BUND Leipzig: Floßgraben – Eisvogel schützen, Natur bewahren, Bootsverleiher Ball flach halten

29 Mai

In Leipzig scheint eine weitere heftige Debatte zum Thema Floßgraben zu toben. Während die LVZ mit der Art ihrer Berichterstattung wieder einmal für heftig erhitzte Gemüter sorgt, reibt sich der NuKLA e.V. an der Staeubert´schen Berichterstattung, reihen die Umweltverbände eine Pressemitteilung an die andere.

Eine Stimme dieses Reigens:  der Bund für Umwelt und Naturschutz B.U.N.D. Sein Vorsitzender Jürgen Kasek verteilte am 29. Mai eine Pressemitteilung mit dem Titel: „Eisvogel schützen – Natur bewahren“. Bootsverleiher, so sein Aufruf, haltet Maß.

Jürgen Kasek

Geburtsfehler des Wassertouristischen Nutzungskonzeptes, weil einzige aber sehr empfindliche Verbindung zwischen Stadtgewässern und Neuseenland: Der Floßgraben. Mit der Wasserschlange zwischen Pleiße und Markkleeberger See war eine zweite in Planung – die steht aber wegen gekürzten Mitteln vor dem Aus. Foto: Floßgraben mit Sperrschild/12. Mai 2013/Bernd Reiher

„Die Aufregung der Bootsverleiher ist in keiner Weise nachzuvollziehen“, schreibt darin Jürgen Kasek, der sich hier als Rechtsanwalt und Vorsitzender des B.U.N.D. Leipzig vorstellt. Die Bootsverleiher hätten „von Anfang an gewusst worauf sie sich einlassen“. Dass der Leipziger Auwald ein störungssensibles Ökosystem ist und insbesondere der Floßgraben zum SPA Gebiet gehöre, sei allen Seiten bekannt gewesen. Kasek: „Dass nunmehr die Stadt reagiert und eine SPA Art schützen lässt war unumgänglich und längst überfällig.“ Herr Kasek, bitte deutsch: Was war gleich SPA?

Auch Kasek stellt aber fest: „Anhand der Debatte werden auch die Geburtsfehler des Wassertouristischen Nutzungskonzepts deutlich: Allem voran die fehlenden Kontrollen sowie Einschränkungen in besonders schutzwürdigen Bereichen.“ Seit Jahren würde die Besonderheit und Schönheit des Leipziger Auwaldes betont, obwohl es an konkreten Schutzmaßnahmen fehle.

Die Vorstellungen der Bootsverleiher gefährdeten nun den Auwald. Um welche es genau geht, blieb allerdings offen – dass die Stadt Leipzig lange nicht mehr nur aus LVZ-Lesern besteht, scheint noch nicht überall angekommen.

Der musikalische Rechtsgelehrte Kasek stellt aber weiter fest: Wer ein Unternehmen gründet und dabei darauf vertraut, dass es weder schlechtes Wetter gibt, noch schutzwürdige Tier- oder Pflanzenarten im zur Nutzung vorgesehenen Schutzgebiet auftauchen, arbeitet regelmäßig wirtschaftlich unseriös.

Kasek: „Der Stadt war bekannt, dass es im Bereich des Floßgrabens auch in den vergangenen Jahren immer wieder Brutstätten von Eisvögeln gab. Dies hätte auch den Bootsverleihern klar sein müssen. Weiterhin ist zu konstatieren, dass es die Bootsverleiher in den zurückliegenden Jahren nicht geschafft haben, ihre eigene Kundschaft zu einem vernünftigen Verhalten im Schutzgebiet Leipziger Auwald anzuhalten. Wenn alle Beteiligten darauf achten würden, dass die Schutzregeln strikt eingehalten werden, gäbe es auch die Möglichkeit die Schutzregeln weniger eng zu fassen.“

Fakt sei auch, dass die Eisvögel durch menschliche Aktivitäten in Nestnähe gestört werden – zum Beispiel durch den Bootsverkehr, die dadurch hervorgerufene Wassertrübung sowie die Zerstörung von Wasserpflanzen.

Die Stadt sei daher verpflichtet, wirksame Maßnahmen zum Schutz zu ergreifen. Die Lizenz dazu: das Naturschutzgesetz. Anderenfalls wären diese notwendigen Schutzmaßnahmen gerichtlich durchzusetzen gewesen. Damit seien die getroffenen Regelungen im Hinblick auf das geltende Naturschutzgesetz zu prüfen – auch wenn einige Bootsverleiher das nicht wahrhaben wollten.

Kaseks Fazit: „Perspektivisch wird man unabhängig von der aktuellen Situation nicht umhinkommen, den Bootsverkehr im Floßgraben insgesamt einzuschränken. Gerade in schmalen Gewässern ist eine zeitliche Begrenzung des Bootverkehrs alternativlos, auch über die aktuelle Diskussion hinaus. In dieser Situation werden wir das Handeln der Stadt sehr genau beobachten und auf die Einhaltung der Schutzgesetze drängen.“

Durch eine Übernutzung, die zur Verdrängung von Arten führt, würde der Leipziger Auwald insgesamt leiden, was dann auch negative Folgen für die Bootsverleiher hätte. Gerade deshalb sollte es aus Sicht des Leipziger B.U.N.D.-Vorsitzenden den Bootsverleihern eine Herzensangelegenheit sein, den Leipziger Auwald zu schützen.

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