Keine Antwort bis heute: Wolfgang Stoiber, Interview, NuKLA, Neuseenland, Leipzig, Auwald-Petition

29 Mai

Eine Petition zum Schutz des Auewaldes hat im Jahr 2012 in der Messestadt für einigen Wirbel gesorgt. Drahtzieher dieses Vorstoßes war der Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald e.V. – kurz NuKLA. Dessen Vorsitzender ist Wolfgang Stoiber. Von ihm wollten wir wissen, warum es von der Petition derzeit so wenig zu hören gibt, warum sie überhaupt nötig war und was aus der Auwald-Unesco-Idee geworden ist, hinter der sein Verein ebenfalls steckt.

Auwald nicht als Drehkreuz für motorisierten Wassersport: Wolfgan Stoiber. Foto: Bernd Reiher

Auwald nicht als Drehkreuz für motorisierten Wassersport: Wolfgan Stoiber. Foto: Bernd Reiher

Wolfgang, Du und der NuKLA e.V., Ihr habt im Herbst ein westsächsisches Husarenstück abgeliefert: Petition zum Schutz des Auewaldes. Wie erklärst Du denen, die davon noch nichts wissen, in fünf Sätzen, worum es dabei ging?
Stoiber: Eine durchgängige Schiffbarkeit von den Seen im Süden Leipzigs zum geplanten Stadthafen in Leipzig durch den Auwald mit einer Schiffbarkeitserklärung herzustellen – nachzulesen im Wassertouristischen Nutzungskonzept. Motorboote auf den Fließgewässern im Auwald zu genehmigen – das darf nicht passieren. Das hätte zur Folge, dass die Gewässer nicht mehr dem Allgemeingebrauch unterliegen, sondern die Schifffahrt Vorfahrt hat. Entsprechend müssten die Gewässer von naturnahem Gehölz beräumt und die Ufer gegen Wellenschlag verändert werden.

Diese Petition ist mit rund 11.000 Unterschriften über die Ziellinie gegangen, die Unterlagen sind dann dem Petitionsausschuss übergeben worden – seitdem war von diesem Vorgang aber nur wenig zu hören. Was ist in den letzten Monaten geschehen? Wie ist der aktuelle Stand?
Stoiber: Die Petitionsunterlagen wurden am 29. November 2012 an den Petitionsausschuss übergeben. Es wurde dem NuKLA mündlich zugesichert, dass es in diesem Frühjahr eine Vorort-Begehung des Petitionsausschuss geben wird. An dieser sollten unsere Freunde, welche die Petition mitgetragen haben, teilnehmen. Mitte April hat NuKLA nachgefragt. Es wurde NuKLA erneut versichert, dass es Ende April eine Terminzusage mit festem Datum geben wird. Diesen Termin sollte NuKLA Anfang Mai erhalten. Nachdem bis Mitte Mai uns diesbezüglich keine Information zuging, hat der Verein versucht nachzufragen. Bis zum heutigen Tag erhielten wir keine Antwort.

Wie ist das aus Deiner Sicht zu erklären? 
Stoiber: Scheinbar ist es auch dem Petitionsausschuss nicht wichtig, dass 11.231 Unterschriften gegen kraftstoffbetriebene Motorboote und gegen die Schiffbarkeit der Auwaldgewässer und des Cospudener Sees gesammelt worden sind.

Der NuKLA e.V. hat Anfang des Jahres mit einer weiteren Idee für Aufsehen gesorgt: Unesco-Titel für den Auwald. Hierzu gab es im März eine Infoveranstaltung. Wie hat sich dieses Anliegen aus Deiner Sicht seitdem entwickelt?
Stoiber: Das Projekt „Aula 2030 – Das grüne Band entlang der Weißen Elster“ – hier haben wir seitdem einige Vereine als Unterstützer und Mitglieder gewinnen können. Aktuell ist der Landesverband der Sächsischen Kanuten Mitglied bei „Aula“ geworden. Momentan befindet sich ein Flyer im Druck, welcher in der kommenden Woche gleich auf drei Leipziger Veranstaltungen eingesetzt wird. Bereits am Donnerstag sind die Naturfreunde Leipzig mit einem Infostand auf dem Marktplatz vertreten. Am Samstag wird NuKLA in Leipzig an der Bildungsmesse teilnehmen und am Sonntag sind wir mit einem Infostand beim Connewitzer Straßenfest mit dabei.

Mitte Mai gab es in Markkleeberg eine Diskussionsrunde zum Thema „Wie weiter mit Neuseenland?“. Anlass waren die gekürzten Fördermittel für die Tagebausanierung und was das für die Kommunen bedeutet. Du hast die Veranstaltung besucht – worum ging es genau?
Stoiber: Welche Erkenntnisse der Abend gebracht hat? Er hat mir erneut aufgezeigt, dass es wichtig ist ganz besonders auf unseren Auwald aufzupassen, damit dieser nicht als Drehkreuz für motorisierte Wassersportler von Akteuren des Landkreises vernutzt wird.

Motorboote, Floßgraben, Auwald, Elster-Saale-Kanal, Wassergesetz – Neuseenland hat viele Brennpunkte. Welche Frage habe ich vergessen? Worüber müsste noch gesprochen werden?
Stoiber: Ich denke, dass die angefassten Themen ausreichend sind, denn mehr können wir nicht schaffen. Es ist bereits jetzt sehr oft sehr grenzwertig.

Nachtrag, 29. Mai, 22:17 Uhr: Eine Stunde nach Veröffentlichung dieses Interviews kam von NuKLA die Info, dass das Ministerium/der Petitionsausschuss sich jetzt wohl doch gemeldet habe. Betreff laut Wolfgang: Vorerst wohl keine Begehung – könnte sein, dass aufgrund der aktuellen Eisvogel-Situation sowieso alles neu überdacht werden muss.

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