Archiv | Februar, 2011

Neuseenland-Lexikon: „K“ wie „Kanupark Markkleeberg“

26 Feb

Kanupark Markkleeberg: Künstliche Wildwasserbahn am Nordostufer des Markkleeberger Sees. Das Objekt wird als „die modernste Wildwasseranlagen Europas“ gepriesen. Entstanden ist es im Zuge der Leipziger Bewerbung um die olympischen Spiele 2012.

Die Sportstätte besteht aus zwei Teilbereichen. Die Wettkampfstrecke hat nach Betreiberangaben eine Länge von 270 Metern und misst 8,40 Meter in der Breite. Der Höhenunterschied zwischen Start- und Zielbecken soll 5,20 Meter betragen. Der Trainingsparcours soll der Verwaltung zufolge 130 Meter lang und rund 5,70 Meter breit sein. Hier betrage der Höhenunterschied zwischen Start- und Zielbecken 1,80 Meter.

Bei Umweltschützern ist der K. wegen seines Energiehungers nur mäßig beliebt. Über die Leistung und damit den Bedarf heißt es bei kanupark-markkleeberg.com:  „Die Pumpenanlage im Kanupark umfasst insgesamt 6 Aggregate, die zusammen eine Volumenförderleistung von ca. 28.000 Litern pro Sekunde aufweisen bei einer Gesamtleistung von ca. 2.800 PS.“

Eröffnet 2007 erwies sich der K. zumindest an Veranstaltungstagen als Besuchermagnet. Angeboten werden Wildwasser-Rafting und Wildwasser-Kajak. 2008 wurden hier unter anderem Qualifikationen für die Olympischen Spiele in Peking und der internationale C-Wettkampf im Kanu-Slalom ausgetragen.

Über die Entwicklung der Besucherzahlen heißt es von den Betreibern: „In seiner zweiten Saison 2008 konnten 15.300 Freizeitsportler sowie über 260.000 Besucher im Kanupark begrüßt werden. 2009 nutzten 18.350 Gäste die Wildwasser-Angebote und 330.000 Besucher besuchten den Kanupark als Zuschauer.“ 2011 hätten wieder „mehr als 20.000 Wassersportbegeisterte die Angebote des Kanuparks“ wahrgenommen.

Positives Fazit, sanfte Kritik und mahnende Worte ins Neuseenland: Die „Beach & Boat“ 2011

21 Feb

Die „Beach & Boat“ 2011 ist Geschichte. Die dritte Ausgabe der jungen Leipziger Wassersportmesse ging am Sonntag auf dem Neuen Messegelände zu Ende. Die Veranstalter zeigten sich zufrieden. Auch die Aussteller zogen ein zumeist positives Fazit.

14.100 Besucher seien in diesem Jahr zur neuen Leipziger Saisonauftaktschau gekommen, hieß es am Sonntag-Abend aus der Pressestelle. Ein leichtes Plus zu 2010, damals wurden 13.500 zahlende Gäste gezählt. Auch die Ausstellerzahl ist im Vergleich zum Vorjahr nicht gesunken. 140 Projekte, Händler und Unternehmen hatten sich 2011 für einen Messeauftritt entschieden.

Leipzigs oberster Messemann Martin Buhl-Wagner schien über dieses Ergebnis nicht unglücklich. Für ihn habe die „junge dynamische“ Veranstaltung erwiesen, dass sie hervorragend in die mitteldeutsche Messelandschaft passt. Die „Beach & Boat“ sei seit 2009 kontinuierlich gewachsen, heißt es von Buhl-Wagner im Abschlussbericht. Mit den Seengebieten rund um Leipzig und in der Lausitz sei sie eng verknüpft. Für den Messe-Mann eine perfekte Ehe: „Die neuen Seenländer liefern der Messe Themen und Ideen – und die Messe trägt dazu bei, diese Inhalte in eine breite Öffentlichkeit zu tragen, Partner zu vernetzen und immer mehr Menschen für Aktivitäten am und auf dem Wasser zu begeistern.“

Beide Reviere würden Sachsen gute Chancen bieten, neue Urlaubergruppen zu gewinnen, ergänzte Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok. „Obwohl die Flutung der Seen und der Bau der Kanäle noch nicht abgeschlossen sind, ziehen die neuen Seenlandschaften schon jetzt immer mehr Menschen aus nah und fern an“, fügte der Schirmherr der „Beach & Boat“ hinzu. Der Freistaat unterstütze diese Entwicklung, weil „die wassertouristischen Angebote den Freistaat als Reiseland noch attraktiver machen“, so Morlok schließlich.

Positiv die Bilanz auch bei den meisten Ausstellern. Nur an manchen Ständen gab es Kritik wegen der zeitlichen Nähe zu anderen Boots- und Wassersportmessen. Anderswo war eine gewisse Sehnsucht nach mehr Fachpublikum mit maritimem Antrieb zu spüren.

Bei den „Beach & Boat“-Teilnehmern aus Leipzig gab es jedoch Einigkeit, vor allem was die Entwicklung der jungen Saisonauftaktschau angeht. Die Messe sei wichtig für die neue Wasserregion, so der Tenor bei den meisten messestädtischen Wasser-Unternehmern. Der Trend der Saisonauftaktschau gehe nach oben, nicht nur was die Zahlen angeht, sondern auch den Anspruch.

Christian Conrad: „Ich selbst finde die Messe unglaublich wichtig für unsere Region, weil sie so integriert. Man trifft hier nicht nur Kunden, sondern ich finde es genauso wichtig, dass sich hier alle Akteure treffen und dass auch brisante Themen, bei der Seenland-Konferenz zum Beispiel, angesprochen werden.“ Auch was Boote und Technik betrifft habe sich die „Beach & Boat“ weiterentwickelt, so der Seenverwalter von der LeipzigSeen GmbH. Seine Firma ist unter anderem am Kulkwitzer, dem Cospudener und dem Hainer See unterwegs.

Auch Ralf Baumholzer vom Segel-Dienstleister „Yacht und Jolle“ sieht die Entwicklung, wenn auch mit Einschränkungen, durchaus positiv. „Die Tendenz ist schon zunehmend, was Flächen und das Angebot an Booten betrifft. In der Hinsicht nimmt es zu. Es ist aber nicht unbedingt ein größeres Kundeninteresse zu verzeichnen“, so der Bootsmann aus der Angerstraße zu seiner Sicht auf die Entwicklung des jüngsten Leipziger Messe-Babies.

Die „Beach & Boat“-Besucher reisten in diesem Jahr zum größten Teil aus der Region an. 71 Prozent kamen aus einem Umkreis von 200 Kilometern. Nur rund ein Viertel sei direkt aus Leipzig gekommen – in der angeblichen Wasserstadt also noch ein enormes Wachstums-Potenzial. Mit 21 Prozent am stärksten vertreten war die Altersgruppe zwischen 40 und 50. Dicht gefolgt von den 30- bis 40-Jährigen mit 19 Prozent. Erhoben wurden die Zahlen vom Leipziger Institut für Marktforschung.

Die Interviewer stellten außerdem fest: Die meisten Gäste kamen nur zum Gucken. 71 Prozent der Befragten klickten am Umfrage-Terminal die Rubrik „Anregungen holen“. 63 Prozent wollten sich über bestimmte Produkte informieren. Immerhin 54 Prozent der Befragten waren mit der Absicht gekommen, etwas vor Ort auszuprobieren. Das Fazit der Besucherbefragung trotzdem: Für vier Fünftel aller Befragten habe sich der Besuch gelohnt.

Auf Ausstellerseite fanden die Marktforscher aus der Handwerkerpassage heraus: Für 86 Prozent war das „Messeziel erreicht“. 78 Prozent waren mit dem Besucherstrom vor ihrem Stand zufrieden. 86 Prozent wollen wiederkommen, Mit 96 Prozent würden fast alle Aussteller die „Beach & Boat“ weiterempfehlen. Ein wichtiger Faktor für die Zusammensetzung der nächsten „Beach & Boat“.

Weniger nüchterne Zahlen, eher mahnende Worte gab es allerdings beim Seenland-Kongress, der schon am Donnerstag stattfand. Landrat Gerhard Gey war es, der dabei mit einem Satz voll ins Schwarze der regionalen Befindlichkeiten getroffen hat. „Es geht nicht nur darum, eine hervorragende Infrastruktur zu schaffen. Wir müssen die Menschen dabei mitnehmen“, sagte er zur weiteren Entwicklung der neuen Gewässerregion rund um Leipzig.

Der Landkreisvater scheint genau zu wissen, was auf ihn und seine Kollegen in den nächsten Wochen zukommt. Floßgraben, Schiffbarkeitserklärung und Motorboote gehören dazu und dürften bald wieder für mächtigen Wirbel sorgen. Auch dafür war die „Beach & Boat“ 2011 nur eine Saisonauftaktschau – aber sie war gelungen.

Neuseenland-Lexikon: „E“ wie „Elsterstausee“

18 Feb

Der Elsterstausee liegt südlich Leipzigs, westlich des Cospudener Sees. Das künstliche Gewässer wurde 1933 im Rahmen von Hochwasserschutzmaßnahmen angelegt. Die Oberfläche wird mit zirka 50 ha angegeben. In der Tiefe sind bis zu 3 m gemessen worden. Seit der Halbierung in den 70er Jahren sind Pumpen nötig, um den Wasserstand zu regulieren. Der Elsterstausee gilt als beliebtes Angler- und Fischerdomizil. Zusammen mit dem Kulkwitzer See war er lange Zeit das einzige größere Gewässer der Stadt. Der Bestand war nicht immer gesichert. Aktuell ist der See leer – eine unterirdische Wasserader soll für unkontrollierten Abfluß und damit das Verschwinden der Wassermassen gesorgt haben.

Im Frühjahr 2008 gab es eine privat initiierte Flutungsaktion. Dabei wurde mittels mobiler Pumpen und einem Notstromaggregat Wasser aus der tiefer gelegenen Elster in den auf das ursprüngliche Gelände aufgesetzten Wasserspeicher gepumpt. Nach dem Abbau der Notleitung begannen die Pegel wieder zu sinken.

Die Zukunft des Speichers bleibt weiter ungewiss. Die Stadt spricht angesichts der nötigen Sanierung von einem Finanzbedarf in Höhe von 15 Mio. Euro, die sie nicht hat. Auf Pächterseite fällt ob solch einer Summe das Wörtchen „Totschlagargument“. Hier wird davon ausgegangen, dass das Gewässer auch für einen Bruchteil dieser Summe gerettet werden könnte. Laut städtischem Umweltamt wurde mit Bekanntwerden der angespannten Situation im April 2007 zur Sanierung ein Antrag beim Sächsischen Oberbergamt eingereicht. Eine Entscheidung soll aber noch nicht gefallen sein. Rathausangaben zufolge seien damit „unter den derzeit gegebenen Umständen alle Möglichkeiten zur Erhaltung des Elsterstausees“ genutzt worden.

Neuseenland-Lexikon: „A“ wie „Auenhainer Bucht“

14 Feb

Auenhainer Bucht: Teil des Ostufers des Markkleeberger Sees. Das Areal soll sich als Sport- und Tourismusbereich entwickeln und etablieren. Größte Einrichtung in der A. ist der bereits eröffnete Kanupark Markkleeberg. Südöstlich davon sind schon heute Grundzüge einer Schleuse zu erkennen. Mit ihr soll der Markkleeberger See ab 2011 (mittlerweile III. Quartal 2012 – Anm.d.Red., 14.02.2012) einen Gewässerverbund mit dem dann vollständig gefluteten Störmthaler See bilden.

Der nördliche Teil der A. dürfte zukünftig vor allem für Badende und Schwimmende interessant werden. Hier ist im Mai 2008 mit dem rund 500 Meter langen Wachauer Strand der größte Badebereich des Markkleeberger Sees eröffnet worden. Der südöstliche Teil dagegen ist auch für Besucher mit Urlaubssambitionen empfehlenswert. Hier wurde im Juni 2008 das Feriendorf Seepark Auenhain eröffnet. Das Bungalowdorf bietet mit 32 Ferienhäusern ganzjährig die Möglichkeit, Übernachtungen im Neuseenland zu buchen.