Für die Bevölkerung entwickeln: Petra Köpping und zehn Jahre Cospudener See

12 Apr

Zehn Jahre wird er alt, der Cospudener See, in diesem Jahr. Am 1. Juni 2000 ist er eröffnet worden. Was er brachte, war eine Wende im Leipziger Stadtleben – das Wasser spielte plötzlich eine sehr große Rolle. Dampfer fahren zum Beispiel konnte man bis dahin in der Messestadt nicht – im Sommer 2000 aber war es groß in Mode.

Seit seiner Eröffnung hat sich der See prächtig entwickelt. Vieles, was dafür geplant und realisiert werden musste, ging vorher auch über den Schreibtisch von Petra Köpping, als der noch in der Bornaer Stauffenbergstraße stand. Von 2001 bis 2008 war sie Landrätin des Kreises Leipziger Land. Ahnte schon früh, welches Potenzial für die geschundene Tagebauregion in der neuen Seenlandschaft stecken würde. Heute sitzt sie im sächsischen Landtag in Dresden. Kümmert sich um Wirtschafts- und Kommunalpolitik. Den See aber hat sie nicht vergessen. Am 9. April schickte sie uns einige Zeilen zum runden Jubiläum des Gewässers.

Die Landtagsabgeordnete Petra Köpping.

Frau Köpping, zehn Jahre Cospudener See – was hat der See aus Ihrer Sicht für die Stadt Leipzig und den Südraum gebracht?
Köpping: Aus einer Region, die lieber keiner kennen wollte, ist eines der beliebtesten Naherholungsziele für ganz Leipzig und die umliegenden Regionen geworden. Sobald die Sonne scheint, hat man das Gefühl, ganz Leipzig versammelt sich am See. Es ist wunderbar und hat die Erwartungen der damaligen Visionäre aus dem Südraum von Leipzig, ein Leipziger Neuseenland zu bauen, wirklich erfüllt. Neben der Umsetzung der größten Landschaftsbaustelle Europas von einer Tagebaulandschaft in eine Seenlandschaft, sind neue Wirtschaftszweige und damit Arbeitsplätze geschaffen worden.

Die Entwicklung war rasant, es gab aber auch Problemzonen – was hätte aus Ihrer Sicht besser werden können?
Köpping: Es gab in den vergangenen Jahren eine enge Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Akteuren, den Gemehmigungsbehörden und der Landesregierung, sowie der LMBV. Dennoch war die Zusammenarbeit nicht nur von Harmonie geprägt. Klar, es musste eine Abstimmung zwischen den Städten und Gemeinden zur Nutzung der Seen getroffen werden, aber auch Befindlichkeiten zwischen den einzelnen Akteuren waren nicht immer nur von Vorteil. Aus heutiger Sicht schätze ich den Beginn der Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes als wesentlich besser ein, als im späteren Verlauf. Aber man darf auch nicht verkennen, dass natürlich auch die Entscheidungsprozesse im Laufe der Jahre nicht einfacher geworden sind.

Ein weiterer schwieriger Punkt ist die Mitnahme der Bürgerinnen und Bürger. 10 Jahre Entwicklung sind auch eine lange Zeit und nicht alle können sich an die Anfänge erinnern, oder sie waren noch gar nicht in dieser Region. So ist die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Punkt für die Akzeptanz der Planungen und sie müssen auch an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Die Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes darf nicht gegen die Interessen der Bürger erfolgen. Denn für die Bevölkerung sollen sich die Seen ja entwickeln.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Cospudener Sees?
Köpping: Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Abstimmungen, und die betreffen ja nicht nur den Süden von Leipzig, also für das gesamte Leipziger Neuseenland, konstruktiv und im Interesse der gesamten Region stattfinden. Aber ich wünsche mir auch die Unterstützung der Bevölkerung bei der Umsetzung. Was hier entsteht, ist einmalig – wo in Deutschland hat man schon die Möglichkeit, eine neue Landschaft zu gestalten. Diese Chance der Gestaltung, sollten wir gemeinsam nutzen.

Köpping im Netz: www.petra-koepping.de

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