Archive | September, 2011

Sächsisches Seenland im Radio: Ein Jahr Erdrutsch im Tagebau Spreetal

30 Sep

Der öffentlich-rechtliche Deutschlandfunk hat am 7. Oktober eine Sendung zum Erdrutsch im ehemaligen Tagebau Spreetal vom 12. Oktober 2010 im Programm. Das Dossier trägt den Titel „Umgedrehte Landschaft – Vom Entstehen des Lausitzer Seenlandes“. Autorinnen sind Gislinde Schwarz und Rosemarie Mieder. Sie sind der Frage nachgegangen: „Wie kalkulierbar sind die Folgen jahrzehntelanger Landschaftszerstörung durch die Braunkohle überhaupt?“

Die Produktion widmet sich einem Thema, das auch in den sächsischen Medien bislang nur wenig Beachtung gefunden hat. Über den Vorfall heißt es im Text der Programmvorschau: „Am 12. Oktober 2010 geschieht im einstigen Tagebau Spreetal in der Niederlausitz etwas, womit niemand gerechnet hat: Viele Meter tief bricht auf altem Kippengelände der Untergrund. Wassermassen drängen und schießen nach oben, verwandeln über 100 Hektar Wald-, Wiesen- und Ackerfläche in eine Schlammwüste, kippen Lastwagen um und verschlingen 83 Schafe.“

4,5 Millionen Kubikmeter Erde seien innerhalb von Minuten weggerutscht. Mit ihnen sei, so die Autorinnen in der Sendungsankündigung, der „Glaube an das erschüttert worden, was hier gerade entsteht: Ein riesiges Seengebiet, das Touristen in die strukturschwache Gegend locken soll.“

Damals ein weiterer herber Rückschlag für die Seenentwickler und Befürworter des Braunkohletagebaus, nachdem nur ein Jahr zuvor in Nachterstedt schon ein anderer Folgesee für Unglücksschlagzeilen sorgte. Sächsische Gruben sind sicher, hieß es daraufhin 2009 aus der Landesverwaltung – bis es im Oktober 2010 im ehemaligen Tagebau Spreetal eben auch zu einer Rutschung im Freistaat Sachsen kam.

Das Dossier zum Einjährigen dieses Vorfalles hat laut Sendeplan eine Länge von 45 Minuten. Gestartet wird es am 7. Oktober um 19.15 Uhr. Zu hören sein wird es in Leipzig über DAB-Digitalradio und auf der altbekannten DLF-Frequenz UKW 96.6 Mhz. Ob die Sendung nach der Ausstrahlung in die DRadio-Mediathek wandern wird, blieb offen.

Zur DLF-Produktion in der DRadio-Mediathek

Foto der Woche: Kanuparkschleuse, 11. September 2011, 13.53 Uhr

26 Sep

Seit dem Spatenstich am 4. April 2011 entsteht am Südostufer des Markkleeberger Sees die mittllerweile sogenannte Kanuparkschleuse. Das Projekt im einstigen Niemandsland hat seit den Frühjahrstagen große Fortschritte gemacht. Wegen der rasanten Entwicklung haben Markkleebergs Stadtväter jetzt zur Idee der Baustellenführung gegriffen. Die erste geht am zweiten Oktoberwochenende über die Bühne. Für November sei der Stadtverwaltung zufolge eine weitere geplant.

Zum Bauvorhaben und den Rundgängen teilte die Zweiseen-Kommune am 22. September mit: „Der Gewässerverbund zwischen dem Markkleeberger und Störmthaler See kommt sichtbar voran. Im Auftrag der LMBV errichtet die Firma Heilit das Schleusenbauwerk, das nach Flutungsabschluss des Störmthaler Sees die vier Meter Höhenunterschied beider Gewässer ausgleichen wird. Die Bauarbeiten an der Kanuparkschleuse sollen im III. Quartal 2012 abgeschlossen sein. Weil der Baufortschritt inzwischen die Dimension und die Funktion der Schleuse gut erahnen lässt, bieten die beteiligten Partner im Oktober eine erste Baustellenführung an. Ein zweiter Termin wird für den November vorbereitet.“

Als Termin für den ersten Ausflug wurde Sonnabend der 8. Oktober gewählt. Treffpunkt ist die Kreuzung Wildwasserkehre/Bootssteig. Zeit: 9.30 Uhr. Dauer rund 90 Minuten. Da die maximale Gruppengröße bei 20 Personen liegt, sei eine Anmeldung unter (0341) 35330 zwingend erforderlich.

Als Referenten sind Dr. Steffi Raatzsch vom Kommunalen Forum Südraum und ein Vertreter der Firma Heilit angekündigt. Ergänzende Hinweise aus dem Rathaus: „Die Baustelle kann nur mit festem, stoßsicherem Schuhwerk betreten werden. Die Baustelle kann mit Kinderwagen, Rollstühlen, Rollatoren oder anderen Gehhilfen nicht betreten werden.“

Rettungsschaukeln vor dem Wasserfall: Mehr SIcherheit für das Palmengartenwehr

25 Sep

Die Stadt Leipzig will die Sicherheit für Gewässerbenutzer am vielbefahrenen Palmengartenwehr erhöhen. Wie das Rathaus mitteilte sollen dazu am Warnkugelseil vor dem Bauwerk sogenannte Rettungsschaukeln installiert werden. Sie sollen in Not geratenen Wassersportlern eine letzte Festhaltemöglichkeit geben.

Die Umsetzung der Maßnahme werde laut städtischem Pressebüro noch in diesem Monat angegangen. Die Stadtsprecher am 21. September zu den Einzelheiten: „In einem ersten Schritt werden bestehende Anlagenteile, konkret die vorhandenen Fundamente, ergänzt. Die eigentliche Montage der Schaukeln ist für Mitte Oktober geplant.“

Aufgrund der gewählten Technologie werde es über einen Zeitraum von zirka drei Tagen zu Einschränkungen beim Befahren des Gewässers kommen. Die Benutzer sollen im Vorfeld dazu informiert werden.

Das Rathaus zu den Hintergründen der Aktion: „Die Stadt Leipzig hatte im Zusammenhang mit dem tragischen Unfall am Palmengartenwehr im April 2008 ein Sicherheitsgutachten erstellt. Im Ergebnis wurde die Errichtung von Rettungsschaukeln als Maßnahme zur Erhöhung der Sicherheit herausgearbeitet.“

Vom Stausee an den Sachsenstrand: Edersee-Schifffahrt für Markkleeberger und Störmthaler See

25 Sep

Die Gemeinde Großpösna und die Stadt Markkleeberg haben in diesem Sommer gemeinsam nach einem zukünftigen Personenschiffer für den Störmthaler und den Markkleeberger See gesucht. Mitte September haben sie sich entschieden. Damit kann ab 2013 der Bedarf nach regelmäßigem Schiffsverkehr auf beiden Seen gedeckt werden.

Den Zuschlag erhalten hat die Firma „Wilfried Meyer – Vermietung und Verpachtung“ aus Waldeck in Hessen. Sie ist in Sachen Passagierschifffahrt unter anderem schon auf dem Edersee bei Kassel unterwegs. Wie das Markkleeberger Rathaus mitteilt, scheint es außer ihrer Bewerbung keine weitere gegeben zu haben.

Zum Auswahlvorgang teilte die Verwaltung der Pleißekommune am 22. September mit: „Nachdem bereits am Montag der Großpösnaer Gemeinderat der Vergabe an den einzigen Teilnehmer der von den Kommunen gemeinsam vorgenommenen Ausschreibung zugestimmt hatte, zog der Markkleeberger Stadtrat in seiner Sitzung gestern Abend nach.“

Die Ausschreibung lief vom 18. Juli bis zum 29. August. Sie war mit zahlreichen technischen Mindestanforderungen gespickt. Dazu zählten unter anderem die Nutzbarkeit des Gewässerverbundes zwischen beiden Seen, also die Passierfähigkeit von Brücken und der zukünftigen Schleuse. Außerdem war ein Schiffsaufbau als „Kopflander“ verlangt und musste die Mitnahme von Rollstühlen, Kinderwagen und Fahrrädern gewährleistet werden. Schließlich hatte der Schiffsantrieb der sogenannten „Bodenseenorm“ zu genügen.

Das Markkleeberger Rathaus zu den Gründen, sich für die Seefahrer aus Hessen zu entscheiden: „Die Firma ‚Wilfried Meyer – Vermietung und Verpachtung‘ legte ein überzeugendes Konzept vor. Das Unternehmen weist Referenzen und langjährige Erfahrungen beim Betrieb der Personenschifffahrt mit Kopflandern am Edersee/Hessen sowie am Ratzeburger See/Schleswig-Holstein nach.“

Die zukünftigen Neuseenfahrer im Netz: www.personenschifffahrt-edersee.de

Foto der Woche: Schreberbrücke, Stadthafen Leipzig, 20. September 2011, 21.37 Uhr

22 Sep

Die Schreberbrücke ist mittlerweile das Eingangstor zum Stadthafen Leipzig. Unter ihr hindurch führt der Weg für alle, die den zentrumsnahen Anleger auf dem Wasserweg erreichen wollen – oder von hier aus in Richtung Pleiße, Elster und Neuseenland starten. Seit dem Frühjahr 2011 zeigt sich die Schreberbrücke in neuer Form. Der alte Steg musste weichen, nachdem er von der Verwaltung als baufällig eingestuft wurde.

Die Eröffnung der neuen Schreberbrücke ging am 14. Mai über die Bühne. Eine der Gratulantinnen war die Leiterin des Leipziger Verkehrs- und Tiefbauamtes, Edeltraut Höfer. Anlässlich der Weihe sagte sie bei Leipzig Fernsehen zur Entstehung des neuen Bauwerkes: „Angesichts des Bauzustandes der Brücke, der vorhandenen Verkehrseinschränkungen, der geplanten Aufweitung des Elstermühlgrabens im Einfahrtsbereich zum beabsichtigten Stadthafen sowie den neuen Anforderungen an den freizuhaltenden Lichtraum für die wassertouristische Nutzung des ausgebauten Elstermühlgrabens war ein kompletter Ersatzneubau erforderlich.“ 18 Monate habe der Bau gedauert, 850.000 Euro seien in den Brückenbau geflossen.

Der neue Steg sieht freilich nicht nur tagsüber schick aus, sondern macht auch bei Nacht eine gute Figur. Verantwortlich dafür sind auch in seine Geländer eingelassene Leuchtmittel, die regelmäßig in der Zeit zwischen Sonnenuntergang und Morgenröte blaue Lichtsignale in die Dunkelheit des Stadthafens schicken.

Warum dafür gerade die Farbe blau gewählt wurde, diese Frage steht auf einem Blatt, dem die zugehörige Antwort bisher noch fehlt. Aufklärung direkt vor Ort gibt es allerdings zu einem anderen Teilaspekt dieser Gegend: Der Vorgeschichte des Areals.

Der zugehörige Text wurde auf einem Schild hinterlassen, das ebenfalls in das Geländer des neuen Bauwerkes eingearbeitet worden ist. Zur Historie der Gegend, die sich seit 2010 als „Stadthafen Leipzig“ einen neuen Namen macht, ist darauf vermerkt: „Hier, auf einer Insel zwischen zwei Elsterarmen, wurde 1866 die Neue Leipziger Schwimmanstalt – das spätere Schreberbad – eröffnet. Die Herren- und die Damenbecken waren mit Tief- und Flachbassins, ‚Auskleidezellen‘ und ‚Springgerüsten‘ ausgestattet. Nach Kriegsschäden und Umbauten blieb nur das Hauptgebäude erhalten. Das Bad wurde 2007 modernisiert.“

Scheinbararer Namensgeber ist der Leipziger Arzt Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808-1861). Über ihn heißt es in der Wikipedia: „Er lernte an der Thomasschule und studierte an der Universität Leipzig. 1844 übernahm er die Leipziger orthopädische Heilanstalt. In seinen Schriften beschäftigte er sich vor allem mit der Gesundheit der Kinder und den sozialen Folgen des Stadtlebens am Beginn der Industrialisierung. Neben ’systematischer Heilgymnastik‘ warb er auch für eine Ertüchtigung der Stadtjugend durch Arbeit im Grünen, etwa in Armen- und Specialgärten, da das Umfeld der Mietskasernen wenig entsprechende Möglichkeiten bot.“

Oft wird Schreber auch als Urvater aller deutschen Kleingärtner gehandelt – dass dem scheinbar doch nicht so ist, auch darüber weiß die Wikipedia zu berichten. Im Artikel „Kleingarten“ heißt es in der Netz-Enzyklopädie: „Schreber war jedoch nicht der Erfinder der Schrebergartenbewegung, wie landläufig noch immer angenommen wird, sondern nur der Namensgeber. Es war sein Mitstreiter, der Schuldirektor Ernst Innozenz Hauschild, auf dessen Initiative der erste Schreberverein zurückgeht.“

Wer auch immer es war: Dass in der Gegend einmal ein Hafen entstehen würde, den gas- und elektrobetriebene Motorboote ansteuern, um Touristen aus aller Welt in Richtung eines „Neuseenlandes“ zu verfrachten, haben wohl weder Schreber noch Hauschild auf dem Zettel gehabt. Sie kannten Orte wie Magedeborn, Cröbern und Cospuden noch als lebendige Dörfer und nicht als Begriff für eine Halbinsel, eine Deponie oder einen Baggersee. So gesehen sind die blauen Lichtstreifen an der neuen Schreberbrücke auch ein Zeichen für den Wandel der Zeit – welch enormen Fußabdruck er bei seinem Marsch durch die Leipziger Tieflandsbucht bisher hinterlassen hat.

Netzinfo Schreberbad und Projekt Stadthafen beim Neue Ufer e.V.

Von der Grubenstadt zum Tourismusmagneten?: Neuer Höhenflug für Markkleebergs Besucherzahlen

17 Sep

Die Stadt Markkleeberg scheint als Urlaubsort immer attraktiver zu werden. Im Jahr 2010 gab es erneut gestiegene Besucherzahlen und damit im Rathaus Grund zum Jubeln. „Urlaubsort Markkleeberg knackt die 100.000er-Marke“ hieß es am 16. September aus der Stadtverwaltung.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 113.003 Übernachtungen in der Zwei-Seen-Kommune registriert worden, teilten die Stadtväter mit. Dabei habe man 53.182 Gästeankünfte gezählt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Besucher liegt damit bei mittlerweile rund zwei Tagen.

Beliebt sei das Pleißestädtchen vor allem bei Gästen aus Mitteldeutschland. 43 Prozent der Anfragen seien aus Sachsen gekommen, 16 Prozent aus Thüringen. Immerhin die drittgrößte Besuchergruppe scheint Europas größter Binnenwasserregion zu entstammen: 14 Prozent aller Anfragen hätten dem Rathaus zufolge ihren Ursprung in Berlin gehabt.

Markkleeberg mit gestiegenen Zahlen durch scheinbar wachsende Attraktivität bei Besuchern – für Oberbürgermeister Bernd Klose nicht nur ein Erfolg, sondern auch Ansporn zur weiteren Entwicklung des touristischen Potenzials seiner Stadt. Klose: „Die Zahlen bestätigen die bisherigen Bemühungen der Tourismusentwicklung unserer Stadt: Wir sind auf einem guten Weg.“

Markkleeberg sei insbesondere bei Kurzurlaubern sehr beliebt, ließ das Stadtoberhaupt weiter wissen. Mit den Zahlen verbinde sich aber auch ein konkretes neues Ziel. Klose: „Mit der weiteren Steigerung von Übernachtungen und Gästeankünften werden wir verstärkt daran arbeiten, Anreize zu schaffen, um die Aufenthaltsdauer der Gäste zu erhöhen.“

Fahrgastschifffahrt in der Messestadt: Regelbetrieb für das LeipzigBoot

13 Sep

Die „RANAboot“ GmbH hat einen Fahrplan für ihre Touren mit dem „LeipzigBoot“ vorgelegt. Bis ihre Wassertaxis ins Winterlager kommen, haben die messestädtischen Fahrgastschiffer Touren innerhalb des Stadtgebietes, bis zur Connewitzer Schleuse und in RIchtung Cospudener See im Programm.

Gestartet wird immer dienstags bis sonntags um 11.00, 13.00, 15.00 und 17.00 Uhr zu sogenannten „Auenwald-Touren“. „Neuseenland-Touren“ hingegen werden nur am Wochenende oder auf Anfrage angeboten. Startzeit dafür ist jeweils 10.00 Uhr im Stadthafen. Die Ankunft im Hafen des Cospudener See ist für 13.00 Uhr angegeben. 14.00 Uhr legen die Fahrgastschiffe der Kehr-Flotte zur Rückfahrt in Richtung Stadthafen ab.

Für die wochenendlichen Touren an die neuen Ufer haben die Organisatoren auch einen Taxitransfer eingerichtet. Die beigen Droschken warten dann jeweils um 12.45 Uhr am Stadthafen, um jene Passagiere ins Hafendörfchen „Pier 1“ zu bringen, die von hier aus ab 14.00 Uhr zurück in die Messestadt gleiten wollen. Auf der Rückfahrt aus Markkleeberg nehmen sie die Fahrgäste mit, die an der Vormittagsfahrt zum Cospudener See teilgenommen hatten.

„RANAboot“ wirbt um Nachsicht, falls es zu Zeitverschiebungen kommt: „Bitte haben Sie Verständnis für eventuelle Fahrplanverschiebungen. Wir sind nicht allein auf dem Wasser unterwegs. Dichter Bootsverkehr und Wartezeiten an den Schleusen sind von uns nicht beeinflußbar.“

Als Fahrpreise werden für einstündige innerstädtische Touren 12,00 Euro aufgerufen – Kinder kommen für die Hälfte an Bord. 90 Minuten bis zur Connewitzer Schleuse kosten 18.00 bzw. 9,00 Euro. Für die zweistündige „Auenwald-Tour“ werden 24,00, ermäßigt 12,00, Euro fällig. Tickets für die „Neuseenland-Tour“ sind für 35,00/17,00 Euro zu haben.

www.ranaboot.de