Leipziger Messe: Seenland-Kongress – Wow-Effekte für die neuen Reviere

15 Feb

Pressemitteilung Leipziger Messe „Beach & Boat“, 15. Februar 2013

Die neuen Wassersportreviere rund um Leipzig und in der Lausitz schärfen ihr Profil: Mit attraktiven Alleinstellungsmerkmalen möchten Leipziger Neuseenland und Lausitzer Seenland im Wettbewerb der Tourismusgebiete punkten. Wegweisende Investitionsvorhaben und Projektideen standen deshalb im Mittelpunkt des 5. Seenland-Kongresses am 14. Februar 2013 auf dem Leipziger Messegelände. Die rund 130 Teilnehmer der Fachveranstaltung im Rahmen der Wassersportmesse Beach & Boat informierten sich über aktuelle Entwicklungsschwerpunkte genauso wie über Zukunftsvisionen. Dabei reichten die präsentierten Konzepte vom Kanusport als Vorreiter eines sanften Tourismus bis zum Schiffshebewerk für den Elster-Saale-Kanal als internationales Architektur-Highlight.

Seenland-Kongress Aufsteller. Foto: Bernd Reiher

Seenland-Kongress. Foto: Bernd Reiher

 

„Kanutouristen sind eine immer wichtiger werdende Zielgruppe im deutschen Tourismussegment“, betonte Thomas Konietzko, Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV). „Wir denken verstärkt über die ökologischen Folgen unserer Freizeitaktivitäten nach, wählen bewusster aus. Zudem gewinnen ein aktives Leben und Fitness an Bedeutung. Kanusportler sind Vorreiter eines ökologisch sensiblen, aktiven Tourismus.“ Außerdem wachse durch den Klimawandel und die steigenden Preise für Sprit und Flugreisen die Nachfrage nach den Tourismusangeboten „vor der Haustür“. Gerade Kanufahren sei zudem eine relativ preiswerte Möglichkeit der Freizeitgestaltung: „Bereits für 2.000 Euro ist ein gutes Familienkanu plus Ausrüstung zu haben.“

Freizeit-Kanuten als Wirtschaftsfaktor: „Kanusport ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor“, so Thomas Konietzko. Eine Million Menschen in Deutschland sei regelmäßig und bis zu drei Millionen gelegentlich paddeln. Zwischen 57 und 74 Euro gebe ein Wassertourist pro Tag in seiner Reiseregion aus. Durchschnittlich 12,7 Millionen Personentage seien die deutschen Freizeit-Kanusportler jährlich auf dem Wasser unterwegs. „Am Bodensee zum Beispiel werden fast 3.700 Vollzeitarbeitsplätze von Wassersport und Wassertourismus generiert. In Mecklenburg-Vorpommern sind es rund 7.000.“ Doch die Konkurrenz der Wassersportgebiete sei hart. In Mitteldeutschland habe der Verdrängungswettbewerb zwischen den neu entstehenden Revieren bereits begonnen. „Wer mithalten will, muss mit Qualität und Preis-Leistungsverhältnis punkten, denn diese rangieren bei den Kanutouristen ganz oben auf der Wunschliste.“ Künftig stärker gefragt seien zielgruppenspezifische Angebote für Familien oder für die komfortbewusste Generation 50+ sowie Kombiangebote mit zusätzlichen Kultur- und Freizeitofferten. „Nicht zuletzt steigert der ökologisch sensible Ausbau einer Region deren Attraktivität für Kanuten und Wassertouristen“, unterstrich der DKV-Präsident.

Grandioser Plan: Ein Schiffshebewerk für den Elster-Saale-Kanal: Ein Schiffshebewerk als „architektonischer Leuchtturm“ bei Anbindung des Elster-Saale-Kanals an die Saale könne international Aufsehen erregen, hob Michael Witfer, 1. Vorsitzender des Saale-Elster-Kanal Fördervereins, auf dem Seenland-Kongress hervor. Mit Kosten von knapp 38 Millionen Euro zählte es zu den zentralen Visionen der „Potenzialanalyse Elster-Saale-Kanal“. Die Analyse, welche die Gesamtinvestition für die Umsetzung des Kanal-Projekts mit rund 106 Millionen Euro bezifferte, wurde im vergangenen Jahr auf dem Seenland-Kongress exklusiv vorgestellt. Mit Hilfe des aufsehenerregenden Bauwerks soll der Höhenunterschied von 22 Metern überwunden werden, der bei Anbindung des Leipziger Neuseenlands über den Elster-Saale-Kanal an die Saale besteht. Anhand weltweiter Beispiele wurden Machbarkeit und Potenzial einer solchen aufsehenerregenden Konstruktion verdeutlicht.

Entwürfe der Technischen Universität Dresden vorgestellt: Studenten der Fakultät Ingenieurbauwesen der Technischen Universität Dresden, Institut für Stahl- und Holzbau, entwickelten seit Herbst vergangenen Jahres zwei Entwürfe für das Schiffshebewerk. Diese Konzeptionen von Alexander Fuchs und André Freitag wurden auf dem Seenland-Kongress vorgestellt – ebenso wie ein dritter Modellvorschlag vom Saale-Elster-Kanal Förderverein. Zurzeit seien in Europa und den USA 22 Schiffshebewerke in Betrieb, informierte Lothar Tölle von der Deutschen Wasserhistorischen Gesellschaft auf dem Seenland-Kongress. Allein das Schiffshebewerk im brandenburgischen Niederfinow ziehe 200.000 zahlende Besucher pro Jahr an. Bis 2030, so schätzte Tölle, könne das mitteldeutsche Schiffshebewerk Realität sein.

Investoren willkommen: Zu den spannenden Entwicklungsarealen, für die auf dem Seenland-Kongress um Investoren gewoben wurde, zählte der Lindenauer Hafen mit der MARINA Leipzig-Lindenau. „Mit dem ‚Baggerbiss’ im September 2012 wurde ein Jahrhundertbauwerk auf den Weg gebracht“, erklärte Heiko Rosenthal, Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Ordnung und Sport der Stadt Leipzig. Denn mit diesem Spatenstich zur Gewässerverbindung von Karl-Heine-Kanal und Lindenauer Hafen wurde die Anbindung des Lindenauer Hafens an das Leipziger Gewässernetz Wirklichkeit. Die MARINA soll in den kommenden Jahren als technischer Hafen entwickelt werden. Die Stadt Leipzig werde unter anderem für medientechnische und infrastrukturelle Erschließung sowie die Errichtung von Promenade und Slipanlage etwa 2,7 Millionen Euro brutto investieren, so Heiko Rosenthal. Viel Luft gebe es für private Investitionen wie Bootshäuser oder Entwicklungsideen für den maroden, 36 Meter hohen städtischen Speicher – ein Stahlbetonbau von 1939/1940.

Senftenberger See: Einen Hafen zum Geburtstag: Eines der herausragenden Projekte aus dem Lausitzer Seenland, das auf dem Seenland-Kongress vorgestellt wurde, war der Stadthafen Senftenberg. 40 Jahre alt wird der als DDR-Prestigeobjekt entstandene Senftenberger See in diesem Jahr – und bekommt zum Geburtstag einen Hafen „spendiert“. Am 28. März wird der Hafen eröffnet – mit Liegeplätzen für 120 Sportboote, Fahrgastschiffanleger und einer spektakulären, 90 Meter langen Seebrücke. „200.500 Übernachtungen zählte der Senftenberger See 2012“, berichtete Michael Vetter, Verbandsvorsteher Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg, auf dem Seenland-Kongress. 1996 waren es lediglich 96.700. In den kommenden Jahren seien weitere Unterkünfte am See in Planung – darunter ein Strandhotel sowie Appartements. „1,5 Millionen Übernachtungen wollen wir in nächsten Jahren im Lausitzer Seenland erreichen. Zurzeit sind es etwa 500.000 Übernachtungen“, so Michael Vetter.

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