Offensive Transparenz: Neuer Pressetermin der Steuerungsgruppe Neuseenland

11 Sep

Die Steuerungsgruppe Neuseenland hat im Frühjahr 2010 begonnen, sich nach ihren Zusammenkünften auch mit Medienvertretern der Messestadt zu treffen. Die Info-Veranstaltung ist seit Anbeginn ein gern angenommener Pressetermin. Sie hat sich als hilfreich erwiesen, das gegenseitige Verständnis zu fördern und Missverständnisse zu klären.

Am 8. September ging das erste Rundtischgespräch nach der diesjährigen Sommerpause über die Bühne. Themen waren unter anderem der „Tag blau“ sowie eine Zählung der Bootsaktivitäten auf dem „Kurs 1“ und seinen beiden Schleusen. Am Rand gab es auch Informationen zur weiteren Entwicklung des Gewässerverbundes für die Messestadt.

Moderiert wurde das Treffen wieder von Landrat Gerhard Gey und Stefan Barton, dem Pressesprecher der Landesdirektion. Angela Zabojnik vom Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer aber war es, die mit ersten Zahlen zu Bootsbewegungen auf dem im Sommer neu eröffneten „Kurs 1“ aufwarten konnte. Sie waren zwischen Ende Juni und Anfang September an der Schleuse Connewitz und der Schleuse am Nordstrand des Cospudener Sees ermittelt worden.

Die Ergebnisse dieser Erhebung für das Connewitzer Wehr – ermittelt vom 28. Juni bis zum 4. September: 3748 Kanu-, Paddel- und Freizeitboote, 40 Sport- und Wanderruderboote, 213 gewässerangepasste Motorboote. Geschleuste Boote insgesamt: 4001. 300 Boote seien auf althergebrachte Weise lediglich umgesetzt worden. 2372 Boote hätten den Fisch-/Kanupass genutzt, der übrigens der erste größere seiner Art in Sachsen sein soll.

Ab 27. Juli wurde auch an der Schleuse Cosapuden gezählt. Auf der Strichliste wurden hier 2506 Kanu-, Paddel- und Freizeitboote, 18 Sport-/Wanderruderboote, 27 gewässerangepasste Motorboote, also Fahrgastschiffe, Begleitboote und Wasserschutzpolizei, registriert. Geschleuste Boote am Nordstrand: 2551. Bedeutet für „Kurs 1“: 6552 Boote Wasserfahrzeuge insgesamt.

Ein ordentliches Sümmchen. Die Masse der Boote hätte auch zu vielen Störungen führen können. Tatsächlich fällt die Zahl der Vorfälle aber relativ gering aus. 33 Problemmeldungen habe man am Connewitzer Wasserfahrstuhl registriert, erklärte Angela Zabojnik. Seit die Objekte mit Personal ausgestattet sind, habe es einen enormen Rückgang gegeben.

Neben den vielen Zahlen lieferte die kommunale Wasserentwicklerin auch eine Bestätigung zum Einsatz von Wasserschutzpolizei. Ja, das Gebiet wird bestreift, bestätigte Zabojnik. Kontrollen habe es auf dem Floßgraben und der Pleiße gegeben. Sie verwies aber auch auf ein bislang scheinbar friedliches Miteinander aller Floßgraben-Nutzer.

Zabojnik: „Wir können sagen, dass es keine nennenswerten Vorfälle gab zwischen der Nutzung gewässerangepasster Boote und Paddlern oder Kanuten. Es gibt vereinzelt Kanuten, die mal ein Wort verlieren. Da gibt es aber auch viel Kommunikation, wo man miteinander redet. Es gab keine Behinderungen, es gab keine Vorfälle. Man hat mit Rücksichtnahme den Betrieb dort durchführen können.“

Nach den Ausführungen der städtischen Gewässerfrau gab es eine deutliche Stellungnahme vom Landkreisvater zum umstrittenen „Kurs 1“-Abschnitt im Auwald zwischen Leipzig und Markkleeberg. Gey: „Wir wollen den Floßgraben erhalten, ganz klar.“ Uneingeschränkten Motorbootverkehr werde es hier sicher nicht geben. Es habe missverständliche Äußerungen gegeben. Man sei auf die Umweltschützer zugegangen und man wolle es auch in Zukunft tun.

Kurz vor dem Ende des Treffens gab es schließlich noch Informationen zur weiteren Entwicklung des Gewässerverbundes. Nachholebedarf zum Beispiel gibt es für die Marschnerbrücke – sie ist nach dem Floßgraben ein weiteres Nadelöhr des „Kurs 1“. Derzeit kommen hier nur Paddler mühelos drunter hindurch. Passagiere auf dem „LeipzigBoot“ müssen vor der Durchfahrt gebeten werden, die Köpfe einzuziehen. Herold-Boote drehen oft schon vorher ab.

Blendet man aus, dass es sich hier um ein touristisches Aushängeschild der Messestadt handelt, ist das sicher nur ein Randproblem. Dass die Marschnerbrücke ausgebaut werden muss, sei dennoch auch den Gewässerentwicklern von Stadt, Landkreis und Landesdirektion klar. Nur das „Wann?“ stehe eben in den Sternen. Immerhin müsse man auch sehen, wieviele andere Projekte zunächst gestemmt werden mussten – Brücken Probsteisteg und S46/Markkleeberg, Schleusen Connewitz/Cospuden, die Schreberbrücke und der Stadthafen. Der Zustand der Marschnerbrücke sei derzeit noch zu gut – es gebe dringlichere Brückenbauvorhaben in der Stadt.

Andere große Frage: „Bleibt die Beutzung der Schleusen kostenfrei?“ Dazu verwies Angela Zabojnik auf die städtische „Gewässerunterhaltungssatzung“. Veränderungen seien nicht ausgeschlossen, da die Bauwerke auch unterhalten werden müssten. Letztendlich aber habe der Stadtrat darüber zu entscheiden.

In den letzten Minuten dieses Rundtischgespräches vom September drehte sich schließlich alles um den zukünftigen „Kurs 5“. Die Schleuse zwischen Markkleeberger und Störmthaler See wächst, hieß es von den Verwaltern dazu. Letzterer brauche nur noch einen reichlichen Meter bis er komplett geflutet ist. Als Anbindung des Markkleeberger Sees an die AGRA-Pleiße sei weiter eine „Wasserschlange“ im Gespräch. Angepeiltes Ziel für „Kurs 5“ bleibe das Jahr 2014. Die Realisierung hänge von den Finanzierungsmöglichkeiten ab.

Das nächste Treffen der Steuerungsgruppe Neuseenland mit den Medien der Messestadt ist für den 8. Dezember 2011 angesetzt. Es dürfte wieder eine wahre Fundgrube an Informationen für Reporter mit Schwerpunkt „Neuseenland“ werden – und ein hilfreiches Podium für die Gewässer-Entwickler, um über ihre Arbeit und Projekte zu informieren.

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