Archive | August, 2012

Medien-Link Freie Presse: Badegäste können Geiseltalsee nutzen

30 Aug

Mücheln (dapd-lsa). Vom Garten aus hat Udo Boskugel einen freien Blick auf den Geiseltalsee bei Mücheln im Süden Sachsen-Anhalts. Bisher hatte seine Familie die idyllische Aussicht in voller Ruhe genießen können. Mittlerweile sind jedoch nicht nur Spaziergänger am Ufer zu beobachten, sondern auch zahlreiche Badegäste und Bootsführer. Zum ganzen Artikel …

Pressemitteilung LMBV: Erster Kanalabschnitt zwischen der Kanuparkschleuse und dem Markkleeberg See erfolgreich geflutet

24 Aug

Leipzig. Am 22. August 2012 wurde der künftige Kanal zwischen der Kanuparkschleuse und dem Markkleeberg See erfolgreich geflutet. Mit dem Bau des Kanals und der Schleuse wird die erste Verbindung zwischen zwei Bergbaufolgeseen im Südraum Leipzigs hergestellt.

Die Flutung des Kanalabschnittes erfolgte über Bypass-Leitungen des Schleusenbauwerkes. Punkt 12:00 Uhr öffneten sich die Schieber. Nachdem bereits in der Woche zuvor die Trockenprobe an der Kauparkschleuse erfolgreich realisiert wurde, füllte sich der Kanal innerhalb von zwei Stunden mit Wasser. Damit wurde die Voraussetzung geschaffen, die Schwimmstege im Unterwasservorhafen zu montieren. Eine Spundwand zwischen Markkleeberger See und dem Kanal verhindert bis zur endgültigen Fertigstellung der Schleuse noch das Befahren der Kanalpassage mit Booten. Seit März 2011 wird an der Kanuparkschleuse gebaut.

Die Gesamtkosten von rund 5,2 Millionen Euro werden vom Freistaat Sachsen und anteilig vom Bund finanziert. Die LMBV fungiert bei dem §4-Vorhaben als Projektträgerin. Im April 2013 soll die Kanuparkschleuse offiziell an die Stadt Markkleeberg übergeben werden, bis dahin läuft der Probebetrieb. Die Kanuparkschleuse ist ein wichtiges Schlüsselprojekt für den Gewässertourismus im Leipziger Neuseenland. Mit dem Bau der Schleuse wird die erste Verbindung zwischen zwei Bergbaufolgeseen isüdlch von Leipzig hergestellt. Sie wird künftig nicht nur für wassertouristische Zwecke genutzt. Sie dient darüber hinaus der Abflussregulierung für den Störmthaler See (Wasserstand momentan bei 116,59 m NHN).

Die Schleuse hilft künftig, vier Meter Wasserunterschied zu überwinden. Der Störmthaler See ist noch in Flutung, es fehlen noch einige Zentimeter bis zum oberen Zielwasserstand zwischen von 117,80 m NHN. Der Wasserstand im Markkleeberger See liegt zur Zeit bei 112,94 m NHN.

Pressemitteilung LMBV: Teilnutzung Geiseltalsee gestartet

15 Aug

Halle/Mücheln. Im LMBV-Gewässer des Geiseltalsees darf seit dem 10. August 2012 offziell in einem bestimmten Abschnitt im Südwesten gebadet werden. Das Landesamt für Geologie und Bergwesen in Halle hat am 10. August 2012 die dafür notwendige Zulassung erteilt. Eine darauf aufbauende Allgemeinverfügung des Saalelandkreises wurde noch am Nachmittag im kreislichen Amtsblatt veröffentlicht und somit gültig. 

Das Land Sachsen-Anhalt hatte nach der Böschungsbewegung am Concordiasee 2009 für alle Bergbaufolgeseen im Land vorsorglich ein Nutzungsverbot erlassen. Die Freigabe des Geiseltalsees sei nun ein bedeutender Baustein in der touristischen Infrastruktur, sagte der Landrat des Saalekreises, Frank Bannert, gegenüber Medienvertretern. Die Zulassung war in der Region immer wieder angemahnt worden.

LAGB-Gutachter stuften bisher nur ein rund fünf Quadratkilometer großes Gebiet im südwestlichen Teil des Gewässers als sicher ein. Das ist etwa ein Viertel der Gesamtfläche. Dieses Areal bleibt weiter unter Aufsicht des Bergamtes. Außerdem gehören monatliche Kontrollen der Böschung und vierteljährliche Messungen zum Überwachungsprogramm der LMBV. Für den übrigen Seebereich werten die Gutachter weitere Daten aus.

Der Geiseltalsee ist mit 1.840 Hektar und einer Wassertiefe von bis zu 78 Metern Deutschlands größter künstlicher See. Mehr als 420 Millionen Kubikmeter Saalewasser nutzte die LMBV zur Flutung. Im kommenden Jahr wird von den Touristikern mit bis zu 250.000 Seebesuchern gerechnet. Wer im See Baden möchte, sollte den ausgeschilderten Strand im Müchelner Ortsteil Stöbnitz besuchen. Hunderte Interessierte nutzten am 11. August an der Marina in Mücheln die Chance, bei dem Start für die erste Teilnutzung für den Wassersport dabei zu sein.

Über den Tellerrand geschaut: Wittenberger Erklärung zur Elbe / Elbausbau

7 Aug

Aus aktuellem Anlass verbreitet auch radioneuseenland.de über den Seenticker Leipzig nachfolgend die „Wittenberger Erklärung zur Elbe“. Grund: Wenn das Ziel tatsächlich „ganzjährige Elbbefahrung“ heißt, dürfte auch auf sächsischem Gebiet mit Ausbaumaßnahmen zu rechnen sein.

Der Apell ist eine gemeinsame Aktion von BUND, den Naturfreunden Deutschlands, der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt, dem WWF und dem Bündnis „Pro Elbe“. Veröffentlicht wurde er am 19. Juli 2012. Ab hier der Originaltext der „Wittenberger Erklärung“.

Die Elbe ist der letzte noch relativ naturnahe Strom in Deutschland. Sie darf auf 600 Kilometern ungestaut fließen. Die größten zusammenhängenden Hartholzauenwälder Deutschlands wachsen hier. An ihren Ufern sind noch helle Sandstrände zu finden. Diese Kultur-und Naturlandschaft ist einzigartig in Deutschland. Darum setzen sich seit Jahrzehnten Umweltverbände, evangelische Landeskirchen längs der Elbe, Bürgerinitiativen und Anwohner vehement für den Schutz dieser einzigartigen Flusslandschaft ein.

Wir fordern die verantwortlichen Ministerien der Länder und der Bundesrepublik Deutschland auf, dem Erhalt des Lebensraums Elbe die oberste Priorität vor anderen Zielen zu geben. Im Einklang mit der EG-Wasserrahmenrichtlinie und den Zielen von Natura 2000 ist ein guter ökologischer Zustand herzustellen. Maßnahmen zur Verbesserung der Schiffbarkeit der Elbe sind nur zulässig, wenn sie der oben genannten obersten Priorität nicht entgegenstehen. Kompromisse führten oft zu einer Verschlechterung der ökologischen Situation der Elbe, ohne dass ein entsprechender Nutzen für die Gesellschaft eingetreten ist.

1. Das Tiefen-Ziel von 1,60 Meter muss nach 20 Jahren vergeblicher Bemühungen aufgegeben werden

Eine Fahrrinnentiefe von 1,60 Metern an 345 Tagen im Jahr zu gewährleisten, verlangt an der Elbe schwerwiegende Eingriffe, die mit den ökologischen Qualitätszielen unvereinbar sind. Im Schnitt wird an 3 -4 Monaten im Jahr dieses Tiefen-Ziel nicht erreicht. Sich ständig verlagernde Sandbänke, stark schwankende Wassermengen und ausgeprägte lange Niedrigwasserphasen können nur begrenzt oder überhaupt nicht ohne Schaden für die Flussökologie durch technische Maßnahmen beeinflusst werden.

2. Die Elbe als Wasserstraße ist unbedeutend – Baumaßnahmen blieben erfolglos

Trotz kontinuierlicher und kostenintensiver Baumaßnahmen haben die auf der Elbe transportierten Gütermengen ein historisches Tief erreicht. Nur 0,5% aller in Deutschland per Binnenschiff transportierten Tonnagen gehen über die Elbe. Die Verkehrsleistung in Tonnenkilometern liegt sogar nur bei 0,2%. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Elbe für die Güterschifffahrt ist sehr gering.

Sollten durch den angestrebten Vorrang der Umweltgüter dennoch nachweislich Härtefälle auftreten, sind Hilfen und alternative Konzepte für die wirtschaftliche Entwicklung erforderlich.

3. Die Elbe und ihre Auen sind ein sehr bedeutender Lebensraum für Fauna und Flora

Die Elbe ist ein vielfach geschützter Fluss. Fast auf ihrer gesamten Länge sind europäische Schutzgebiete ausgewiesen (FFH-und Vogelschutzgebiete). Ihre Flusslandschaft ist einer der Hot-Spots der Artenvielfalt. Immer mehr Menschen entdecken diese schöne Auenlandschaft. Der Flusstourismus wächst stetig und es entstehen Arbeitsplätze.

Die Ökosystem-Dienstleistungen der Flusslandschaft sind hinreichend klar zu ermitteln, Konfliktbereiche herauszuarbeiten und in das Gesamtprogramm einzubauen.

4. Der Stopp der Erosion der Flusssohle muss Priorität haben

Die Erosion der Flusssohle ist das größte Problem, die Schäden sind immens: Als Folge haben die Auen, das UNESCO-Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich und das UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe mit zunehmender Austrocknung zu kämpfen. Die negativen Folgen sind kaum umkehrbar und bedrohen nicht nur die beiden UNESCO-Gebiete, sondern auch die Land-, Forst-und Fischwirtschaft sowie die Trinkwasserbereitstellung. Durch die Verbauung der Ufer und Verstärkung der Buhnen wird dieser Prozess noch weiter beschleunigt. Die laufende anthropogene Geschiebezugabe reicht nicht aus.

Der natürliche Geschiebeeintrag aus den Nebenflüssen muss wieder reaktiviert werden, Ufer sind zu entsiegeln, die Anbindung von Flutrinnen, da wo möglich, sollte verfolgt werden. Ökologische Maßnamen müssen ergriffen werden. Alle relevanten Bundes-und Landesinstitutionen sowie Umweltverbände sollen fächerübergreifend in ein Sohlstabilisierungskonzept für die gesamte Elbe eingebunden werden.

5. Zeit für Wiedergutmachung

Die Eindeichungen der Elbe haben der Bevölkerung ein hohes Maß an Hochwasserschutz gegeben und sicherten gleichzeitig die landwirtschaftliche Nutzung weiter Flächen. Andererseits ist die Ausdehnungsfläche des Flusses bei Hochwasser dadurch erheblich eingeschränkt worden, was höhere Wasserstände zur Folge hat und was zum Verlust ökologisch wertvoller Überflutungsflächen und Auen führte. Seit dem Jahrhundert-Hochwasser 2002 wurden an der Elbe neue Deichrückverlegungsprojekte über insgesamt ca. 600 ha realisiert, und weitere 800 ha in Umsetzung. Das ist, verglichen mit den Notwendigkeiten und Möglichkeiten, entschieden zu wenig.

Durch Entsteinung der Ufer und Aufweitung des Flusses sowie durch Zulassen von Inselbildung sollen dynamische Lebensräume für flusstypische Vielfalt an Pflanzen und Tieren entstehen.

6. Elbegesamtkonzept mit dem Vorrang für Umweltschutz

Angesichts des Verhältnisses von ökologischer Bedeutung und volkswirtschaftlicher Bedeutung für den Güterverkehr ist eine Anerkennung der Priorität für Umweltschutzziele für jede Elbepolitik rational und unerlässlich.

Wir fordern eine Verkehrs-, Siedlungs, -Wirtschafts-und Agrarpolitik, die sich zu den Umweltschutzzielen bekennt und sie konsequent umsetzt.

Wir fordern eine Anpassung der verschiedenen Politiken an den ökologischen Bedarf der Flusslandschaft mit all ihren Komponenten.

Wir halten die Beteiligung der Bürgerinitiativen entlang der Elbe im Prozess der Ausarbeitung des Gesamtkonzepts für unabdingbar, da sie mit wesentlichen Beiträgen die Auseinandersetzung um die Zukunft der Elbe seit mehr als 15 Jahren unterstützen.

Wir erwarten von allen staatlichen Stellen, die mit dem Lebensraum Elbe befasst sind, den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen sowie ein koordiniertes Vorgehen mit der Bereitschaft, die gesellschaftlichen Bedürfnisse möglichst weit an den ökologischen Bedarf des naturnahen Flusses anzupassen und dadurch langfristig der Schöpfung und damit auch dem Menschen zu dienen.

Link zum PDF der „Wittenberger Erklärung zur Elbe“

Ohne komplette Fertigstellung auch kein wirklicher Nutzen: Petra Köpping und die Kürzung der Paragraph-4-Mittel für das Leipziger Neuseenland

7 Aug

Woher kommen die Mittel für die Umwandlung einstiger sächsischer Kohlegruben in schicke Seen? Aus sogenannten Paragraph-4-Maßnahmen. Über die Fortführung wird derzeit verhandelt. Jedoch: Momentan ist eine Kürzung im Gespräch. Zehn Millionen Euro, so der Streitwert. Fielen sie wirklich weg, wäre scheinbar nicht nur der Kanal zwischen Zwenkauer und Cospudener See in Gefahr, sondern auch der weitere Ausbau des Störmthaler Sees.

Petra Köpping war bis 2009 Landrätin des Landkreises Leipziger Land. Mittlerweile ist sie Abgeordnete im Sächsischen Landtag. Wir haben uns mit ihr zum Gespräch über die drohende Kürzung getroffen. Dabei zeigte sich die Markkleebergerin von der drohenden Abschmelzung des Paragraph-4-Budgets nicht unbedingt begeistert. „Wenn man jetzt auf halbem Wege aufhört, dann ist die Kritik der Bürger berechtigt, dass man hier Steuermittel in den Sand setzt“ sagt Köpping im Interview. „Denn“, so die Parlamentarierin weiter, „wenn es nicht vollkommen fertig geführt wird, wird es auch den Nutzen für die Zukunft nicht geben.“ Mehr von ihr im kompletten Audio. Zur von Köpping erwähnten Kleinen Landtagsanfrage zum Thema geht es hier.

DIe Träume von Olympia Leipzig 2012: Der Deutschlandfunk hat nachgeguckt was draus geworden ist

6 Aug

„Was wäre, wenn…? Ein beliebtes Spiel, das dieser Tage besonders in Mitteldeutschland einige Anhänger hat: Was wäre, wenn Leipzig tatsächlich den Zuschlag für die Olympia 2012 erhalten hätte?“ so lautet seit 4. August die Einleitung einer Sendungsbeschreibung für eine Produktion des Deutschlandfunks.

Thema: „Die Pläne von Olympia verschwanden genauso schnell in der Schublade, wie sie entstanden waren. Ist dennoch etwas geblieben von Leipzigs Olympiatraum?“ Inhaltlich geht es um den Kanupark, das Sportforum und Wolfgang Tiefensee. Länge des Beitrages: 4 Minuten 22 Sekunden.

Zur Sendung

Markkleeberger See, Neuseenland – Tagebaubilder von einst. Oder: Wie der Frevel langsam in Vergessenheit geriet

6 Aug

Ein Trend geht um: In der Messestadt ist immer öfter festzustellen, dass man auf echte Überraschung stoßen kann, sobald man auf die Vergangenheit von Cospudener See, Markkleeberger See & Co. verweist. „Das war eine Kohlegrube?“ ist eine Frage, die darauf gar nicht mehr so selten zu hören ist. Genau: Die Eltern des schicken Seenglücks haben ziemlich schmutzige Hände.

Aus diesem Grund an dieser Stelle einige Bilder, genauer: zwei, aus den Jugendtagen der Radio-Neuseenland-Redaktion. Aufgenommen entweder mit einer „Exa 1c“ oder einer „Praktica MTL 5“ – hinter der Absperrschranke, verbotenerweise nur wenige Meter von der Tagebaukante entfernt.

Bild eins: Wie Menschen aus Wachau und Markkleeberg bestätigen, zeigt dieses Bild das Gebiet, in dem sich heute der Markkleeberger See befindet. Der Damm in der Mitte? Mittlerweile zur Autobahn geworden. Rechts unten irgendwo befindet sich heute der Kanupark.

Foto zwei: Derzeit nocht nicht wieder verortbar, aber bis vor einigen Jahren ebenfalls noch Alltagsbild rings um die heute wieder so strahlende Messestadt. Die Kohle hatte viel seelisches Elend in die umzusiedelnden Häuser gebracht. Was sie in die neuen Hütten der dann abgebaggerten Umsiedler spülte, war nicht selten König Alkohol. Er war ein Mittel, um den Schmerz des Heimatverlustes zu betäuben und sich wenigstens des Nachts nicht wie ein Vertriebener fühlen zu müssen.

Dass das wieder andere Probleme brachte, muss nicht vorgetragen werden. Aber es darf ruhig mal wieder drauf hingewiesen werden: Das heutige schicke Seenglück hatte einen hohen Preis.