Archive | Dezember, 2011

Foto der Woche: Elsterbecken, 28. Dezember 2011, 15.13 Uhr

29 Dez

„Kurs 1“, die Connewitzer Schleuse, der Probsteisteg, die Schreberbrücke, der Erlebnisrastplatz am Markkleeberger See, die Ufersicherung am Karl-Heine-Kanal, der Neubau Luisenbrücke, der „Tag blau“, der Baubeginn für die Kanuparkschleuse sowie ein endlich zwischen Messestadt und neuen Seen verkehrendes LeipzigBoot – sie ist lang, die Liste mit den Geschichten und Ereignissen, die im Leipziger Neuseenland im Jahr 2011 für Aufsehen gesorgt haben.

Ebenfalls an einem Leipziger Ufer gab es in diesem Jahr allerdings ein Vorkommnis, das weit weniger schillernd ist und wohl noch einige Zeit für offene Fragen sorgen wird: Der Fall mit der zerstückelten Leiche am Elsterbecken, der im November ans Licht kam. Er war in der Gegend zwischen Palmengartenwehr und Zepellinbrücke aufgetaucht und hatte dort in der Folge für ein hohes Polizei- und Medienaufkommen gesorgt.

Mittlerweile sind alle Brigaden wieder abgezogen; ist jene Ruhe zurückgekehrt, für die die Messestädter und ihre Besucher diese zentrumsnahe Idylle so lieben. Fast ist alles so, wie vor diesen wilden Herbsttagen – Fußball auf der Wiese, japsende Jogger, kackende Hunde, Touristen auf Klappfahrrädern und ein normaler Wasserstand im Becken. Alle Hinweise auf die Bluttat scheinen verschwunden – nur am Westufer gibt es eine kleine Ecke, die daran erinnert, welch martialisches Ereignis sich hier vielleicht vor wenigen Wochen zugetragen hat. Sie ist am Fuße der Zepellinbrücke entstanden – Kerzen und Blumen wurden hier hinterlegt. Mit Kreide hat jemand an die dahinterliegende Uferwand geschrieben: „In Gedenken an Jonathan.“

Nachtrag 31.12.2011: Am Silverstermorgen war die kleine Erinnerungsstätte teilweise schon wieder verschwunden beziehungsweise zerstört – an diesem Vormittag waren nur noch die Blumen und der Spruch übrig geblieben.

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Highfield 2012: Weitere Programmpunkte für den Störmthaler See auf dem Zettel

28 Dez

Die Organisatoren des „Highfield“-Festivals haben die Zusagen weiterer Bands für die nächste Ausgabe im August 2012 bekanntgegeben. Mittlerweile seien auch Bestätigungen von „La Brass Banda“, den „Broilers“, „Kraftklub“, „Casper“, den H-Blockx, „The Wombats“ sowie „Bonaparte“ und „Me First & The Gimme Gimmes” eingetroffen, hieß es am 19. Dezember aus dem Festivalbüro. Zuvor war bekannt geworden, dass auch die “Beatsteaks” und “Sportfreunde Stiller” im nächsten Sommer am Störmthaler See auftreten werden.

Die Veranstalter kurz vor Weihnachten über das Musikspektakel im Südosten der Messestadt: “2011 fand das größte Indie-Rock-Festival Ostdeutschlands zum zweiten Mal in Sachsen statt. 22.000 Besucher aus ganz Deutschland feierten drei Tage eine einzige große Sommerparty zu Bands wie Foo Fighters, Thirty Seconds To Mars und Seeed. Das Festivalgelände, nur wenige Kilometer von Leipzig und verkehrsgünstig an der A 38 gelegen, hat sich als gute Wahl erwiesen. Das Veranstaltungsgelände bietet komfortabel Platz für das Drei-Tages-Festival mit Live-Konzerten von nationalen und internationalen Acts. Ebenso ist für ausreichend Campingfläche gesorgt, um die 25.000 Highfield-Fans der vergangenen Jahre und mehr zu beherbergen.”

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Foto der Woche: Elsterflutbett, Westseite, Höhe Rennbahnsteg, 9. April 2011, 11.32 Uhr

22 Dez

Es gab Wut, Drohungen und Proteste als nach dem Januar-Hochwasser viele Deichbäume an Leipziger Stadtgewässern fallen mussten. Geholfen hat es nicht viel. Erstens, so hieß es, fehle es hinter messestädtischen Dämmen an Deichverteidigungswegen – die müssten nun angelegt werden, die Bäume stünden dem im Weg. Zweitens seien Bäume auf vom Hochwasser durchweichten Deichen akut umsturzgefährdet – kommt es zum Fall eines Falles, würden sie mit ihren Wurzeln große Löcher in die dann dringend intakt benötigten Schutzwälle reißen.

Also kreischten sie bis Ende Februar und zum Beispiel am Rennbahnsteg auch im Herbst – die Kettensägen und Radladerschaufeln im Auftrag der Wasserbehörden. Einziger Trost: Für die gerodeten Bäume wurden Ausgleichspflanzungen versprochen. Dass sie bald und deichnah kommen würden, daran wurde im Pleißestädtchen heftig gezweifelt. Kurz vor Jahresende hieß es jedoch aus den freistaatlichen Gewässerbehörden: „Landestalsperrenverwaltung pflanzt Bäume an Leipziger Deichen – weitere Ausgleichsmaßnahmen geplant“.

LTV-Pressefrau Katrin Schöne am 20. Dezember: „Die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen hat heute (Dienstag, 20. Dezember 2011) in Leipzig mit Ersatzpflanzungen begonnen. Dabei handelt es sich um Ausgleichsmaßnahmen für die Gehölzentfernungen auf Deichen zum Jahresanfang 2011.“

So würden an der Unteren Weißen Elster verschiedene Weidenarten gepflanzt. Die Pflanzungen erfolgten auf Grundstücken des Freistaates Sachsen in der Nähe der Deiche, die gerade gesichert werden. Mit der Bepflanzung der Gewässerrandstreifen sollen die Gewässer aufgewertet werden, wie in der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie gefordert. Außerdem erfolge damit eine naturschutzfachliche Bereicherung sowie eine Verbesserung des Landschaftsbildes.

Weitere Aufforstungen sollen 2012 unter anderem in der Burgaue am Pfingstanger sowie am Wehr Großzschocher durchgeführt werden. Darüber hinaus seie weitere Pflanzungen von Hartholzauwald in der Elster-Luppe Aue geplant. Hierzu werde in Abstimmung mit der Stadt Leipzig sowie Dritten noch die Grundstücksverfügbarkeit geklärt.

Für die ebenfalls geplanten Ausgleichsmaßnahmen zur Wiedervernässung der Aue seien Planfeststellungsverfahren erforderlich. Dabei handele es sich um solche Vorhaben wie die Deichschlitzung Möckernscher Winkel sowie die gesteuerte Flutung des Ratsholzes in Verbindung mit der Revitalisierung der Paußnitz. Dafür werde die LTV Anfang 2012 die entsprechenden Unterlagen bei der Landesdirektion Leipzig einreichen.

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Wanderwegabschnitt weggesackt: Penkwitzer See teilweise gesperrt

13 Dez

Am Penkwitzer See ist scheinbar eine Böschungsrutschung registriert worden. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, habe sich an dem Gewässer bei Spora am dritten Adventswochenende eine Erdbewegung ereignet. „Sonntagvormittag ist an der Böschung gegenüber des Domizils der Angler ein ganzes Stück abgesackt“ heißt es in einer MZ-Meldung vom 11. Dezember 2011. „Der dortige Wanderweg liegt jetzt gut und gerne ein, zwei Meter tiefer“, so das Blatt weiter.

Der Penkwitzer See ist auch als Restloch Spora bekannt; Spora ist mittlerweile ein Teil der Gemeinde Elsteraue zwischen dem sächsischen Groitzsch und dem Städtchen Zeitz in Sachsen-Anhalt. Teile seines Ufers scheinen jetzt abgeriegelt. Auch die Nutzung des Restloches ist offenbar eingeschränkt. „Aufgrund einer aktuellen Rutschung der Böschung ist ab sofort und bis auf weiteres das Bootsangeln auf dem Penkwitzer See (Restloch Spora) verboten“, hieß es dazu am 12. Dezember vom Anglerverband Leipzig. Für den Fall, dass der See zufriert, sei auch das Eisangeln untersagt. Aktuell bestehe jedoch keine direkte Gefährdung für Menschen und Gebäude.

Über den See und seine Geschichte weiß die messestädtische Fischervereinigung unter anglerverband-leipzig.de zu berichten: „Das Gewässer entstand durch Braunkohlenabbau vor 1920 und wurde damals offensichtlich ungesichert sich selbst überlassen. Heute ist der Hang zur Ortslage hin ingenieurtechnisch gesichert.“ Die flachen Ufer im Osten und Norden des Gewässers seien gewachsen und ungefährlich. Lediglich die steilen Hänge im südlichen Westbereich des Penkwitzer Sees dürften auch im Normalfall nicht betreten werden.

Zur Meldung in der Mitteldeutschen Zeitung

Neuseenland-Lexikon: „Z“ wie „Zwenkauer See“

12 Dez

Zwenkauer See: Der noch nicht vollständig geflutete Z. wird einmal eine Fläche von 970 Hektar haben. Damit wird das Gewässer das größte des Leipziger Neuseenlandes sein. Der Tagebaubetrieb im Z. wurde 1999 eingestellt. Die Flutung begann 2007. Im Jahr 2013 soll sie abgeschlossen sein. Über die Form des Z. heißt es in der Wikipedia: „Der Zwenkauer See hat, bedingt durch die bergbaulichen Erfordernisse, eine unregelmäßige Gestalt. Der Tagebau Zwenkau umrundete die Stadt in seinem 70-jährigen Betrieb in nahezu einem Dreiviertel-Kreisring, von Süden kommend östlich und nördlich an der Stadt vorbei.“

Am Nordufer des Z. befindet sich die Neue Harth. Hier ist unter anderem eine Gewässerverbindung zum Cospudener See geplant. Weitere angedachte Einrichtungen laut Netz-Enzyklopädie: ein Hafen, ein Feriendorf mit 400 teils schwimmenden Ferienhäusern, ein Hotel, eine Seebrücke und ein Campingplatz.

Am Südrand des Z. wächst derzeit am Nordende Zwenkaus ein Mischgebiet namens „Kap Zwenkau“. Hier entstehen Wohnhäuser, ein Hafen sowie Gewerbeflächen. Die Anlage dient schon heute auch als Hauptanlegestelle der Personen-Schifffahrt auf dem Zwenkauer See. MS „Santa Barbara“ ist seit dem Sommer 2008 auf dem Gewässer unterwegs und soll seitdem nach Betreiberangaben rund 30.000 Fahrgäste über den Zwenkauer See geschippert haben.

Geht es nach dem Willen der Vordenker, könnte am Z. auch eine für das Leipziger Neuseenland einzigartige Attraktion entstehen. „Eine Vision ist es zudem, den Hafen künftig über eine Seilbahn mit dem Nordufer zu verbinden“, hieß es noch im Dezember 2011 auf neue-harth.de. Signale, dass dieses Projekt große Fortschritte macht, gab es in jüngster Zeit aber nicht.

Rathaus-Meldung: Vorsicht mit scheinbar vereisten Gewässern

11 Dez

Noch haben die Temperaturen in der Messestadt nicht viel mit Winter zu tun, schon Ende November hat die Leipziger Stadtverwaltung aber ihre jährliche Meldung zur Warnung vor Gefahren auf vermeintlich zugefrorenen Gewässern herausgegeben. Damit weist das Rathaus auch in diesem Jahr darauf hin: „Betreten der Eisflächen auf eigene Gefahr“.

Die kommunalen Behörden ließen am 29. November wissen: „Mit sinkenden Temperaturen und dem Zufrieren der Gewässer werden wieder viele Leipziger zum Spaziergang oder Schlittschuhlaufen auf das Eis gelockt. Das Amt für Umweltschutz weist deshalb darauf hin, dass ein Betreten der Eisflächen stets auf eigene Gefahr erfolgt.“

Da Stärke und Tragfähigkeit der natürlichen Eisflächen schwer einschätzbar seien, gäben selbst dicke Eisflächen keine Garantie auf ausreichende Belastbarkeit. Für Schäden durch Unfälle auf vereisten Gewässern sowie für den eventuellen Einsatz von Rettungskräften übernähmen die Behörden keine Haftung. Verantwortung und eventuelle Kosten hätte „jeder selbst zu tragen“.

Weiterhin werde darauf aufmerksam gemacht, dass auf dem Cospudener See kein Eissport betrieben werden darf. Wer den zugefrorenen See trotzdem betritt, handle ordnungswidrig – Verstöße könnten mit einem Bußgeld geahndet werden. Für das bei Dauerfrost beliebte Eissegeln sei zudem eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich.

Unberührt bleibe die Regelung der Polizeiverordnung über öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt Leipzig: „Das Betreten oder Benutzen der Eisflächen ist auf allen öffentlichen Gewässern der Stadt Leipzig nur zulässig, wenn sie durch die Kreispolizeibehörde freigegeben wurden.“ Als Alternative stünden künstliche Eisflächen zur Benutzung bereit. Zum Beispiel im Zoo seit dem 3. Dezember oder in der Eisarena auf der Alten Messe.

Zur Meldung der Leipziger Stadtverwaltung

Fakten, Fakten, Fakten: Dezembergespräch zwischen Seenentwicklern und Messestadtpresse

9 Dez

Am 8. Dezember tagte die Steuerungsgruppe Neuseenland zum letzten Mal in diesem Jahr. Im Anschluss an die Sitzung hatte der Sprecher des Gremiums, Landrat Dr. Gerhard Gey, wieder zum Treffen mit Medienvertretern der Messestadt geladen.

Viel Neues zum Thema „Wasserregion Leipzig“ gab es an diesem Dezember-Donnerstag in der Landesdirektion allerdings nicht zu erfahren. Rückblick auf das ereignisreiche Jahr 2011 war vor allem angesagt. Dementsprechend standen zunächst noch einmal der „Tag blau“, die Schleuse Connewitz und die Bootsverkehrszahlen auf dem „Kurs 1“ auf der Agenda.

Aktuelle aus dem Treffen hervorgegangene Erkenntnisse: Die Verhandlungen über die Fortschreibung der §4-Maßnahmen laufen. Man hoffe auf Geld in Höhe von 30 Millionen Euro; es gebe positive Signale. Für das Investorenportal auf leipzigerneuseenland.de wurden bisher 20.000 Seitenabrufe und 5.000 Besuche registriert – die Info-Seite für interessierte Macher war im Frühjahr freigeschaltet worden. Die Kanuparkschleuse zwischen Markkleeberger und Störmthaler See wird voraussichtlich im dritten Quartal 2012 fertig und soll reichlich vier Millionen Euro kosten. Auch die Verbindung zwischen Cospudener und Zwenkauer See kommt – mittlerweile allerdings im Jahr 2016.

Landrat Gey freute sich auch bei diesem Mediengespräch wieder über die mit dem „Kurs 1“ entstandene Infrastruktur zwischen Messestadt und Umlandregion. „Weiche Standortfaktoren“ waren es aber auch diesmal, die aus Sicht des Landkreisvaters an den Ufern noch fehlen. Angela Zabojnik vom Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer merkte an, dass es in dieser Saison in der Seenstadt erstmals auch Tage gegeben habe, in denen alle Bootsverleihe leergemietet waren. Hingewiesen wurde auch auf die Wassersportmesse „Beach & Boat“, die vom 16. bis 19. Februar 2012 zum dritten Mal auf der Neuen Messe über die Bühne gehen wird. Auch diesmal wird es dabei einen Seenland-Kongress geben.

Kurz vor Toresschluss gab es auch beim letzten diesjährigen Treffen mit Medienvertretern eine offene Fragerunde für die Journalisten. Eines der Ergebnisse: Die Idee mit der Seilbahn vom Nord- zum Südufer des Zwenkauer Sees ist auch aus Sicht der Neuseen-Entwickler noch nicht gestorben – allerdings brauche es dafür einen Investor.

Augenblicke des Schweigens und anschließendes Kopfschütteln gab es hingegen bei der Frage nach einem zweiten Uferweg für den Cospudener See. Diese Anregung stammt von Markkleebergs Oberbürgermeister Bernd Klose. Geäußert hat er sie angesichts der oft überfüllten Piste im Sommer 2011 gegenüber dem MDR. Tenor der Steuerungsgruppe dazu: Man baue derzeit an vielen Seen und hoffe, dass schon mit deren Fertigstellung eine Entlastung für Cospuden einhergehe.