Archiv | April, 2010

Anhörung für Regelwerk: Verfahren zur Schiffbarmachung Leipziger Gewässer in der Landesdirektion

30 Apr

Sie war angekündigt worden, die rechtliche Schiffbarmachung der Gewässer zwischen Stadthafen und Cospudener See und damit auch des Floßgrabens zwischen Leipzig und Markkleeberg. Seit dieser Woche werden Nägel mit Köpfen gemacht. In der Landesdirektion wurde am Montag das „Verfahren zur Schiffbarmachung des Kurses 1 des Touristischen Gewässerverbundes“ eröffnet.

Auftakt dieses Verfahrens war eine „Anhörungskonferenz“ zur Schiffbarmachung von „Kurs 1“ des gewässertouristischen Nutzungskonzeptes zwischen Stadthafen Leipzig und Cospudener See. Nötig geworden war der behördliche Vorgang, weil es für diese Gewässer bis jetzt noch keine Schifffahrtsregeln gibt. „Dieses Verfahren dient dazu, die grundsätzliche Zulässigkeit der Befahrung des betroffenen Gewässers mit motorbetriebenen Booten zu prüfen, zu gestatten und mit anderen Nutzungen in Einklang zu bringen“, heißt es in einer Pressemitteilung vom 26. April. Das Verfahren werde durch die Landesdirektion Leipzig als zuständige Behörde „gemäß den Bestimmungen des Sächsischen Wassergesetzes durchgeführt.“

Wird in Minimal-Variante gebaut: der Leipziger Stadthafen.

Der Behörde zufolge wurde das Verfahren erforderlich, „da eine zunehmende wassertouristische Nutzung des Leipziger Neuseenlandes und damit auch Interessenskollisionen erwartet werden.“ Außerdem seien bisher noch keine einheitlichen Verkehrsregelungen eingeführt, mit denen mögliche Streitfälle eindeutig geregelt werden könnten. Sprich: demnächst Schifffahrtsrecht nach Sächsischer Schifffahrtsverordnung auch für Leipzig und die gefluteten Tagebaurestlöcher im sogenannten „Neuseenland“. Letztendlich vollzogen durch die Wasserschutzpolizei oder die Landesschifffahrtsbehörde. Der positive Nebeneffekt: die bislang noch nötigen Einzelgenehmigungen für Motorboote würden entfallen.

Seit Montag läuft es, das Anhörungsverfahren für die Schiffbarmachung des „Kurs 1“ zwischen zukünftigem Stadthafen und Cospudener See. Wie lange es dauern wird, ist noch nicht bekannt. „Wir arbeiten zügig dran“, sagte Landesdirektionssprecher Stefan Barton am Donnerstag gegenüber der L-IZ. Bei der Frage nach der Dauer vergaß er nicht zu erwähnen: „Immerhin ist es das erste seiner Art in Sachsen.“

Zum weiteren Werden dieses Verfahrens hieß es aus der Landesdirektion: „Die im Ergebnis eingehenden Stellungnahmen werden zunächst ausgewertet und abgewogen. Sofern es für die Entscheidung erforderlich ist, wird die Durchführung einer zweiten Anhörung nicht ausgeschlossen. Zudem ist zur Schiffbarkeitserklärung das Einvernehmen mit den Sächsischen Staatsministerien des Innern und für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr herzustellen.“

Kommt es irgendwann zu einem Ergebnis, wird schließlich die „Schiffbarkeit durch Bekanntgabe im Amtsblatt gegenüber Jedermann erklärt.“ Erwartete Effekte aus Sicht der Landesdirektion: „Planungssicherheit für Investoren sowie konstante, verlässliche Bedingungen für alle Nutzer, aber auch eindeutige Regelungen für einen schonenden Bootsverkehr insbesondere auf sensiblen Gewässern.“

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Aus Kohlegrube wird Musikmagnet: Endspurt-Geschichten vom „Highfield“-Umzug (2)

27 Apr

Fast viermal soviele Menschen wie üblich werden im Sommer in der Gemeinde Großpösna nächtigen, wenn es vom 20. bis zum 22. August zum ersten „Highfield“-Festival am Störmthaler See kommt. Der Standort ist neu. Auf dem Festivalgelände muss noch viel geschehen. L-IZ und Gemeindeverwaltung haben sich zum „Highfield“-Protokoll im Vorfeld verabredet. Einmal im Monat schreiben wir auf, wie es um die Vorbereitungen auf das Großereignis steht. Gesprächspartner auf Seiten der Organisatoren ist Daniel Strobel. Im normalen Leben ist er als Hauptamtsleiter der Gemeinde Großpösna unterwegs.

Störmthaler See: Blick zur Magdeborner Halbinsel.

Herr Strobel, was ist baulich in den ersten Aprilwochen fertig geworden, was wird als nächstes angegangen?
Strobel: Das Gelände ist jetzt durch die LMBV vollständig hergerichtet und die Verträge mit den Landwirten sind mittlerweile unter Dach und Fach. Diese haben bereits Gras eingesät, damit die für das Festival notwendige Grasnarbe im Sommer schon hinreichend fest verwachsen ist, um die tanzenden Besucher zu tragen. Der Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land konnte mittlerweile auch sicherstellen, dass eine vorhandene Wasserleitung für das Festival benutzt werden kann. Mit dem AZV Espenhain konnte die mobile Abwasserentsorgung geklärt werden. An baulichen Veränderungen steht auf dem Gelände nichts an, das Gras soll die Zeit zum Wachsen bekommen, die es benötigt. Die nächsten Veränderungen auf dem Gelände sind voraussichtlich erst der Aufbau durch Semmel Concerts im August.

Die Zufahrt zum Festivalgelände sollte einen eigenen Namen bekommen – wie haben Sie die Straße genannt?
Strobel: Unsere Gemeinderäte haben sich entschieden, die Straße – entsprechend ihrer alten Funktion – jetzt erst einmal „Alte F 95“ zu nennen. Wir wollen uns in Zukunft Gedanken machen, wie wir die am Störmthaler See entstehenden Straßen und Wege einem durchdachten Konzept folgend benennen werden. Ziel war jetzt erstmal nur die Benennung, damit Semmel Concerts eine Lieferadresse bekommt.

Zelten wird sehr wichtig sein – wie steht es um den Campingplatz, alles nur „Dixi“?
Strobel: Da in diesem Jahr die Ver- und Entsorgung des Geländes noch mit mobilen Einrichtungen erfolgen muss, könnte man dies auf den ersten Blick meinen. Es werden tatsächlich aber die bewährten Dusch- und Sanitärcontainer auf dem Zeltplatz eingesetzt. Die Festivalgäste werden die mobile Infrastruktur also gar nicht spüren, diese findet quasi hinter den Kulissen statt. Auf dem großen Campingplatz wird es für eilige Geschäfte ergänzend auch mobile Toiletten in ausreichender Anzahl geben müssen. Auf dem Festivalgelände selbst wird komplett mit Mobiltoiletten gearbeitet.

Wie bereiten sich die Großpösnaer Einwohner eigentlich auf das „Highfield“ vor?
Strobel: Bis jetzt ganz entspannt. Das bedeutet, dass wir als Verwaltung keine Besorgnis oder Beunruhigung der Bevölkerung verspüren, wie man dies vielleicht vermuten könnte. Eher eine neugierige Spannung, was da auf uns alle zukommt. Grundsätzlich ist die Stimmung positiv. Das gilt für die ganze Region.

Was gibt es in Sachen „Highfield“ im Moment noch zu vermelden – was habe ich vergessen zu fragen?
Strobel: Das Verkehrskonzept, ein ganz wichtiger Baustein der Vorbereitungen, steht jetzt kurz vor der Fertigstellung. Der Entwurf befindet sich derzeit in der Anhörung der betroffenen Kommunen. Eines ist klar, es wird durch den An- und Abreiseverkehr Einschränkungen nicht nur für die Anwohner, sondern auch für die Pendler geben, die an den An- und Abreisetagen bspw. die B 95 oder die S 242, die Straße zwischen Espenhain und Störmthal, benutzen wollen. Letztere wird wahrscheinlich für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Wir werden dazu frühzeitig informieren, damit sich jeder darauf einrichten kann und ggf. auf Alternativrouten ausweicht.

Zehn Jahre Cospudener See: Gemeinsame Erklärung aus Zwenkau, Markkleeberg und Leipzig

25 Apr

Zehn Jahre wird er alt, der Cospudener See im Juni 2010. Am 22. April luden die drei Anlieger-Gemeinden Leipzig, Zwenkau und Markkleeberg zu einem Pressegespräch. Am Nachmittag ließen die drei Städte eine gemeinsame Erklärung folgen. Thema: Zehn Jahre Cospudener See – eine Erholungslandschaft feiert Jubiläum.

„Was hier aus einer von rund 20 Jahren Braunkohlenabbau zu DDR-Zeiten verwüsteten Gegend geschaffen und zur Weltausstellung EXPO 2000 als dezentrales Projekt unter dem Motto „Landschaftsnutzung – Landschaftspflege: Vom Kontrast zum Konsens“ der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben wurde, ist heute aus dem Südraum Leipzigs nicht mehr wegzudenken“, heißt es in der Erklärung zunächst.

Segler vorm Nordufer des Cospudener Sees.

Zu seinen Anfängen schreiben die drei Verwaltungen weiter: „Der Cospudener See war der erste Bergbaurestsee im schrittweise entstehenden Neuseenland, der einer Nachnutzung zugänglich gemacht wurde. Vorrangig ging es bei seiner Entwicklung um die Wiederherstellung des Naturraumes.“

In zehn Jahren sei hier eine einzigartige Erholungs- und Freizeitlandschaft entstanden, die sowohl Bereiche umfasst, die stärker dem Natur- und Landschaftsschutz gewidmet sind als auch intensiver für Naherholung und Sport genutzte Areale. Mehr als eine halbe Million Gäste würden den See und seine Möglichkeiten mittlerweile pro Jahr nutzen. Die drei See-Gemeinden in ihrer gemeinsamen Erklärung weiter: „Mit seinen Stränden, Gärten, Aufforstungen, dem Rundweg und dem sonstigen Wegenetz, dem Hafen Zöbigker und der Bistumshöhe ist der Landschaftspark Cospuden eine Erfolgsgeschichte, die nicht möglich gewesen wäre ohne die Kooperation der Städte Leipzig, Markkleeberg und Zwenkau und die Zusammenarbeit mit zahlreichen Planungsbüros, Baufirmen, Ämtern und Genehmigungsbehörden, Bergbau-Sanierungsträgern, Sponsoren und Betreibern.“

Von Markkleebergs Baubürgermeister Dr. Philipp Staude heißt es in der Meldung: „Nur wer damals – Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts – wirklich am Rande dieses großen Loches gestanden und den im Vorfeld des Tagebaus nördlich abgeholzten Auenwald gesehen hat, kann ermessen, welch gigantischen Wandel die Landschaft seitdem erfahren hat, an die wir uns mittlerweile fast als selbstverständlich gewöhnt haben“. Er erinnert in seinen Zeilen auch an die Bürgerinitiative „Stoppt Cospuden“, die 1992 einer der Auslöser für die Einstellung des Tagebaubetriebes war. 1998 hatten die Städte Markkleeberg und Leipzig schließlich große Flächen des Tagebaus und der Ufer erworben.

„Heute“, so Staude, „gibt es hier ein prosperierendes Hafengelände, man kann hier fast alle Wassersportarten betreiben und hat das Gefühl, an einem Urlaubsort zu sein. Zöbigker ist jetzt eine der attraktivsten Adressen im Großraum Leipzig. Wir werden auch weiterhin alles tun, um den Cospudener See für die Besucher noch attraktiver zu machen.“

Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal schrieb in der Meldung: „In den zurückliegenden zehn Jahren wurde intensiv an einer weiteren gewässertouristischen Vernetzung des Leipziger Neuseenlandes gearbeitet.“ Zunehmend kristallisierten sich realisierungsfähige Projekte heraus. Beispiel dafür sei die Verbindung zwischen dem entstehenden Stadthafen Leipzig und dem Cospudener See über den so genannten „Kurs 1“ des Gewässerverbundes.

Rosenthal weiter: „Am 20. August werden wir die erste bootsgängige Verbindung zwischen Leipzig und dem Cospudener See als ‚Tag Blau’ entlang des Wasserlaufs wirkungsvoll in Szene setzen und damit die Palette der Veranstaltungen zum See-Jubiläum bereichern.“ Von diesem Tag an soll es möglich sein, an der dann fertig gestellten Außenmole des Stadthafens an- und abzulegen. Der Anleger soll als „Herzstück des Gewässerverbundes“ schrittweise entwickelt werden.

Schließlich kam in der Erklärung auch Zwenkaus Stadtoberhaupt Holger Schulz zu Wort. „Mit der Fertigstellung des Harthkanales 2013/2014 – der kurzen Gewässerverbindung zwischen Cospudener und Zwenkauer See – wird nicht nur der Schlüsselkurs 1 des Gewässerverbundes in seiner Gänze befahrbar“ betonte er in seinen Zeilen. „Dann werden beide Seen als durchgängiges Areal von rund 14 Quadratkilometer für die Menschen erlebbar. Lag Zwenkau einst in einer bizarren Tagebaulandschaft sprichwörtlich ‚hinter dem Mond’, so entsteht hier heute eine attraktive, bunte Wohn-, Arbeits-, Freizeit und Erholungslandschaft, welche für Leipziger und Gäste aus entfernteren Gebieten sehr gut auf dem Land- und Seeweg erreichbar ist.“

Wertvoll für die gesamte Region: Oliver Fritzsche über zehn Jahre Cospudener See

23 Apr

Zehn Jahre Cospudener See, so lautet eines der großen Jubiläen dieses noch jungen Jahres 2010. Eine Dekade erstes geflutetes Tagebaurestloch im Großraum Leipzig – wir wollten von einigen Politikern und Verwaltungsleuten wissen, wie sie die Entwicklung des Gewässers einschätzen. Angefragt waren unter anderem Markkleebergs Oberbürgermeister Bernd Klose und sein Kollege Burkhard Jung aus dem Leipziger Rathaus. Erste Gratulantin war am 12. April die Ex-Landrätin und heutige Landtagsabgeordnete Petra Köpping (SPD). Heute kommt der Markkleeberger Landtagsabgeordnete Oliver Fritzsche (CDU) zu Wort.

Oliver Fritzsche.

Herr Fritzsche, zehn Jahre Cospudener See, was hat der See aus Ihrer Sicht für die Stadt Markkleeberg und den Südraum gebracht?
Fritzsche: Wo vor zwei Jahrzehnten noch Kohlebagger ihren Dienst taten, ist eine fantastische Freizeit- und Erholungslandschaft entstanden. Der Cospudener See zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise den Wandel einer gesamten Region. Er bietet Potential für vielfältige Aktivitäten. Der See ist über die vergangenen zehn Jahre zu einem zentralen Stadtbaustein für Markkleeberg geworden. Die Stadt Markkleeberg ohne den Cospudener See ist kaum mehr vorstellbar. Die rege Nutzung durch Anwohner und Erholungssuchende zeigt die Akzeptanz dieser jungen Kulturlandschaft im Leipziger Südraum.

Die Entwicklung war rasant, es gab aber auch Problemzonen – was hätte aus Ihrer Sicht besser werden können?
Fritzsche: Wenn man sich vergegenwärtigt, wo der Ausgangspunkt der Seenentwicklung liegt, dann wird deutlich, welche Mammutaufgabe mit der Entwicklung des Cospudener Sees durch die Region zu meistern war. Beschleunigt durch die Möglichkeiten der EXPO 2000 war es die Aufgabe aller Akteure im Leipziger Südraum, die Entwicklung des Sees nicht nur zu begleiten, sondern sie aktiv zu gestalten. Unterschiedliche Vorstellungen, Erfahrungen und Interessen mussten in diesem Prozess gebündelt und abgewogen werden. Eine solche Aufgabe ist nicht frei von Konflikt und stellt hohe Anforderungen an die Kommunikation aller Beteiligten. Manche Dinge lassen sich im Vorfeld einer solchen Landschaftsumgestaltung auch nur erahnen und manches Mal zeigt sich erst in der Umsetzung die gesamte Komplexität. Es ist daher insbesondere allen zu danken die den Mut hatten, Dinge zu entscheiden und Entwicklungen auf den Weg zu bringen. Diesen Mut wünsche ich der gesamten Region auch für die Zukunft.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Cospudener Sees?
Fritzsche: Ich hoffe und wünsche, dass es auch in Zukunft ein friedliches Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungen und damit Nutzergruppen am See gibt. Mit dem Cospudener See wurde etwas sehr Wertvolles für die gesamte Region geschaffen. Ich hoffe, dass alle beteiligten Akteure – vom Erholungssuchenden, über den Aktivsportler bis zum Gewerbetreibenden – dies anerkennen und entsprechend handeln. Der Cospudener See ist nicht nur ein Geschenk für die Menschen, sondern auch Verpflichtung. Der See ist ein Markenzeichen für Markkleeberg und die Region – er ist unser Markenzeichen.

Für die Bevölkerung entwickeln: Petra Köpping und zehn Jahre Cospudener See

12 Apr

Zehn Jahre wird er alt, der Cospudener See, in diesem Jahr. Am 1. Juni 2000 ist er eröffnet worden. Was er brachte, war eine Wende im Leipziger Stadtleben – das Wasser spielte plötzlich eine sehr große Rolle. Dampfer fahren zum Beispiel konnte man bis dahin in der Messestadt nicht – im Sommer 2000 aber war es groß in Mode.

Seit seiner Eröffnung hat sich der See prächtig entwickelt. Vieles, was dafür geplant und realisiert werden musste, ging vorher auch über den Schreibtisch von Petra Köpping, als der noch in der Bornaer Stauffenbergstraße stand. Von 2001 bis 2008 war sie Landrätin des Kreises Leipziger Land. Ahnte schon früh, welches Potenzial für die geschundene Tagebauregion in der neuen Seenlandschaft stecken würde. Heute sitzt sie im sächsischen Landtag in Dresden. Kümmert sich um Wirtschafts- und Kommunalpolitik. Den See aber hat sie nicht vergessen. Am 9. April schickte sie uns einige Zeilen zum runden Jubiläum des Gewässers.

Die Landtagsabgeordnete Petra Köpping.

Frau Köpping, zehn Jahre Cospudener See – was hat der See aus Ihrer Sicht für die Stadt Leipzig und den Südraum gebracht?
Köpping: Aus einer Region, die lieber keiner kennen wollte, ist eines der beliebtesten Naherholungsziele für ganz Leipzig und die umliegenden Regionen geworden. Sobald die Sonne scheint, hat man das Gefühl, ganz Leipzig versammelt sich am See. Es ist wunderbar und hat die Erwartungen der damaligen Visionäre aus dem Südraum von Leipzig, ein Leipziger Neuseenland zu bauen, wirklich erfüllt. Neben der Umsetzung der größten Landschaftsbaustelle Europas von einer Tagebaulandschaft in eine Seenlandschaft, sind neue Wirtschaftszweige und damit Arbeitsplätze geschaffen worden.

Die Entwicklung war rasant, es gab aber auch Problemzonen – was hätte aus Ihrer Sicht besser werden können?
Köpping: Es gab in den vergangenen Jahren eine enge Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Akteuren, den Gemehmigungsbehörden und der Landesregierung, sowie der LMBV. Dennoch war die Zusammenarbeit nicht nur von Harmonie geprägt. Klar, es musste eine Abstimmung zwischen den Städten und Gemeinden zur Nutzung der Seen getroffen werden, aber auch Befindlichkeiten zwischen den einzelnen Akteuren waren nicht immer nur von Vorteil. Aus heutiger Sicht schätze ich den Beginn der Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes als wesentlich besser ein, als im späteren Verlauf. Aber man darf auch nicht verkennen, dass natürlich auch die Entscheidungsprozesse im Laufe der Jahre nicht einfacher geworden sind.

Ein weiterer schwieriger Punkt ist die Mitnahme der Bürgerinnen und Bürger. 10 Jahre Entwicklung sind auch eine lange Zeit und nicht alle können sich an die Anfänge erinnern, oder sie waren noch gar nicht in dieser Region. So ist die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Punkt für die Akzeptanz der Planungen und sie müssen auch an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Die Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes darf nicht gegen die Interessen der Bürger erfolgen. Denn für die Bevölkerung sollen sich die Seen ja entwickeln.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Cospudener Sees?
Köpping: Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Abstimmungen, und die betreffen ja nicht nur den Süden von Leipzig, also für das gesamte Leipziger Neuseenland, konstruktiv und im Interesse der gesamten Region stattfinden. Aber ich wünsche mir auch die Unterstützung der Bevölkerung bei der Umsetzung. Was hier entsteht, ist einmalig – wo in Deutschland hat man schon die Möglichkeit, eine neue Landschaft zu gestalten. Diese Chance der Gestaltung, sollten wir gemeinsam nutzen.

Köpping im Netz: www.petra-koepping.de