Markkleeberger See: LMBV-Erwiderung auf LVZ-Artikel „Schildbürgerstreich Kleine Pleiße“

19 Mrz

Pressemitteilung LMBV 14. März 2013

Mit Befremden haben wir den Beitrag „Schildbürgerstreich Kleine Pleiße“ in der LVZ vom 13. März 2013 zur Kenntnis genommen. Ein Bürger äußert seine Meinung und schon wird von Verschwendung von Steuergeldern in Höhe von einer viertel Million Euro gesprochen und geschrieben. Die LMBV möchte zu diesem Sachverhalt noch einige Informationen geben und auch um eine Richtigstellung bitten.

Markkleeberger See: Auslaufbauwerk zur Kleinen Pleiße am Westende des Strandbades. Foto: Bernd Reiher, August 2012

Markkleeberger See: Auslaufbauwerk zur Kleinen Pleiße am Westende des Strandbades. Foto: Bernd Reiher, August 2012

Die LMBV hat die Kleine Pleiße im Jahr 2001 gemäß der bestehenden Verpflichtungslage einmalig unterhalten. Damit erfolgte die Herstellung eines dem Planfeststellungsbeschluss entsprechenden Gewässerprofils, insbesondere eines durchgehenden Sohlgefälles, mit einer Bestandsvermessung dokumentiert. Das heißt, dass damit ein Gewässerprofil hergestellt wurde, das den Abfluss des Überschusswassers vom Markkleeberger See im freien Gefälle gewährleisten konnte.

Trotzdem bestehen heute Abflussbehinderungen durch Sedimentablagerungen, primär in zwei Abschnitten: an der Brücke „Feuriger Hengst“ und in einem ca. 250 Meter langen Laufabschnitt südlich der Eserschen Teiche. Aus Sicht der LMBV ist eine erneute Unterhaltung an den beiden vorgenannten Bereichen mit akuten Durchflussbehinderungen notwendig. Das ist jedoch keine Verpflichtungslage der LMBV.

Um eine weitere Anhebung des Wasserstandes im Markkleeberger See zu vermeiden, wurde als erster Schritt – vor allem im Sinne einer Gefahrenabwehr – beide Schütztafeln des Auslaufbauwerkes Markkleeberger See geschlossen und eine leistungsfähige Pumpe installiert. Mit dieser Anlage wird Wasser aus dem See auf die Flussseite des Auslaufbauwerkes übergehoben. Damit wird der Abfluss der aktuell anfallenden Überschusswässer in der Kleinen Pleiße gewährleistet.

Aufgrund der oben beschriebenen Auflandung wird der Wasserspiegel im Vorfluter zwar (etwa bis auf Höhe der Eserteiche) vorrübergehend höher liegen als es dem Endzustand entspricht, jedoch trotzdem deutlich niedriger als vor Rückbau des Eserwehres.

Aufgrund der uns bekannten Wasserstände gehen wir davon aus, dass es uns innerhalb der kommenden drei Monate mit der installierten Pumpe gelingen wird, den Wasserspiegel im Markkleeberger See auf den mittleren Wert von +113,00 Meter NHN abzusenken. Damit können geotechnische Beeinträchtigungen vermieden, das Risiko zusätzlicher Vernässungen in Auenbereichen reduziert und die Nutzbarkeit der Strandbereiche in der bevorstehenden Badesaison gewährleistet werden.

Ergänzend prüft die LMBV die Möglichkeiten, den nahezu vollständig zugesetzten Durchlass in der Brücke „Feuriger Hengst“ in Abstimmung mit dem Unterhaltspflichtigen zu reinigen. Von dieser Maßnahme erhoffen wir uns eine merkliche Verbesserung des Abflussverhaltens und mittelfristig die Möglichkeit, eine Freispiegelableitung zu erreichen. Wir können an dieser Stelle versichern, dass die LMBV gemeinsam mit der Stadt Markkleeberg und der Landesdirektion Sachsen intensiv an der Behebung der Hindernisse arbeitet.

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