Archiv | April, 2012

Neues Leipziger Seenland: Milliarden, Millionen, Paragraph 4

25 Apr

1,8 Milliarden Euro sind nach Angaben des Regionalen Planungsverbandes bisher in die Braunkohlesanierung in Westsachsen geflossen. Die Zahl wurde Mitte April bekannt. Sie unterstützt eine frühere Aussage von Markkleebergs Oberbürgermeister Klose – erinnert aber auch an ein Ereignis, das sich im Jahr 2009 zugetragen hat.

Damals tauchte die Idee eines Golfhotels für den Cospudener See an den neuen Ufern des Neuseenlandes auf. Das Projekt war umstritten. Auf einer Diskussionsveranstaltung verteidigte das Stadtoberhaupt das Vorhaben sinngemäß mit dem Argument, dass zwei Milliarden Euro nicht in die Hand genommen worden wären, um danach Trampelpfade um die Seen zu haben.

Letztlich konnte die Veranstaltung nicht als Sternstunde der Befürworter dieser Idee verbucht werden. Unter anderem weil dabei bekannt wurde, dass die angeblich mit diesem Investor einmalig gegebene Chance am Ende kaum mehr als eine Luftnummer war. Er selbst wollte nur einen Teil des Projektes aus der eigenen Tasche finanzieren – für große Anteile jedoch sollten Fördermittel fließen.

Solche Gelder kommen im neuen Leipziger Seenland zumeist aus dem Topf für sogenannte Paragraph-4-Maßnahmen. Dahinter verbirgt sich ein Bund-Länder-Abkommen zur Braunkohlesanierung – sprich: ein Regelwerk für den Wiederaufbau nach dem Tagebau. Derzeit wiederum wird verhandelt, wie es mit den Paragraph-4-Maßnahmen zukünftig weitergehen soll. Auf dem Wunschzettel der Seenverwalter und -planer stehen weitere rund 30 Millionen Euro.

Nachdem man sich Ende 2011 bei diesen Unterredungen schon auf einem guten Weg sah, gab es am 16. April 2012 eine Informationsrundfahrt für Politiker, Entscheider und Medienleute an die neuen Ufer der Messestadtregion – um über die bisherige Verwendung zu informieren und für diesen dringend benötigten Nachschlag zu werben.

Was diese Exkursion brachte und wie sie sich auf den Ausgang der Verhandlungen über weitere Paragraph-4-Mittel auswirken wird, ist derzeit noch offen.

Fakt jedoch ist: Sollte der Finanznachschub gewährt werden, zumal in voller Höhe, wäre das sicher ein Grund zum Jubeln, denn nach jahrzehntelangem Raubbau ist an den Kohlelöchern rings um Leipzig auch heute noch einiges zu tun.

Andererseits müsste dieser Geldsegen aber auch als ein Signal verstanden werden, aufmerksam zu bleiben: Eben nicht nur mit der Verwaltung den Zuschlag zu beklatschen, sondern – gerade nach solchen Erfahrungen wie mit dem Golfhotel – ihr auch weiter auf die Finger zu gucken, was sie letztendlich daraus macht.

Pressemitteilung Stadt Markranstädt: 3,4 Millionen Euro Fördermittel Westufer Kulkwitzer See

20 Apr

Markranstädt, 20. April 2012: Die Freude bei Stadt Markranstädt ist riesige, denn gestern wurde Bürgermeisterin Carina Radon durch Dr. Michael Feist von der Landesdirektion Leipzig persönlich der Fördermittelbescheid für das „Westufer Kulkwitzer See“ in Höhe von ca. 3,4 Mio. Euro überreicht. Die Mittel werden dringend für die Modernisierung der Infrastruktur des Erholungsgebietes am Westufer des Sees benötigt.

Das Erholungsgebiet „Kulkwitze See“ entstand in den 1970iger Jahren aus einem Tagebaurestloch. Als mittlerweile ältester See im Leipziger Neuseenland entwickelte sich hier ein beliebtes Erholungsgebiet. Jedoch spiegeln insbesondere Wege und Gebäude entlang des Westufers den Charme der 1970iger Jahre wider.

Die Wege sind in einem schlechten Zustand und die Beleuchtung im Bereich Westufer mehr als unzureichend. Familien mit kleinen Kindern bzw. Kinderwagen, ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen ist der Zugang nur unter erschwerten Bedingungen oder gar nicht möglich. Attraktive und ökologisch angepasste Freizeitangebote fehlen ganz.

Mit den Fördermitteln will die Stadt Markranstädt eine Uferpromenade am Westufer realisieren und den Seerundweg ausbauen. Entlang der Promenade werden drei thematische Bereiche für unterschiedliche Zielgruppen entstehen.

Eine so genannte Fitness-Insel wird Aktivitäten für Jung und Alt bieten. Die Freizeit-Insel dient als Treffpunkt zum Verweilen. Der dritte Platz die Panorama-Insel wird zudem einen direkten barrierefreien Zugang zum See ermöglichen. Ein solcher Zugang ist nahezu einmalig in der Region.
Auch die Parkplatzsituation wird sich verbessern. Zum einen wird der Parkplatz in der Oststraße modernisiert und zum anderen ein weiterer saisonaler Parkplatz geschaffen. Dadurch wird sich die Parksituation gerade in den Sommermonaten verbessern und können Veranstaltungen, wie z.B. eine Segelregatta, entspannter durchgeführt werden. Darüber hinaus wird durch Investition die bestehende Natur
geschützt und die gute Wasserqualität auch langfristig erhalten bleiben.

„Mit den Mittel sichern wir die Entwicklungsperspektive des Kulkwitzer Sees und der ansässigen Vereine. Für Markranstädt ist das im Städtevergleich eine herausragende Chance.“, ist sich Bürgermeisterin Carina Radon sicher. Denn sie wünscht sich einen See, der von allen – Jung und Alt, Familien, Senioren, Menschen mit Handicap und Gästen der Stadt, genutzt werden kann.

Die Kosten für das Gesamtvorhaben werden auf rund 6,0 Mio. Euro geschätzt. Förderfähig davon sind ca. 4,5 Mio. Euro. Damit erhält die Stadt Markranstädt eine nicht rückzahlbare Zuwendung auf den förderfähigen Anteil von 75 Prozent.

Zitat der Woche: OBM Simone Luedtke bei MDR 1 Radio Sachsen zu Tourismus in Borna, Zwenkau, Markkleeberg und Neuseenland

18 Apr

„Ich muss sagen, wir sind zwar die Kommune mit den meisten Seen, aber den Verbund – diese Vernetzung mit den Seen für die Boote – das wird bei uns nie erreichbar sein, das funktioniert bei uns nicht“ sagte die Oberbürgermeisterin der Stadt Borna, Simone Luedtke, am 13. April bei MDR 1 Radio Sachsen.

Hintergrund: Die Seen-Kommune an der Wyhra ist kein Mitglied im Tourismusverein Leipziger Neuseenland – und will daran scheinbar auch nichts ändern. Man sei schon seit zwanzig Jahren im Fremdenverkehrsverband Kohrener Land aktiv und wolle das auch bleiben, so die Vorsteherin des 20.000 Seelen-Städtchens im Gespräch mit dem Heimatsender. Zwei Mitgliedschaften in Tourismusvereinen kämen nicht in Frage.

An den Bornaer Gewässern setze man mehr auf den ruhigen Tourismus – dass man wandern und spazieren gehen kann, hieß es von Luedtke weiter. Alle, die mit Inlineskates fahren wollten, könnten das in Markkleeberg oder Zwenkau tun. Menschen hingegen, die Natur genießen wöllten, die „kommen zu uns“, so die Bürgermeisterin schließlich. Sprich: Nach Borna.

Nachtrag, 18. April, 22.27 Uhr: Im RSS-Feed von MDR 1 Radio Sachsen lautete der Aufmacher zu diesem Beitrag übrigens „Hat Borna kein Interesse an Touristen?“ Diese Überschrift kann als „eher unglücklich gewählt“ eingestuft werden, weil eine Vorbewertung stattfindet, die vom Inhalt des Beitrages nicht gedeckt wird.

Erstens hat OBM Simone Luedtke in ihren Worten durchaus Interesse am Tourismus signalisiert, nur dass der eher der ruhigeren Natur sein darf. Zweitens erweckt die Überschrift den falschen Eindruck, dass eine Kommune, die auf „sanften Tourismus“ setzt, gleichzeitig auch schlechtere Karten hat.

Warum Autor und Sender sich zu so verzerrend markigen Einleitungsworten hinreißen ließen, darf geklärt werden. Streng genommen scheint hier jemand vergessen zu haben, dass Reporter mit öffentlich-rechtlichem Auftrag vor allem der objektiven und neutralen Berichterstattung verpflichtet sind.

Zum Beitrag bei MDR 1 Radio Sachsen (Netzverweildauer unbekannt)

Erneuern & sanieren am Karl-Heine-Kanal: Einschränkungen im Bereich S-Bahn-Brücke im Mai

11 Apr

Pünktlich zur frisch gestarteten Wasserwandersaison ist im kommenden Wonnemonat im Bereich der S-Bahn-Brücke über den Karl-Heine-Kanal mit Einschränkungen der Bootsdurchgängigkeit zu rechnen.

Wie gewaessverbund.de am 11. April meldete, sind hier vom 7. bis zum 31. Mai Beeinträchtigungen durch Bauarbeiten zu erwarten. Der Anlass: Ausbau der Bahnstrecke Leutzsch-Plagwitz und damit verbundene Erneuerung der Brückenbauwerke.

Für die Gegend um die „Karl-Heine-Brücke“ wird zwischen Ende April und Anfang Juni um erhöhte Vorsicht bei der Befahrung gebeten – es dürfte sich um den Abschnitt zwischen König-August-Brücke und Saalfelder Brücke handeln.

gewaesserverbund.de

Rathausmeldung: Weiße Elster, Leipzig, Abriss Brücke Buntgarnwerke

11 Apr

Die von der Nonnenstraße aus zugängliche Brücke über die Weiße Elster auf dem Gelände der ehemaligen Buntgarnwerke wird wohl bald Geschichte sein. Das Bauwerk befindet sich in Privatbesitz. Wie das messestädtische Dezernat für Stadtentwicklung und Bau am 10. April mitteilte, muss es abgerissen werden. Grund: Der Bauzustand.

Die Stadtverwaltung in der Mitteilung vom Dienstag über die Geschichte des scheinbar unrettbaren Überleiters: „Die 1907 errichtete Brücke war ursprünglich Teil des Eisenbahnanschlusses der Buntgarnwerke. Über sie konnte das auf Schleußiger Seite gelegene Werksgelände erreicht werden. Nach der Einstellung des Eisenbahnverkehrs diente sie als Fußgängerbrücke. Seit längerer Zeit war sie gesperrt. Um eine Gefährdung des Bootsverkehrs auf der Weißen Elster durch herabfallende Teile zu vermeiden, veranlasste einer der Eigentümer die Anbringung von Schutznetzen.“

Ein Bauzustandsgutachten und eine Kostenberechnung durch ein unabhängiges Büro hätten dann ergeben, dass eine Sanierung der Brücke für die Eigentümer unzumutbar ist. Ein baldiger Abbruch der Eisenbahnbrücke sei unumgänglich.

Über den Zeitpunkt der Abrissarbeiten wurden keine Angaben gemacht. Auch gab es keine Informationen, ob und welche Einschränkungen es während der Rückbaumaßnahme für den Bootsverkehr auf der Weißen Elster geben wird.

Verpasste Chance am Markkleeberger See: Grüne Kritik an der Entscheidung gegen Verlängerung der Straßenbahnlinie 11

10 Apr

Die Markkleeberger Ortsgruppe der Grünen ist von der Entscheidung gegen die Verlängerung der Straßenbahnlinie 11 bis an den Markkleeberger See nur mäßig begeistert. Der Stadtrat der Pleißekommune hatte am 21. März den Schienenanschluss für das Gewässer mit knapper Mehrheit abgelehnt. Aus Sicht der Grünen ist das jedoch eine fatale Fehlentscheidung.

„Man hat hier provinzialem Denken den Vorzug gegenüber einer nachhaltigen Entwicklung eingeräumt, von der nicht nur die Markkleeberger profitieren könnten, sondern auch das Umland und der gesamte Tourismus in der Region“, so Ortsverbands-Sprecher Tommy Penk in der April-Ausgabe der „Markkleeberger Stadtnachrichten“.

 

Laut Ortsblattangaben der Umweltaktivisten habe eine Umfrage unter Gastronomen am Markkleeberger See ergeben: Gerade die Wirte würden sich von einer Verlängerung der Straßenbahnlinie Vorteile erhoffen.

Trotz dieses Hintergrundes sehen die Markkleeberger Grünen in diesem Ausbauvorhaben aber nicht nur wirtschaftliche Effekte. „Eine bequeme Mobilität würde für ein modernes Markkleeberg sorgen und in die Region ausstrahlen“, so die Ortsgruppe in den „Stadtnachrichten“ weiter.

Dennoch sei die Idee der LVB abgelehnt worden – obwohl auf die Stadt keine Kosten zukommen würden. Ob die Verkehrsbetriebe das Projekt jetzt trotzdem angehen würden, sei derzeit fraglich.

SPD und Grüne hätten dem Antrag zugestimmt – abgelehnt worden sei er von CDU, FDP und Die Linke. Aus Sicht der Öko-Partei müssten die Folgen nun „die hiesigen Unternehmen, Seenbesucher und mobilitätseingeschränkten Menschen tragen, die auf eine Besserung der Situation gehofft hatten“.

Schade ist es angesichts dieses Ausganges aber auch um die bisher schon für dieses Vorhaben getätigten Vorarbeiten. Schließlich ist der Parkplatz an der Seepromenade in Markkleeberg-Ost schon so gestaltet, dass er im Fall des Falles problemlos zur Straßenbahnend- und Wendestelle umgewandelt werden kann.

Mit neuen Decks zu neuen Ufern: Markkleeberger See <<< Schifffahrt >>> Störmthaler See

6 Apr

Die Personenschifffahrt auf dem Markkleeberger See steht vor einem Neustart und gleichzeitig einem Aufbruch in neue Dimensionen: Wie die Uferverwaltung mitteilte, sollen auf dem Gewässer am Kanupark ab dieser Saison wieder Touren mit einem Fahrgastschiff angeboten werden. Ein erstes Boot könnte ab Mitte 2012 auf den See geschickt werden – den Entwurfsskizzen zufolge unterscheidet es sich in Größe und Ausstattung deutlich vom bisherigen Angebot der „Solaria 1“.

Den Seenbetreibern der Entwicklungsgesellschaft Gewerbe und Wohnen (EGW) zufolge werde das Schiff derzeit gebaut und soll einmal Platz für zirka 120 Personen bieten. Als Betreiber wird eine Firma „Personenschifffahrt im Leipziger Neuseenland Markkleeberger See & Störmthaler See GmbH & Co. KG“ genannt. Zunächst ist im sechsten Jahr des Seebestehens ein Schiffspendelbetrieb zwischen der Seepromenade und der Auenhainer Bucht vorgesehen. Dafür würden an der Seepromenade in Markkleeberg-Ost und an der Straße „Bootssteig“ in Auenhain neue Anleger entstehen.

Ab 2013 wolle das Unternehmen jeweils von April bis Oktober dann auch den Bedarf einer regelmäßigen Personenschifffahrt auf dem Markkleeberger und dem Störmthaler See abdecken. Die EGW zu den Einzelheiten: „Der Schiffsneubau bietet insgesamt zirka 130 Fahrgästen – davon jeweils 60 im Salon und auf dem Freideck – Platz. Es ist nach dem neuesten Stand der Technik gebaut und hat die Zulassung durch die Schiffsuntersuchungskommission. Das Fahrgastschiff ist zudem beheizbar und mit einer Klimaanlage ausgestattet.“

Wie schon in der Ausschreibung angekündigt, müssen für den neuen Passagierbetrieb im Osten Markkleebergs noch weitere neue Einrichtungen errichtet werden. EGW: „An der Seepromenade soll neben einem Anleger auch noch ein Betriebs- und Servicegebäude mit einem Ticketverkauf entstehen. Im Rahmen des Gewässerverbundes mit dem Störmthaler See ist in den kommenden Jahren der Bau von weiteren Anlegern in den Ortslagen Güldengossa, Störmthal und auf der Magdeborner Halbinsel geplant. Außerdem sollen auf der Magdeborner Halbinsel ein neues Trockendock und eine moderne Hellinganlage entstehen.“

Ebenfalls gemäß Ausschreibung ist als Schiffsbauart die des „Kopflanders“ gewählt worden. Dadurch sei ein barrierefreier Zugang jederzeit gewährleistet. Auch mit Kinderwagen und Fahrrädern sei der Schiffsverkehr auf dem Markkleeberger See damit problemlos zu nutzen. Außerdem sei künftig an Bord auch eine gastronomische Versorgung möglich.

Zur Meldung bei markkleeberger-see.de