Markkleeberger See, Neuseenland – Tagebaubilder von einst. Oder: Wie der Frevel langsam in Vergessenheit geriet

6 Aug

Ein Trend geht um: In der Messestadt ist immer öfter festzustellen, dass man auf echte Überraschung stoßen kann, sobald man auf die Vergangenheit von Cospudener See, Markkleeberger See & Co. verweist. „Das war eine Kohlegrube?“ ist eine Frage, die darauf gar nicht mehr so selten zu hören ist. Genau: Die Eltern des schicken Seenglücks haben ziemlich schmutzige Hände.

Aus diesem Grund an dieser Stelle einige Bilder, genauer: zwei, aus den Jugendtagen der Radio-Neuseenland-Redaktion. Aufgenommen entweder mit einer „Exa 1c“ oder einer „Praktica MTL 5“ – hinter der Absperrschranke, verbotenerweise nur wenige Meter von der Tagebaukante entfernt.

Bild eins: Wie Menschen aus Wachau und Markkleeberg bestätigen, zeigt dieses Bild das Gebiet, in dem sich heute der Markkleeberger See befindet. Der Damm in der Mitte? Mittlerweile zur Autobahn geworden. Rechts unten irgendwo befindet sich heute der Kanupark.

Foto zwei: Derzeit nocht nicht wieder verortbar, aber bis vor einigen Jahren ebenfalls noch Alltagsbild rings um die heute wieder so strahlende Messestadt. Die Kohle hatte viel seelisches Elend in die umzusiedelnden Häuser gebracht. Was sie in die neuen Hütten der dann abgebaggerten Umsiedler spülte, war nicht selten König Alkohol. Er war ein Mittel, um den Schmerz des Heimatverlustes zu betäuben und sich wenigstens des Nachts nicht wie ein Vertriebener fühlen zu müssen.

Dass das wieder andere Probleme brachte, muss nicht vorgetragen werden. Aber es darf ruhig mal wieder drauf hingewiesen werden: Das heutige schicke Seenglück hatte einen hohen Preis.

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