Archive | Januar, 2012

Schifffahrt auf dem Störmthaler See: Ab Januar 2012 entstehen die Landeplätze

31 Jan

Über viele Jahrzehnte war es nicht mehr als ein Verwaltungsversprechen, seit einer reichlichen Dekade wird aber aus der einstigen Idee eines Leipziger Neuseenlandes mehr und mehr Realität. Der Cospudener See hat sich schon lange in die Herzen der Messestädter und ihrer Besucher gespielt. Auch sein kleiner Bruder, der Markkleeberger See, ist mit der Seepromenade, dem Kanupark und wachsenden Ufern auf einem guten Weg.

Seit einigen Monaten häufen sich allerdings die Vorzeichen, dass die Gewässerregion Leipzig schon bald auch mit einem weiteren neu entstandenen Gewässer punkten kann – mittlerweile steht auch für den Störmthaler See das Flutungsende kurz bevor.

Mit diesem Ziel werden am neuen Gewässer zwischen Güldengossa und Dreiskau-Muckern immer öfter Nägel mit Köpfen gemacht. „Vineta“ schwimmt schon, das „Highfield“ ist da und wächst, auch ein Feriendorf scheint Fortschritte zu machen. Jetzt folgt ein weiteres neues Projekt: An den Rändern des ehemaligen Tagebaus werden Fakten für die Schifffahrt geschaffen.

„Baubeginn für Schiffsanleger am Störmthaler See“ hieß es deshalb Anfang des Jahres der Verwaltung der zukünftigen Seen-Gemeinde. Drei Landeplätze seien vorgesehen. Sie sollen ab dem 30. Januar entstehen.

Einzelheiten dazu wurden vom Bauamt des Gemeindeverbundes Großpösna geliefert. Behördenchef Detlef Richter teilte auf grosspoesna.de zu den Hintergründen mit: „Die drei Standorte für die Anleger befinden sich am Gewässerverbund zum Markkleeberger See, unterhalb der Ortslage Güldengossa und auf Höhe des alten Aussichtspunktes südlich der Ortslage Störmthal. Diese Anleger werden für sogenannte Kopflander hergestellt.“

Kopflander, so die Gemeinde, seien „Schiffe, die mit dem Bug an die Anlegestelle anfahren, so dass Zu- und Ausgang des Schiffes sich am Kopf des Schiffes befinden.“ Der Standort südlich von Störmthal sei dabei notwendig, da nur an dieser Stelle ein geeigneter Rettungszugang für die Feuerwehr errichtet werden könne. 2013 könnte es losgehen, dass die Stege auch von Schiffen angesteuert werden.

www.grosspoesna.de

Schönes Biotop, aber nicht wie geplant: MDR 1 Radio Sachsen und das „Kiefernsterben in der Neuen Harth“ zwischen Zwenkau und Leipzig

26 Jan

„Aus dem Kiefernbestand ist inzwischen ein schönes Feuchtbiotop geworden – mit Schilf und Rohrkolben aufgrund der Vernässung; das verträgt die Kiefer nicht ganz so“ sagte Karsten Pietsch vom staatlichen Forstbetrieb am 25. Januar bei MDR 1 Radio Sachsen zum Kiefernsterben in der Neuen Harth zwischen Leipzig und Zwenkau.

Dreißig Jahre alte Kiefernbestände seien komplett braun und knickten um, hieß es im Beitrag von Reporterin Heike Fiedler zur derzeitigen Situation der Wiederaufforstung nach dem Tagebau. Zwar habe man auch jetzt eine Art Biotop mit Enten, Schilf und Schwarzwild. Vom ursprünlichen Ziel eines massiven Waldgebietes sei man aber weit entfernt.

Der Grund auch hier: Der Grundwasseranstieg, respektive Grundwasserwiederanstieg, den nach dem tiefen Eingriff in die Natur scheinbar zuwenige Bergbausanierer auf dem Zettel hatten. Jetzt werde versucht, neue Gräben anzulegen oder alte zu reaktivieren. Außerdem sollen Bäume angepflanzt werden, die mit viel Wasser umgehen können, also Birken oder Eichen.

Zum Beitrag (Achtung: möglicherweise 7-Tagesfrist)

Ausstellung „Leipziger Südsee“: Zwenkauer Tagebaufotografien von Thomas Götze im Stadtgeschichtlichen Museum

23 Jan

Bald ist der Zwenkauer See ein vollständig geflutetes Gewässer – in Leipzig wird jetzt aber noch einmal die Geschichte des Tagebaus Zwenkau aufgerollt. Im Stadtgeschichtlichen Museum der Messestadt ist seit dem 18. Januar 2012 eine Foto-Ausstellung über die letzten Tage und Monate der Grubenarbeit am Südrand der Pleißemetropole zu sehen. Gezeigt werden Werke des Fotografen Thomas Götze. Der letzte Braunkohleabbau vor den Toren der Stadt Leipzig fand bis 1999 im Tagebau Zwenkau statt.

Götze habe die Endphase des Bergbaus mit der Kamera begleitet, hieß es aus dem Museum zu den Hintergründen der Schau. Die Organisatoren weiter: „Es entstanden faszinierende Bilder einer vom Menschen geschaffenen Landschaft in der Übergangsphase zur Rekultivierung. Die Verbindung von Himmel, Erde und Wasser als unerschöpfliches fotografisches Thema wurde in vielfältiger Weise variiert und verleiht der umgeformten Landschaft einen spezifischen Reiz.“ Erste Ansiedlungen von Pionierpflanzen seien ebenso im Bild festgehalten wie durch mineralische Auswaschungen verfärbte Grubenwässer.

Aufgenommen worden seien die Lichtbilder kurz vor und kurz nach der Einstellung der Kohleförderung. „Die über 500 Meter lange Förderbrücke war bereits stillgelegt, aber noch vollständig erhalten“ hieß es von den Ausstellungsorganisatoren zur zeitlichen Einordnung. „Die gigantische Abraumförderbrücke, die Schaufelrad- und Eimerkettenbagger wirken auf den Fotos wie ein Friedhof von Dinosauriern, deren Wirkungsstätte schon heute durch einen weiteren See im Süden von Leipzig bedeckt ist.“

Die Fotoschau ist bis zum 11. März 2012 zu sehen. Das „historische Gedächtnis der Stadt“, wie das Stadtgeschichtliche Museum in einer Selbstbeschreibung auch genannt wird, ist im Böttchergässchen Nummer 3 zu finden und dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Eintritt: 3,00/ermäßigt 2,00 Euro.

Zurück: www.radioneuseenland.de

Netzwelt Neuseenland: strandcafe-markkleeberg.de

19 Jan

Das Strandcafé Markkleeberger See findet sich an der Nordseite des 2006 eröffneten Gewässers in Markkleeberg Ost. Das Gasthaus besteht aus den zwei Abteilungen „Restaurant“ und „Eiscafé“ und lädt seit November 2008 zwischen Uferpromenade, Steganlage und Strandbad zum Verweilen ein. Der Netzauftritt des Lokales beschränkt sich großteils auf die für Gastro-Seiten mittlerweile üblich gewordenen Standards – ist also neben Wein-, Speise- und Getränkekarte auch mit Anfahrtsinformationen und einem Reservierungsformular ausgestattet. Zusätzlich wird hier aber noch die Netz-Tradition einer Link-Liste gepflegt. Außerdem bietet der Web-Space hinter strandcafe-markkleeberg.de oder strandcafe-leipzig.de eine Rubrik mit Informationen über zu vergebende Jobs. Das Haus selbst ist montags bis sonnabends ab 12.00 Uhr und sonntags ab 10.00 Uhr geöffnet. Gäste die mit dem Auto anreisen müssen, können den Parkplatz an der Seepromenade in den Wintermonaten zwischen 19.00 und 23.00 Uhr kostenlos nutzen. Freunde des öffentlichen Nahverkehrs können mit der Straßenbahn fast bis direkt vor die Wirtshaustür fahren – von der Endstelle der „11“ bis zum Strandcafé sind es nur runde 350 Meter. www.strandcafe-markkleeberg.de

Restrisiko Kohleförderung Kulkwitzer See?: Gisela Kallenbach hat eine Kleine Anfrage formuliert

17 Jan

Die Bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Gisela Kallenbach hat der sächsischen Staatsregierung im Dezember 2011 eine weitere Kleine Anfrage zum Thema Wasserstadt und Neuseenland geschickt. Diesmal ging es um den Kulkwitzer See.

Die Leipziger Bürgerrechtlerin in ihrer Vorbemerkung zum dahinter steckenden Anliegen: „Die Gemeinde Markranstädt („plant“ – Anm.d.Red.) am Westufer des Kulkwitzer Sees den Bau eines neuen Wohngebietes. Der Kulkwitzer See ist wie der Concordia See nicht saniert. Lediglich in Teilabschnitten wurden Maßnahmen ergriffen, die Erosion zu bremsen und steile Uferböschungen zu stabilisieren. Seit zwei Jahren wird nach Ursachen der Erdrutsche am Concordia See und in der Lausitz gesucht. Bisher ohne Ergebnis.“ Daher stelle sich die Frage, ob auch am Kulkwitzer See Risiken für Erdrutsche gegeben sein könnten.

Die Antworten tragen das Datum 5. Januar 2012. Unterschrieben waren sie vom derzeitigen sächsischen Minister für Verkehr, Wirtschaft und Arbeit, Sven Morlok. Frage eins für ihn lautete: „Vor dem ersten Weltkrieg wurde südlich von Markranstädt Braunkohle abgebaut. Ein Teil der alten Schächte ist eingestürzt. Kann ausgeschlossen werden, dass weitere Schächte einstürzen? Welche Untersuchungen gibt es?“

Morlok dazu: „In Gebieten mit Altbergbau können Tagesbrüche oder andere negative Auswirkungen auf die Tagesoberfläche nicht ausgeschlossen werden. Das Oberbergamt hat im November 2011 die Sicherung eines Tagesbruches in Markranstädt, Gemarkung Albersdorf, beendet. Die Bergbehörde wertet dazu gegenwärtig Altakten aus, um möglicherweise weitere Gefahren zu erkennen. Die Ergebnisse dazu werden im 1. Quartal 2012 vorliegen.“

Das bündnisgrüne Kulkwitzer Ufer-Anliegen Nummer zwei: „Im Boden gibt es Sandadern, die durch das in den See fließende Grundwasser frei gespült worden sein könnten, sodass sich Hohlräume im Uferbereich gebildet haben könnten. Gibt es dazu Untersuchungen?“ Hierzu hieß es vom Minister lediglich: „Die Existenz derartiger Hohlräume sowie Untersuchungen zu derartigen Hohlräumen sind nicht bekannt.“

Kallenbachs See-Anfrage Teil drei: „Das Südwestufer besteht aus einer Hochkippe mit zum Teil sehr steilen Ufern. Hier könnten durch Frost, Wasser und Setzungen sowie Wellenschlag die Ufer soweit destabilisiert werden, dass sie in den See rutschen. Kann diese Gefahr ausgeschlossen werden?“

Ihr wich der amtierende SMWA-Behördenchef in seinen Zeilen weitgehend aus. Morlok: „Sowohl an natürlich entstandenen als auch an nicht natürlich entstandenen Böschungen kann die Gefahr von Rutschungen nicht ausgeschlossen werden.“

Schließlich wollte die Bundesverdienstkreuzträgerin Kallenbach wissen, welche Vorkehrungen es für den Fall gibt, dass „trotz aller möglicherweise durchgeführten Untersuchungen Restrisiken bestehen?“ Genauer: „Wer haftet im Fall eines Unfalles bei Schäden wie in Nachterstedt?“

Hier allerdings wurde der Minister so konkret, dass es für das geplante und heftig umstrittene Wohngebiet am Westufer durchaus auch brenzlig werden könnte. Sein Haus und das Oberbergamt seien für die Abwehr von Gefahren, beispielsweise durch Halden, Hohlräume und Restlöcher, zuständig. Angesichts eventueller noch nicht erkannter Probleme hieß es aber von Morlok: „Für den Bereich des Kulkwitzer Sees gibt es keinen Rechtsnachfolger der Bergbautreibenden. Das Baugrundrisiko fällt auf die Grundeigentümer oder mögliche Bauherren.“ Gute Voraussetzungen für Eigenheimpläne sehen anders aus.

Zurück zu www.radioneuseenland.de

Netzwelt Neuseenland: seeterrasse-cospuden.de

17 Jan

Die Seeterrasse Cospuden ist ein Restaurant am Anleger des Hafendörfchens „Pier 1“ des Cospudener Sees. Das Lokal lädt leipzigseen.de zufolge seit dem Jahr 2000 zum Speisen, Trinken und Verweilen. Der nach Südwesten ausgerichtete Gastraum hat die Seeterrasse auch als einen Ort bekannt gemacht, an dem man beim Ausgehen teils spektakuläre Sonnenuntergänge am See erleben kann. Seine Kapazität wird mit 80 Innenplätzen angegeben. Den Seenbetreibern zufolge soll er auch mit einem Kamin ausgestattet sein. Zusätzlich gibt es Tische im Außenbereich am Anleger – an ihnen sitzt der Gast schon auf einem Steg im Cospudener See. Diese Freiluftabteilung der Seeterrasse kann bei Bedarf überdacht werden.

In „Eine kulinarische Entdeckungsreise durch Sachsen“ aus dem Umschau Buchverlag heißt es über Leipzigs mittlerweile renomierteste Ufer-Gastronomie: „Die ‚Seeterrasse‘ mit ihrer flachen, einfachen, auf den See hinaus gebauten Holzkonstruktion erinnert an die Yachtclubs der amerikanischen Ostküste und an alte Johnnie-Walker-Werbungen. Viel Holz, viel Weiß, zurückhaltende und gründlich heimelige Eleganz. Ein Sehnsuchtsort. Zum Bleiben schön.“

Das Wirtshaus ist täglich von 10.00 bis 23.00 Uhr geöffnet. Auch in seiner Küche wird scheinbar mittlerweile nach dem Prinzip „Global denken – lokal handeln“ gewerkelt. Die Forellen zum Beispiel werden nicht via Großhandel aus Übersee oder Skandinavien bezogen, sondern bei der sächsischen Teichwirtschaft Schönfeld aus Ebersbach an der Elbe bestellt. Auf seeterrasse-cospuden.de finden sich neben weiteren Informationen zum Lokal auch eine Speisekarte im PDF-Format.

www.seeterrasse-cospuden.de

Gründe zur Klage: Der Ökolöwe und die rechtlichen Schritte anlässlich der Hochwasserbaumfällungen im Auwald

14 Jan

Der Leipziger Ökolöwe geht mittlerweile gerichtlich gegen den sogenannten „Tornadoerlass“ des sächsischen Umweltministeriums vor. Aufgrund dieser Vorgabe könnten seit Anfang 2011 auf und an rund 23 Kilometern Leipziger Deiche zirka 6500 Bäume gefällt worden sein. Über die Hintergründe und Triebkräfte der Umweltschützer, in dieser Sache Justitia einzuschalten, sprachen die Bürgerfunker von Radio blau Anfang Januar mit Holger Seidemann vom Leipziger Umweltverband Ökolöwe e.V.

Seidemann ist Vorstandsmitglied des Ökolöwen e.V. Er hält die an den Dämmen entstandenen und noch vorgesehenen Deichverteidigungswege, für die viele Bäume fallen mussten, für nicht planbar – also unzulässig. „Das ist ein europäisches Schutzgebiet, der Auwald, und wenn man in diesem Schutzgebiet größere Eingriffe machen will, dann muss man eine ganz bestimmte Abfolge rechtlich einhalten“ sagte er im Gespräch mit Radio blau. Diese Abfolge einzuhalten – das wiederum sei nicht geschehen. Seidemann vermutet das Gegenteil: Die Situation „Gefahr in Verzug“ beim Hochwasser Anfang 2011 könnte vielleicht auch ausgenutzt worden sein, um Baufeldfreimachung für technischen Hochwasserschutz zu betreiben.

Ein Verdacht, der nicht aus der Luft gegriffen ist. Immerhin war es ein Sprecher der Landestalsperrenverwaltung selbst, der bei einer Pressekonferenz in der heißen Hochwasserphase eingeräumt hatte, dass solche Deichverteidigungswege für Leipziger Dämme schon lange nötig wären, damit einhergehende Eingriffe in den Auewald aber stets an Protesten gescheitert seien.

Das komplette Interview mit Holger Seidemann und allen Argumenten der Ökolöwen hat eine Länge von 16 Minuten. Zum Nachhören hat die Redaktion von Radio blau auch eine Kopie auf dem Audio-Portal der freien Radios in Deutschland unter freie-radios.net hinterlegt.

Zum Audio …