Archiv | Juni, 2012

Rathausnotiz Leipzig: Schwanenteich – Reinigung der Filteranlage und des Gewässerufers

27 Jun

Im beliebten Schwanenteich an der Oper Leipzig wird am morgigen Donnerstag der Pflanzeneinwuchs in der Filteranlage von einer Fachfirma entfernt.

Vorab musste der Wasserstand im Teich um circa 40 Zentimeter abgesenkt werden. Der niedrige Wasserstand wird seit heute gleichzeitig zur Beräumung von Müll, Unrat und abgestorbenen Gehölzresten entlang der Gewässerufer und auf der Wasserfläche genutzt. Dabei wird auch der vorhandene Fischbestand beobachtet und kontrolliert.

Nach Beendigung der Arbeiten wird sofort wieder Frischwasser über den Brunnen eingespeist, um den Normalwasserstand herzustellen. Danach kann die Kaskade wieder in Betrieb gehen. Sie dient der Stabilisierung der Wasserqualität in den Sommermonaten. Über den zusätzlichen Sauerstoffeintrag erfolgt eine bessere Wasserumwälzung.

Pressemitteilung B.U.N.D. Leipzig: Leipzigs Gewässer schützern

21 Jun

Der BUND Leipzig erneuert seine Forderungen nach einem nachhaltigen Tourismuskonzept, Streichung der nicht durch muskelkraftbetriebenen Boote in den sensiblen Bereich des Leipziger Auwaldes sowie einer stärkeren Regulierung der bislang zugelassenen Boote.

„Innerhalb des letzten Jahres mussten wir feststellen, dass die Anzahl an Booten auf Leipzigs Gewässern deutlich zugenommen hat. Das betrifft nicht nur die muskelkraftbetriebenen Boote, sondern vor allen Dingen auch Motorboote. Gerade auf der Weißen Elster in Schleußig lässt sich gut beobachten, dass nicht nur die durch die Stadt offiziell zugelassenen Boote fahren, sondern deutlich mehr – viele davon zu schnell und zu laut“, so Jürgen Kasek, Vorsitzender des BUND Leipzig.

Hinzu kommt, dass aktuell viele Anlieger der Weißen Elster sich eigene Zugänge zum Wasser legen und dort dann „offizielle“ Anlegestellen einrichten, ohne dass die Stadt eine Kontrolle durchführt. Aber auch von Seiten der Landesdirektion finden keine ausreichenden Kontrollen statt.

Zum Teil gibt es jetzt schon eine Übernutzung der Gewässer. Dadurch entsteht in erster Linie Lärm. Durch die überzogene Geschwindigkeit vieler Motorboote wird außerdem die Erosion der Uferböschung beschleunigt – mit negativen Folgeerscheinungen für Flora und Fauna. Ein Problem, das auch die Kosten der Unterhaltung der Leipziger Gewässer deutlich nach oben treibt. Das die steigenden Unterhaltungskosten innerhalb der Verwaltung bereits mitbedacht sind, darf bezweifelt werden.

„Wer für naturverträglichen Tourismus stehen will, muss auch Sorge dafür tragen, dass die aufgestellten Regeln eingehalten werden. Dies hat die Stadt Leipzig bisher versäumt“, so Kasek.

Durch eine generelle Schiffbarkeitserklärung wird die Situation weiter verschlechtert. Es mangelt an einem umfassenden Konzept für die Leipziger Gewässer und es mangelt an flächendeckenden Kontrollen, auch für die Paddler und Kanuten. Gerade in den sensiblen Bereichen des Leipziger Auwaldes müssen auch für die muskelkraftbetriebenen Boote Regeln gelten. Unachtsame Paddler können die Uferböschung beschädigen oder Starkpaddler, wie etwa die sogenannten Kanadier, den Untergrund aufwühlen.

Der BUND Leipzig fordert die Stadt daher dringend auf, zusammen mit der Landesdirektion ein umfassendes Schutzkonzept für die Leipziger Gewässer vorzulegen, in dem die Vorstellungen des wassertouristischen Nutzungskonzepts und ein effektiver Schutz der Umwelt miteinander in Einklang gebracht werden.

Elsterstausee: Gutachten zum Seebodenzustand übergabebereit

21 Jun

Neuigkeiten vom Elsterstausee: Das lange angekündigte Gutachten zum baulichen Zustand des Gewässers ist jetzt fertig. Das Papier mit dem Titel „“Untersuchung und Bewertung der Baugrundsituation des Elsterstausees mit anschließender Variantenuntersuchung zur Verbesserung der Dichtheit“ war im Rahmen einer Diplomarbeit entstanden.

 

Zwei Studenten der Leipziger HTWK hatten das marode Gewässer als Thema ihrer Abschlussarbeit gewählt. Ergebnisse daraus wurden scheinbar noch nicht veröffentlicht. 

Laut Förderverein soll die Untersuchung am 2. Juli 2012 dem zuständigen Bürgermeister für Umwelt, Ordnung und Sport, Heiko Rosenthal, übergeben werden. Man hoffe weiter auch auf die Unterstützung der Stadträte, hieß es vom Vorsitzenden Klaus-Werner Matzelt.

Zur Info bei elsterstausee.de

„Leipziger Auwaldschutz jetzt!“ – Petition gegen Motorboote

20 Jun

Noch rund 160 Tage läuft sie, die Petition „Leipziger Auwaldschutz jetzt!“. Die Unterschriftensammlung richtet sich gegen Motorboote auf Leipziger Gewässern. Ziel der Aktion: Der sächsische Landtag. Initiator ist ein Leipziger namens Wolfgang Stoiber.

 

Gestartet wurde das Unterfangen beim altbekannten Portal openpetition.de. Zum Anliegen heißt es von den Organisatoren: „Wir sind für einen sanften und naturverträglichen Tourismus, der die einzigartige Natur des Leipziger Auwaldes mit seiner schützenswerten Pflanzen und Tierwelt für uns und nachfolgende Generationen in seiner noch bestehenden Schönheit und Einzigartigkeit respektiert, erhält, pflegt und genießt.“

Wenn es um kraftstoffbetriebene Motorboote auf den Leipziger Gewässern geht, sei man aber dagegen – insbesondere auf dem Floßgraben, im Auwald sowie auf dem Cospudener See. Daher spreche man sich gegen die Erklärung der Schiffbarkeit auf diesen Gewässern aus.

 

Das Hauptargument in der Petitions-Begründung: Schutz des einmaligen Leipziger Auwaldes – auch weil zum Beispiel der Cospudener See auf schon ehemaligem Auwaldgebiet liegt. Stattdessen fordern die Petitionisten die „Entwicklung eines Konzeptes für sanften, naturnahen und ökologischen nachhaltigen Tourismus“.

Der MDR hatte dem Aufruf am 19. Juni zwei Fernsehminuten gewidmet. Am Morgen des 20. Juni hatte der Netzaufruf insgesamt 996 Unterstützer – 862 kamen aus Sachsen. Unterschriften können noch bis zum 29. November 2012 eingereicht werden.

Zur Petition

Schiffsanleger Störmthaler See

5 Jun

Am Störmthaler See sind scheinbar die Anleger für die zukünftige Schifffahrtslinie fertig gestellt worden. Dies geht aus einer Meldung der Gemeindeverwaltung Großpösna hervor. Drei Landepunkte soll es geben. Anleger eins ist am Kanal zum Markkleeberger See zu finden; Nummer zwei in Güldengossa. Rampe drei ist demnach in Störmthal gewachsen.

„Nur noch fünfzig Zentimeter fehlen am Endwasserstand des Störmthaler Sees“ heißt es in der Meldung der Dorfoberen weiter. Bald werde „das Befahren mit zunächst muskelbetriebenen Booten und einer Personenschifffahrt“ möglich sein. Trotz schnell steigendem Wasser und fehlenden Fördermöglichkeiten sei es gelungen, drei Schiffsanleger für die künftige Schifffahrt noch im Trockenen zu bauen. Der Endwasserstand könnte im September erreicht sein.

Zur Meldung bei grosspoesna.de

Deichbaumfällungen, Hochwasser, Tornadoerlass, Auwald, Klage: Das Leipziger Kettensägenmassaker im „Länderreport“

2 Jun

Die jüngsten Hochwasserschutzmaßnahmen im Leipziger Auwald und die damit einhergehenden massiven Baumfällungen sind heftig umstritten. Aus dem Disput ist mittlerweile eine Klage vor Gericht geworden. Nachdem sich die messestädtischen Medien bei dem Thema mittlerweile auffällig zurückhaltend zeigen, hat sich Deutschlandradio Kultur im Mai in einer halbstündigen Reportage mit den verschiedenen Ebenen dieser Auseinandersetzung beschäftigt.

Entstanden ist der Beitrag für die Reihe „Länderreport“. Autorin war Annegret Faber. „Die Macht von Tornados und Erlassen – gefällte Bäume und ein Rechtsstreit in Dresden“, so der von ihr für die Produktion gewählte Titel.

Faber im Ankündigungstext zum Inhalt: „In Dresden streiten Bürger und Verwaltung um viele Bäume. Der Anlass: Zum Schutz der Deiche sollen Tausende Bäume gefällt werden. Anwohner und Naturschützer aber können den Sinn und den Nutzen nicht erkennen und warnen vielmehr vor dem Schaden für die Umwelt. Da fallen Bäume einfach so um. Erst durch die Macht eines Tornados, dann auf Weisung von Menschen. Im Freistaat Sachsen sorgen diese seit Monaten anhaltenden ‚Baumfällungen auf menschliche Weisung‘ zu einem neuen Begriff im Volksmund: Tornadoerlass. Die Grüne Liga (Sachsen) klagte beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Fällerlass, der vom Sächsischen Umweltministerium Deichsicherungserlass genannt wird.“

Zu Wort kommen in diesem Bericht unter anderem: Nico Singer vom Ökolöwen, die Leiterin des Leipziger Umweltamtes Freifrau von Fritsch, die Bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Gisela Kallenbach, Prof. Martin Socher vom sächsischen Umweltministerium und der für die Grüne Liga klagende Leipziger Rechtsanwalt Wolfram Günter. Nichts zu hören ist indes vom Leiter der Talsperrenverwaltung Untere Pleiße, Axel Bobbe. Er habe über Monate keine Zeit für ein Interview gefunden, heißt es in der Sendung. Die Rodung sei schon ein Jahr her und Schnee von gestern, habe Bobbe am Telefon gemeint. Ob es keine besseren Themen gebe, habe er die Redakteurin weiter gefragt.

Rechtsanwalt Wolfram Günter sagte in der Reportage über die Gründe für die Klage: „Das ist ein absolutes Unding, nach dem demokratischen Rechtsstaat. Also wenn man sich schon allein die Grundlagen des Staates anguckt, mit gesetzgebender Gewalt und Verwaltung als ausführende Gewalt, der Basis des Rechtsstaats überhaupt, ist völlig klar, dass die Verwaltung Recht anzuwenden hat. Das ist ihre Aufgabe. Aber die kann sich nicht selbst einen Erlass schreiben, Gesetze gelten für uns nicht. Das hat sie aber gemacht hier in Sachsen.“ Der Tornadoerlass würde Kompetenzen überschreiten und sei ganz klar „für sich genommen schon ein völlig unglaubliches Vorgehen“, so Günter weiter.

Eine Milliarde Euro seien bis 2020 für Hochwasserschutzmaßnahmen in Sachsen vorgesehen, heißt es im Beitrag schließlich. Geht es dabei nur um Bürgerschutz oder könnte es sich bei den Investitionen auch um ein verborgenes Konjunkturprogramm handeln? Auch diese Frage wird gestriffen, bleibt letztlich aber ungeklärt. Bei ihrer Arbeit hat die Redakteurin jedoch auch ein bislang noch wenig beleuchtetes Detail dieses Verwaltungsvorganges ins Licht der Öffentlichkeit gebracht. Faber im Manuskript: „Der Anlass für die radikalen Baumfällungen war eine Deichabsenkung, die angeblich durch das Hochwasser 2011 entstanden sein soll. Diese Absenkung wird aber bereits im Hochwasserschutzkonzept des Jahres 2005 festgestellt. Der triftige Grund, schnell zu handeln, war also schon über sechs Jahre alt.“

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Manuskript zur Sendung