Im Stadtrat nichts passiert: Monika Heinrich, Markkleeberg, Flächennutzungsplan

9 Dez

Ein Golfhotel am Cospudener See, das war ein Thema, das Anfang dieses Jahres die Gemüter in Markkleeberg und dem angrenzenden Messestädtchen erhitzte. Geplant war es für das Südost-Ufer des kleinen Tagebaufolgesees, südlich des Hafendörfchens Pier 1.

Monika Heinrich.Schöne Kulisse am Südstrand des Cospudener Sees: Kraftwerk Lippendorf.

Als Vorhabensträger fungierte damals die Leipziger Unister GmbH. Dass die Drahtzieher aber scheinbar selbst aus Markkleeberg kamen, wurde schnell vergessen, als erst ein anonymer Drohbrief und dann die Fax-Absage der Investoren für das frühzeitige Aus dieses Vorhabens sorgten.

Seit den Anfängen dieser Wirren ist knapp ein Jahr ins Land gegangen. Zwar sollte der für diesen Wirbel ursächliche Vorbehalt für eine Golfnutzung im Nachgang aus dem Flächennutzungsplan gestrichen werden. Dass daraus aber noch nicht viel geworden ist, ergab jetzt eine Anfrage an die Bürgerinitiative „Stop Privatisierung Cospudener See“. Monika Heinrich ist die Sprecherin dieses Einwohnerverbundes. Warum die derzeitige Ruhe auch eine trügerische sein kann, verriet sie der L-IZ im Kurz-Interview.

Frau Heinrich, nach dem Rückzug des Investors gab es viele Anläufe, den Flächennutzungsplan vom Vorbehalt „Golfplatz/Golfnutzung“ zu bereinigen – was ist daraus geworden?
Buchstäblich nichts. Die Stadtverwaltung Markkleeberg wurde bereits im April 2009 durch den Stadtrat beauftragt, Vorschläge zur Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) im Gebiet des Sondergebietes Golfplatz zu erstellen und zur Abstimmung in den Stadtrat zu bringen. Im Sommer stand auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung ein Punkt zum FNP. Dieser wurde jedoch kurzfristig wieder gestrichen. Auf unserer Anfrage im Oktober stellte OBM Dr. Klose einen Termin im Dezember in Aussicht. Nach neuesten Informationen soll es nun irgendwann im kommenden halben Jahr zu einem neuen Termin kommen.

Wie lässt sich aus Ihrer Sicht die Haltung von OBM Klose in dieser Sache in den letzten Monaten beschreiben?
Der Stadtrat hat mit dem Auftrag zur Überarbeitung des FNP auch eine klare Richtung vorgegeben: Umwandlung des Sondergebietes „Golfplatz“ in Fläche für Wald und naturnahe Grünflächen. Dieses scheint keine hohe Priorität bei Herrn Dr. Klose zu genießen. Wenn man bedenkt, mit welchem Nachdruck OBM Dr. Klose Anfang des Jahres die Umwandlung von naturnahen Fläche für Erholung in Bauflächen verfolgt hat, ist die jetzige Haltung der Stadtverwaltung nicht anders zu erklären. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der OBM, nachdem sich nun die Wogen etwas geglättet haben, auf den nächsten Investor wartet, um dann dort weiter zu machen, wo er durch die Bürger im Frühjahr gestoppt wurde.

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