Archiv | November, 2011

Bisher kaum beachtete Idee: Markkleebergs OBM Klose, die MDR-Mediathek und ein zweiter Uferrundweg für den Cospudener See

29 Nov

Dass man, „wenn es so bleibt“, eher darüber nachdenken müsse, einen „zweiten Weg anzulegen, der dann Fußgänger meinetwegen von Radfahrern und Inline-Skatern trennt“, sagte Markkleebergs Oberbürgermeister Bernd Klose schon im Sommer gegenüber MDR 1 Radio Sachsen zur Problematik des vor allem an den Wochenenden überbevölkerten Rundweges am Cospudener See.

Gesprochen hat das Stadtoberhaupt diese Worte in einer Reportage des Heimatsenders, die schon am 20. Juli 2011 ausgestrahlt worden ist. Sie ist in der Mediathek des Senders online nachzuhören. In der Sendung ging es aber nicht nur um den Rundweg an der „Costa Cospuda“, sondern allgemein um die aktuelle Entwicklung des sächsischen Neuseenlandes.

Die Macher in der Sendungsbeschreibung über den Inhalt: „Der Wandel zum Neuseenland zwischen Pleiße und Spree braucht Zeit. Und es gibt immer wieder Ereignisse, die Fragen aufwerfen, zum Beispiel die Sommerflut an Neiße und Spree.“ Die Länge in der Netzversion für die MDR-Mediathek beträgt knapp vierzig Minuten.

Komplette Sendung im MDR-Online-Archiv

Foto der Woche: Störmthaler See, 24. November 2010, 13.35 Uhr

25 Nov

Selbst mitteljungen Messestadtkindern ist sie mit Detonationen und stahlquietschenden Förderanlagen noch gut im Ohr – die Geräuschkulisse des Tagebaubetriebes im Süden der Sachsenmetropole Leipzig. Vor knapp zwanzig Jahren begann sie nach und nach in weiten Teilen zu verstummen. Dem Ende der Raubbausinfonie ist mittlerweile eine hier gänzlich neue Klangwelt gefolgt – sie besteht aus Wellenrauschen, klingelklappernden Segelmasten und Möwengeschrei.

Die neuen Seen im Leipziger Südraum – fast täglich landen Meldungen über Fortschritte und weitere Projekte auf unserem Tisch. Oft wurde dabei versprochen, dass es auch um Erinnerung an die verschwundene Landschaft gehen soll. Tatsächlich gibt es aber nur wenige Beispiele, dass derart gelagerte Ideen auch realisiert werden konnten.

Eine der raren Maßnahmen, die es bis zur Umsetzung geschafft haben, ist die schwimmende Kirche „Vineta“ auf dem Störmthaler See. Ihr Aufbau ist in Teilen an das Gotteshaus des abgebaggerten Dörfchens Magdeborn angelehnt. Das Medieninteresse am Einschwimmen im Herbst 2010 war von bundesweiter Natur.

Am 24. November 2011 aber war beim Thema „Vineta“ im Blätterwald nur wenig Rauschen zu vernehmen. An diesem Tag jedoch galt es, den ersten Geburtstag der „Vineta“ auf dem Störmthaler See zu feiern. Irgendwann zwischen zwölf Uhr mittags und den Nachmittagsstunden war es exakt ein Jahr her, dass sie auf dem neuen Gewässer vor Anker gegangen ist.

www.vineta-stoermthal.de

Alle Jahre wieder: Fütterungsverbot für wild lebende Wasservögel an Gewässern

15 Nov

Die Tanne auf dem Marktplatz steht, Ende November wird der Weihnachtsmarkt eröffnet – dass der Winter nicht mehr weit sein kann, ist kaum noch zu übersehen. Es gibt aber noch ein anderes Anzeichen dafür, dass es mit der kalten Jahreszeit langsam ernst zu werden scheint: Das Amt für Umweltschutz macht wieder auf sein Fütterungsverbot für Wasservögel an stehenden Gewässern aufmerksam. Das Zubrot sei nicht nur unnötig – die gut gemeinte Tat sei auch schädlich für Tier und Natur.

Zu den Hintergründen dieser Verordnung hieß es am 15. November aus dem Rathaus: „Mit Beginn der kalten Jahreszeit weist das Amt für Umweltschutz auf das Fütterungsverbot für wild lebende Wasservögel an stehenden Gewässern im Leipziger Stadtgebiet hin. Die dazu Ende 2010 von der Stadt Leipzig erlassene Allgemeinverfügung erstreckt sich neben dem Kulkwitzer See auf mehr als 100 weitere Standgewässer und gilt auch für die jeweiligen Uferbereiche. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.“

Die Stadtverwaltung zu den Gründen, die an den Leipziger Ufern beliebte Winterfreizeitbeschäftigung per Dekret zu untersagen: „Füttern von Wasservögeln schadet der Umwelt und den Tieren: Durch die Fütterung werden dem Gewässer Nährstoffe in Form von unverbrauchtem Futter oder auch als Exkrement der Wasservögel zugeführt, wodurch die Gewässergüte beeinträchtigt wird. Faulende Futterreste fördern zudem die Entstehung gefährlicher Bakterien, welche zum Erkranken und Sterben der Vögel führen können.“

Wild lebende Wasservögel wie Enten und Schwäne fänden ihre Nahrung in der Natur und seien auch während der Kälteperiode auf die Zufütterung nicht angewiesen. An und in den Seen sei ausreichend natürliche Nahrung vorhanden – beispielsweise Wasserpflanzen, Schilf, Wasserlinsen, Insekten, Krebstiere, Schnecken und Würmer. Würden die Tiere bei Frost oder Eis an einem Gewässer nicht genügend Nahrung finden, zögen sie einfach auf andere offene Wasserflächen weiter.

Zum Erlass der Stadtverwaltung bei leipzig.de

Markkleeberger Seemannsgarn: Adventsmärchen auf der MS Cospuden

13 Nov

Spätestens im November eines jeden Jahres kann sich ein Blick auf die Seite aufinsabenteuer.de lohnen. Sie gehört den Eignern der MS „Cospuden“. Irgendwann Mitte des elften Monats wird hier alljährlich das Geheimnis gelüftet, ob in den darauffolgenden Weihnachtswochen wieder Adventsmärchen auf dem kleinen Passagierschiff zu erleben sind. Der Aufruf der Seite war auch in diesem Herbst nicht umsonst. Ab Ende November wird sie wieder allwöchentlich über die fahrende Seebühne gehen – die Adventsmärchenlesung „Im Winter schneit es Marzipan“.

Abfahrt ist an jedem Adventssonntag 17.00 Uhr. Als Fahrzeit scheint jeweils eine Stunde eingeplant. Über die Veranstaltung, die bis heute eine der wenigen Schiffslesungen im Jahreskalender der Seenstadt Leipzig ist, hieß es in diesem Jahr von den Veranstaltern: „Weihnachtliches Gebäck und Getränke, geheimnisvolle Geschichten. Wir freuen uns auf alle großen und kleinen Adventsreisenden an Bord in wohlig warmer Atmosphäre.“

Erster Märchenseemann dieser Reihe war in den frühen Nuller-Jahren der Sänger und Sprecher Willi Volker Tancke. Er hatte unter anderem Grimm´sche Märchen und die „Weihnachtsgans Auguste“ auf den Cospudener See gebracht. Wer in diesem Advent auf der Vorleserbank zu erleben sein wird und was sie oder er auf den Programmzettel gehoben hat, blieb bislang unbekannt. Als Fahrpreis sind 10,50 Euro für Erwachsene und 6,00 Euro für Kinder einzuplanen. Um abzulegen müssen sich mindestens zehn Personen ab vier Jahren als mitreisewillig zeigen. Das Reservierungstelefon hört auf die Nummer (0341) 940 42 97.

Markkleeberger See: Winterfahrplan für Sanitäranlagen/Zahlensteine am Wegesrand

13 Nov

Es gibt Neuigkeiten vom kleinen Gewässer am Ostende der Pleißestadt. Wie die Betreiber mitteilten, wird es in den kommenden Winterwochen nur ein eingeschränktes Angebot an öffentlichen Toiletten geben. Außerdem ließen sie Anfang November von neuen Randerscheinungen am Uferrundweg des vor fünf Jahren eröffneten Wasserareales wissen.

Die Gewässerverwaltung auf markkleeberger-see.de zur Pissoir-Versorgung während der kalten Tage: „In der Wintersaison bleiben die WC-Anlagen an den Stränden in Wachau und Auenhain geschlossen. Kostenlose Toiletten befinden sich am Strandbad Markkleeberg Ost sowie im Kanupark.“ Das Häuschen an der Seepromenade sei dabei zwischen November und März freitags bis sonntags sowie an Feiertagen von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Zu den wegweisenden Neuerungen an der seeumschlängelnden Piste hieß es aus dem Betreiberbüro: „Alle sportlichen Nutzer können sich ab sofort entlang des 9,2 Kilometer langen Uferrundweges über die zurückgelegte Wegstrecke informieren. Zu diesem Zweck wurden durch die Stadt Markkleeberg Kilometersteine in Form von kleinen Granitblöcken aufgestellt. Der Start- und Endpunkt der Kilometrierung befindet sich am Oberen Uferweg im Bereich des öffentlichen Parkplatzes in Auenhain.“

www.markkleeberger-see.de

Grundbruchgefahr im Leipziger Neuseenland: Hochkippe Borna Nord gesperrt

12 Nov

Für die Hochkippe Borna Nord ist ein unbefristetes Betretungsverbot ausgerufen worden. Als Grund wird die Gefahr eines Grundbruches genannt. Der Gefahrenbereich liegt im westlichen bis südwestlichen Teil der Stadt Borna nahe des Speichers Borna und der S50 zwischen Borna und Deutzen.

Die „Allgemeinverfügung über Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im Bereich der Hochkippe des ehemaligen Tagebaus Borna Nord“ ist vom Sächsischen Oberbergamt in Freiberg herausgegeben worden. Adressiert ist sie an alle Personen, die „den Gefahrenbereichder Hochkippe betreten oder zu betreten beabsichtigen“.

Erlassen wurde das Verbot am 18. Oktober. Wirksam wurde es mit Bekanntmachung im Bornaer Amtsblatt oder durch Aushang. Die Behörde zu den Hintergründen der Maßnahme: „Die Kippenfläche des Gefahrenbereiches entstand durch den Braunkohleabbau der ehemaligen Tagebaue Borna Nord und Borna Süd. (…) Die Kippentechnologie und die Strossenrichtung der Hochkippe sind nicht bekannt. (…) Die Höhe der sehr steil ausgebildeten Böschung beträgt zirka 10 Meter. Die Kippe besteht aus relativ gleichförmigen eng gestuften und bis zum Niveau des Wasserspiegels wassergesättigten Feinsanden. Diese weisen sehr geringe Lagerungsdichten auf und sind verflüssigungs- und grundbruchgefährdet.“

Die Kippe sei vom Grundwasserwiederanstieg betroffen. Außerdem befänden sich im Umfeld der Hochkippe „noch nicht verwahrte Hohlräume“, welche „beim Zusammenbrechen eine Gefährdung für die Kippenböschung“ darstellten.

Das Fazit des Oberbergamtes: „Unter den gegebenen Umständen befinden sich die Kippenböschungen in einem Gleichgewichtszustand. Eine spontane Verflüssigung ist insbesondere bei Auftreten äußerer sowie innerer Initiale nicht auszuschließen.“

Abteilungsleiter Christof Voigt zur Begründung des Erlasses: „Die angeordneten Maßnahmen sind zur Gefahrenabwehr erforderlich. Durch Einwirkung von äußeren und inneren dynamischen Initialen kann es zu einem Gefügezusammenbruch des lockeren und zum Teil wassergesättigten Kippenuntergrundes kommen, wodurch die Tragfähigkeit des Untergrundes verloren geht. Im Falle des Eintritts eines Setzungsfließereignisses besteht eine Gefährdung für Leben und Gesundheit der sich im Gefahrenbereich aufhaltenden Personen.“

„Setzungsfließen“ und „Grundbruch“: Zwei Begriffe, die sich mit den Ereignissen von Nachterstedt im Sommer 2009 und den Vorfällen im Tagebau Spreetal im Herbst 2010 in die allgemeine Aufmerksamkeit geschlichen haben. Im Nachgang des Unglücks am Concordia-See wurde in den Amtsstuben des Freistaates beteuert, sächsische Gruben seien sicher.

Reinhard Schmidt, Direktor des Sächsischen Oberbegamtes, am 28. Juli 2009 laut Die Welt: „Wir haben alles geprüft und festgestellt, dass wir bei uns nichts Vergleichbares zu Nachterstedt haben.“ Die Seen in Sachsen müssten nicht überprüft werden, hieß es zwei Tage vorher in derselben Zeitung von Oberbergamtssprecher Peter Horler. Dass die Vokabeln jetzt in Borna aufgetaucht sind, dürfte mit dem Umstand zusammenhängen, dass es dennoch weitere Untersuchungen gab.

Zum Erlass

Ente der Woche: Leichenteile nicht am Elsterflutbett

11 Nov

Zwischen Leipziger Palmengartenwehr und Zeppelinbrücke sind Anfang November Leichenteile gefunden worden. Großes Glück für die Leipziger Medien – anstatt sich durch die lokale Alltagsödnis recherchieren zu müssen, hatten sie Sensationelles zu berichten. Wer allerdings der Berichterstattung in der „Bild“ und der Leipziger Internet-Zeitung folgte, um sich am Elsterflutbett vom Fortschritt der polizeilichen Aufklärungsarbeit zu überzeugen, konnte allerhöchstens quicklebendigen Zivilisten begegnen.

Der Grund: Die Beamten waren gar nicht am Elsterflutbett eingesetzt, wie von L-IZ und Leipziger Lokal-Boulevardblatt beharrlich behauptet. Die Einsatzkräfte durchkämmten Ufer und Wasser einige hundert Meter weiter flussabwärts – nördlich des Palmengartenwehres. Schließlich waren die Leichenteile nicht am Elsterflutbett versteckt und gefunden worden, sondern am Elsterbecken.