Kurznotiz: „Beach & Boat“ 2012 – erster Messetag

17 Feb

Seit Donnerstag und noch bis Sonntag wird auf dem Neuen Messegelände die vierte Ausgabe der Wassersportmesse „Beach & Boat“ gefeiert. Das Besucheraufkommen am ersten Tag war übersichtlich. Das allerdings war auch bei den drei vorherigen Ausgaben nicht anders. Der Donnerstag ist eben ein Arbeitstag. Die großen Besucherströme rollen am Wochenende. Dann, wenn auch auf der großen gleichzeitig stattfindenden Rahmen-Messe „Haus Garten Freizeit“ die Bude brummt.

Welches Zeugnis das für das maritime Interesse der Leipziger ist, muss an anderer Stelle bewertet werden. Fakt aber ist: Durch die nur teilgefüllten Gänge war an den Ständen viel Zeit für ausgedehnte Gespräche. Dadurch zeigte sich die „Beach & Boat“ wieder von jener Seite, für die wir sie seit ihren Anfängen lieben: Als Klassentreffen der Neuseenlandgestalter und damit prall gefülltes Wissensbecken, dem man die Informationen nur noch abschöpfen muss. Unsere Angel bestand aus Notizblock und Mikrofon.

Entstanden sind beim diesjährigen Messebesuch unter anderem wieder Interviews mit Bernd Herold und Fritz Kayser-Mosebach. Der Bootsmann aus der Antonienstraße wurde unter anderem zu seiner Sicht auf die letzten fünf Jahre der Entwicklung der Wasserstadt Leipzig befragt. Kayser-Mosebach beschrieb sein Brennstoffzellenboot, das er für das Leipziger Neuseenland entwickelt hat und er auch auf der Messe bestaunen lässt. Außerdem berichtete er vom aktuellen Stand der Dinge seiner Aktivitäten in Zwenkau und am Hainer See.

Ebenfalls gesprochen haben wir mit Jörg Albrecht. Der Solarboot-Pionier vom Berliner Ingenieur-Büro “Techno Consult” war und ist auf der Messe mit einer eigenen Konstruktion und Vorträgen zu alternativen Bootsantrieben zu erleben. Im Gespräch mit ihm ging es um die Frage, warum alternative Antriebe trotz explodierender Spritpreise, Motorenlärm und Dieselrußerei bei den konventionellen Arten es immer noch so schwer haben, sich durchzusetzen. Nebenbei kam heraus, dass auch Albrecht in grauer Vorzeit an der Entwicklung des LeipzigBootes beteiligt war. Das Interview mit ihm wird wie die anderen im Nachgang zur Verfügung gestellt.

Was es noch Neues gab am ersten Tag der „Beach & Boat“ 2012? Natürlich: Die Potenzialanalyse für die Machbarkeit eines kompletten Elster-Saale-Kanales wurde vorgestellt. Präsentiert wurde sie am Nachmittag beim Seenland-Kongress. Das völlig unerwartete Ergebnis: Ja, eine Realisation kostet viel Geld. Aber einmal umgesetzt würde dieses Projekt ein beachtliches Tourismus-Potenzial für ganz Mitteldeutschland mit sich bringen. Näheres wird sicher den Edelfedern der Tagespresse-Redaktionen zu entnehmen sein.

Auf der eigentlichen Messe waren ansonsten erstaunlich viele altbekannte Aussteller-Namen zu sehen. Frage daher: Lohnt sich ein Besuch der „Beach & Boat“ 2012 überhaupt? Die Antwort lautet dennoch: „Unbedingt“. Wenn das maritime Bewusstsein der Leipziger momentan noch hinkt – dann wird es Zeit, aufzuwachen. Die Messemetropole erlebt derzeit einen enormen Wandel hin zu einer Wasserstadt. Von den dahintersteckenden gewaltigen Triebkräften auch nur einen Hauch zu erkennen, dafür kann diese Schau eine perfekte Plattform sein – wenn man sich nicht vom bunten Trubel auf dem „Beach & Boat“-Pool ablenken lässt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: