? Worüber müsste noch gesprochen werden?
Stoiber: Ich denke, dass die angefassten Themen ausreichend sind, denn mehr können wir nicht schaffen. Es ist bereits jetzt sehr oft sehr grenzwertig.

Nachtrag, 29. Mai, 22:17 Uhr: Eine Stunde nach Veröffentlichung dieses Interviews kam von NuKLA die Info, dass das Ministerium/der Petitionsausschuss sich jetzt wohl doch gemeldet habe. Betreff laut Wolfgang: Vorerst wohl keine Begehung – könnte sein, dass aufgrund der aktuellen Eisvogel-Situation sowieso alles neu überdacht werden muss.

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Offener Brief: NuKLA und Sächsischer Kanuverband schreiben an Freistaat und Kommunen

23 Mai

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident Dr. Rößler! Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Tillich! Sehr geehrter Herr Staatsminister Kupfer! Sehr geehrter Herr Präsident Gökelmann! Sehr geehrter Herr Landrat Dr. Gerhard Gey! Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jung! Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Klose! Sehr geehrte Damen und Herren des Landtages! Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte!

Leipzig, 22. Mai 2013

Betreff: Leipziger Auwald, Motorboote und Schiffbarkeitserklärung.

Offener Brief

Mit großer Sorge beobachteten wir, der Verein Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald und der Sächsische Kanu-Verband, die Bestrebungen, einen ausufernden kommerziellen Wassertourismus insbesondere auch mit Motorbootverkehr im Bereich der Leipziger Fließ- und Standgewässer mit ihren Auen intensiv zu befördern. Deshalb fordern wir die Sächsische Staatsregierung, die Landesdirektion sowie die Verantwortlichen der Städte und Gemeinden auf, durch konsequente Umsetzung der gültigen Gesetzeslage dafür zu sorgen, dass im Leipziger Auwald keine privaten kraftstoffbetriebenen Motorboote fahren dürfen.

Im Detail fordern wir folgende Maßnahmen:

1. Einhaltung und Vollzug des gültigen Wasserrechts, das heißt, es ist nur Gemeingebrauch auf den Auwald-Gewässern möglich, §46a-Genehmigungen (Ausnahmetatbestand) zur Nutzung von kraftstoffbetriebenen Motorbooten auf den Gewässern sind nur in begründeten Ausnahmefällen (Notrettungs- und Bergungsfahrten) sowie zahlenmäßig, zeitlich und/oder lokal (auf den Trainingsstrecken der Ruderer und Kanuten für Begleitboote) eng begrenzt zu erteilen sowie öffentlich bekannt zu machen; private und gewerblich genutzte kraftstoffbetriebenen Motorboote sind auf den Gewässern des Leipziger Auwaldes grundsätzlich zu verbieten.

2. Gebot für Fahrgastschifffahrten ausschließlich mit elektrobetriebenen und gewässerangepassten Booten

3. zahlenmäßige Begrenzung dieser Fahrgastschifffahrten

4. verursachergerechte Befahrungsregelungen und/ oder Sperrzeiten für aus naturschutzfachlicher Sicht besonders sensible Gewässerbereiche z.B. während der Brutzeit

5. Sicherung und ökologisch verträgliche Entwicklung von Verbindungen für naturschonenden Kanutourismus/Wasserwandern durch die Leipziger Gewässer sowie des Gewässerverbundes um vom Süden in den Norden und vom Osten in den Westen zu kommen

6. Sicherung von störungsfreien Trainingsstrecken für die mit Muskelkraft trainierenden Wassersportler und deren Nachwuchs auf den bis dato dafür genutzten Gewässern

7. Ausschluss der Gewässer Weiße Elster, Pleiße, Floßgraben von möglichen Überlegungen für eine Schiffbarkeitserklärung und deren Umsetzung

8. keine Zustimmung zu Plänen für den Bau zusätzlicher Kanäle durch den Auwald, die (primär oder sekundär) eine Ausweitung des Bootsverkehres ermöglichen würden

9. Umsetzung der vorliegenden Pläne für einen zeitgemäßen, ökologisch sinnvollen, naturverträglichen Hochwasserschutz in den Bereichen der Auenökosysteme.

Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald e.V. Sächsischer Kanu-Verband e.V.

Wolfgang E. A. Stoiber (Vorsitzender),  Heiner Quandt (Präsident)

Original Schreiben wurden am 22. Mai 2013 versendet.

Neuseenland: Elektrobusse für Markkleeberg – Förderbescheid

23 Mai

Pressemitteilung Bundesministerium für Verkehr, Stadtentwicklung und Bau vom 22. Mai 2013

Mit etwas mehr als einer Million Euro sorgt das Bundesverkehrsministerium dafür, dass im Leipziger Neuseenland erstmals reine Elektrobusse im Linienverkehr eingesetzt werden. Am Rande des Weltverkehrsforums in Leipzig hat Bundesminister Peter Ramsauer den Leipziger Verkehrsbetrieben stellvertretend für alle Projektpartner einen Förderbescheid für das Projekt „eBus Batterfly“ übergeben.

Der Bundesverkehrsminister bei der Übergabe am Rande des Weltverkehrsforums in Leipzig. Bildquelle: Bundesverkehrsministerium

Der Bundesverkehrsminister bei der Übergabe am Rande des Weltverkehrsforums in Leipzig. Bildquelle: Bundesverkehrsministerium

„Ich freue mich, dass diese einzigartige Seenlandschaft in Zukunft auch mit Elektrobussen erkundet werden kann. Mit der Umwandlung der ehemaligen Braunkohlegruben in eine Seenplatte schafft Leipzig ein ganz besonderes, stadtnahes Erholungsgebiet für seine Bürger. Da ist es nur naheliegend, dafür auch den umweltfreundlichsten öffentlichen Nahverkehr zu wählen. Mit diesem Projekt zeigen wir außerdem, dass sich Elektromobilität nicht nur für Ballungszentren, sondern auch für städtische Randgebiete und den ländlichen Raum eignet“, so Ramsauer bei der symbolischen Scheckübergabe.

Ziel von „eBus Batterfly“ ist die Umstellung des Verkehrsangebots von Markkleeberg auf einen vollständig elektrisch angetriebenen Busverkehr und die Erweiterung der Anbindung an die S-Bahn in die Leipziger Innenstadt. Zwei umweltfreundliche und leise eBusse sollen im Linienverkehr eingesetzt werden, um das Batteriebuskonzept zur Marktreife zu entwickeln. Die Busse werden vom Bahnhof Markkleeberg in einer „schmetterlingsförmigen“ Linienführung betrieben. Die Nachladung erfolgt an ausgewählten Haltestellen. Projektpartner sind die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH und das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI. Das Vorhaben ist Teil des Schaufensters Bayern-Sachsen „ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET“.

Ramsauer: „Der Bund hat mit den Schaufenstern Elektromobilität ein sehr ehrgeiziges Programm aufgelegt, das wir von 2012 bis 2015 mit insgesamt rund 180 Millionen Euro fördern. Hier demonstrieren wir im Praxistest, wie Elektromobilität unter Alltagsbedingungen funktionieren kann. Das schafft Akzeptanz für diese neue Technologie und für innovative, ganzheitliche Verkehrskonzepte wie hier in Leipzig. Dabei bauen wir auf den guten Erfahrungen in unseren Modellregionen auf.“

In vier Regionen Deutschlands – Baden-Württemberg, Niedersachsen, Berlin-Brandenburg und Bayern-Sachsen – wird in den kommenden Jahren Elektromobilität mit einem ganzheitlichen Ansatz erprobt und weiterentwickelt. Die Schaufensterregionen sollen dank ihrer Größe Rückschlüsse auf die Massentauglichkeit der getesteten Elektromobilitätslösungen liefern.

In Leipzig nutzte der Bundesverkehrsminister die Gelegenheit, um sich ein Bild über die laufenden Projekte in der Region zu machen. BMW informierte über seine Aktivitäten am Standort. Im Leipziger Werk werden zukünftig Elektrofahrzeuge produziert, die auch im Schaufenster Bayern-Sachsen zum Einsatz kommen werden.

Das Schaufenster vereint führende Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand. Ziel der freistaatenübergreifenden Initiative ist es, mit rund 50 Projekten und 150 Projektpartnern wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle für die Elektromobilität zu entwickeln und zu etablieren. Das Schaufenster Bayern-Sachsen wird mit rund 40 Millionen Euro von der Bundesregierung sowie mit jeweils rund 15 Millionen Euro von den Freistaaten Bayern und Sachsen gefördert. Einen großen Anteil an den insgesamt rund 140 Millionen Euro Gesamtvolumen leistet die Industrie. Die Aktivitäten werden von der Bayern Innovativ GmbH und der Sächsischen Energieagentur – SAENA GmbH koordiniert.

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