Ökolöwe bedauert Ratsbeschluss zum Elster-Saale-Kanal

18 Jul

Pressemitteilung Ökolöwe vom 15.07.2013: Großprojekt weder finanziell noch naturschutzfachlich akzeptabel

Der Ökolöwe ist enttäuscht über den Stadtratsbeschluss vom 10. Juli 2013 zum weiteren Ausbau des Elster-Saale-Kanals „Das Verwaltungsmandat, den Durchstich zur Saale in Sachsen-Anhalt erst konzeptionell und ideell, später auch finanziell voranzutreiben, wird weit reichende negative Folgen für Leipzig und seine Gewässer haben“, warnt Florian Wüstneck vom Ökolöwen.

Im Hintergrund der Lindenauer Hafen: Elster-Saale-Kanal im Winter 2012. Foto: Bernd Reiher

Im Hintergrund der Lindenauer Hafen: Elster-Saale-Kanal im Winter 2012. Foto: Bernd Reiher

Das geplante Prestigeprojekt kostet mehrere hundert Millionen Euro Steuergelder, welche durch Nutzungsgebühren nie erwirtschaftet werden können. Außerdem werden dann nicht nur Motorboote, sondern auch Fahrgastschiffe auf Leipzigs Gewässer drängen.

Als anerkannter Naturschutzverband lehnt der Ökolöwe das Vorhaben aus naturschutzfachlicher Sicht ab. Der Verein warnte bereits im Mai in einer Stellungnahme (http://oekoloewe.de/text,2439,umweltpolitische_arbeit.html) vor geplanten Eingriffen in bestehende Natura-2000-Schutzgebiete.

„Deren Ziel ist es, die biologische Vielfalt in Europa zu bewahren und zu entwickeln“, sagt Wüstneck. „Die geplante Trassierung des Kanals beeinträchtigt auf sächsischer Seite erheblich das anliegende FFH-Gebiet „Bienitz und Moormergelgebiet“ sowie das Vogelschutzgebiet (SPA) „Leipziger Auwald“. Eine Veränderung der Lebensräume in diesen strengsten europäischen Schutzkategorien ist mit den gebietsspezifischen Erhaltungszielen laut FFH-Richtlinie sowie mit § 34 BNatSchG nicht zu vereinbaren. Nur eine FFH- bzw. SPA-Verträglichkeitsprüfung kann darüber entscheiden, ob der Kanal gebaut werden darf.“

Der Ökolöwe hofft daher, dass sich die sachsen-anhaltinischen Kommunen für sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten ihrer Steuergelder und ihres Verwaltungspersonals entscheiden und den Kanalausbau ad acta legen. So könnte beispielsweise in den ökologischen Hochwasserschutz investiert werden – eine weit wichtigere Aufgabe.

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