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Alle Jahre wieder: Fütterungsverbot für wild lebende Wasservögel an Gewässern

Die Tanne auf dem Marktplatz steht, Ende November wird der Weihnachtsmarkt eröffnet – dass der Winter nicht mehr weit sein kann, ist kaum noch zu übersehen. Es gibt aber noch ein anderes Anzeichen dafür, dass es mit der kalten Jahreszeit langsam ernst zu werden scheint: Das Amt für Umweltschutz macht wieder auf sein Fütterungsverbot für Wasservögel an stehenden Gewässern aufmerksam. Das Zubrot sei nicht nur unnötig – die gut gemeinte Tat sei auch schädlich für Tier und Natur.

Zu den Hintergründen dieser Verordnung hieß es am 15. November aus dem Rathaus: „Mit Beginn der kalten Jahreszeit weist das Amt für Umweltschutz auf das Fütterungsverbot für wild lebende Wasservögel an stehenden Gewässern im Leipziger Stadtgebiet hin. Die dazu Ende 2010 von der Stadt Leipzig erlassene Allgemeinverfügung erstreckt sich neben dem Kulkwitzer See auf mehr als 100 weitere Standgewässer und gilt auch für die jeweiligen Uferbereiche. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.“

Die Stadtverwaltung zu den Gründen, die an den Leipziger Ufern beliebte Winterfreizeitbeschäftigung per Dekret zu untersagen: „Füttern von Wasservögeln schadet der Umwelt und den Tieren: Durch die Fütterung werden dem Gewässer Nährstoffe in Form von unverbrauchtem Futter oder auch als Exkrement der Wasservögel zugeführt, wodurch die Gewässergüte beeinträchtigt wird. Faulende Futterreste fördern zudem die Entstehung gefährlicher Bakterien, welche zum Erkranken und Sterben der Vögel führen können.“

Wild lebende Wasservögel wie Enten und Schwäne fänden ihre Nahrung in der Natur und seien auch während der Kälteperiode auf die Zufütterung nicht angewiesen. An und in den Seen sei ausreichend natürliche Nahrung vorhanden – beispielsweise Wasserpflanzen, Schilf, Wasserlinsen, Insekten, Krebstiere, Schnecken und Würmer. Würden die Tiere bei Frost oder Eis an einem Gewässer nicht genügend Nahrung finden, zögen sie einfach auf andere offene Wasserflächen weiter.

Zum Erlass der Stadtverwaltung bei leipzig.de

Bodenzustand auf der Tagesordnung: Mitgliederversammlung Förderverein Elsterstausee e.V.

Der Förderverein Elsterstausee lädt am 1. Dezember zur Mitgliederversammlung. Auf der Tagesordnung sind unter anderem solche Standards wie Tätigkeits- und Finanzbericht für das vergangene Jahr zu finden. Ebenfalls zu erwarten sind aber Neuigkeiten zum aktuellen Zustand des derzeit ausgetrockneten Gewässers.

Dazu ist unter Tagesordnungspunkt Nummer fünf ein Vortrag vorgesehen. Zum Inhalt heißt es in der Vorankündigung: „Zwischenbericht über die Stauseebodenuntersuchung durch die Herren Studenten cand. ing. Jakobeit und Bergmann und ihrem Betreuer Herrn Prof. Weferling.“

Weiterhin soll an diesem Abend ein Satzungsänderungsvorschlag besprochen werden. Als Veranstaltungsstätte wurde der Gasthof „Zur Ratte“ gewählt. Das Lokal findet sich in der Hartmannsdorfer Erikenstraße 10. Der Beginn ist für 18.00 Uhr eingetaktet.

www.elsterstausee.de

 

Plan für den Problempatient: Elsterstausee, Förderverein, Nutzungskonzept

Der Elsterstausee im Südwesten von Leipzig, ein prächtiges Bild ist es nicht, das er momentan bietet. Das Wasser ist verschwunden. Das, was einmal der Seegrund war, ist mittlerweile mit sattem Pflanzengrün bedeckt. Vegetation, deren Wurzelwerk dem Gewässerboden zusätzlich zu schaffen macht. Erst im Dezember gab es deswegen einen Freiwilligeneinsatz, bei dem 150 Bürger innerhalb von zwei Stunden rund 1.500 Bäumchen aus dem Seeboden gezupft haben sollen.

Abgesoffen: Der Elsterstausee im Sommer 2009.

Nur ein Jahr ist es her, dass große Teile des Elsterstausees noch mit Wasser bedeckt waren. Noch vor zwei Jahren galt das als Horrorszenario, was jetzt Realität geworden ist. Der einzige Unterschied von damals zu heute: während 2007 und 2008 noch gerungen werden musste, dass diese Sache einmal im Stadtrat landet, ist das im Jahr 2009 geschehen. Bei der Sitzung im Juni hatte sich das Gremium dafür ausgesprochen, den Elsterstausee zu retten – wenn das wirtschaftlich vertretbar ist.

Um das herauszufinden, wurde in der Folge ein Gutachter beauftragt. Seine Erkenntnisse sind zwischenzeitlich zwar ans Rathaus geliefert worden. Weil das Umweltdezernat darauf aufbauend aber einen Rettungsplan erstellen will, wird mit weiteren Meldungen zu diesem Thema wohl erst im Frühjahr zu rechnen sein.

Ob dann die Rettung kommt oder der traditionsreiche Elsterstausee vielleicht doch aufgegeben wird, ist ungewiss. Für den Fall der Sanierung hat aber jetzt wieder einmal der Förderverein Elsterstausee ein paar Schritte im Voraus gedacht und ein Nutzungskonzept für das kleine Gewässer vorgestellt. Dabei könnte eine Betreibergesellschaft der zentrale Knotenpunkt der Anlage werden. Der Clou: nach Sanierung und Neu-Befüllung wäre nach Meinung der Verfasser ein Betrieb ohne weitere Zuschüsse möglich.

Gegliedert ist das Papier in die vier Unterpunkte Betrieb, Nutzung, Gastronomie, Sport und Events. Würde es umgesetzt, versprechen sich die Seeleute eine „finanzwirtschaftlich vernünftige und sichere“ Betreibung des Gewässers. Außerdem könnten so viele „bisher unerschlossene Entwicklungsmöglichkeiten“ angezapft werden.

Kernpunkt des Konzeptes: die Betreiberstruktur. Hier schlägt der Förderverein die Gründung einer „Elsterstausee Betriebs GmbH“ vor. Sie könnte das „Herzstück“ der Anlage werden und soll für Pflege, Verwaltung und bauliche Maßnahmen des Areals verantwortlich sein. Gebildet werden soll sie aus den vorhandenen gewerblichen Nutzern und einem Investor, der als stiller Teilhaber vorgesehen ist. Beraten werden soll diese Betreibergeseellschaft durch einen sogenannten „Stausee-Beirat“. Dafür vorgesehene Mitglieder: Seglerverein, Seesportclub, Behindertenverband, Vertreter der Stadt, des Fördervereines und des Bürgervereines Knauthain/Knautkleeberg.

„Naturnahe Erholung“ und „sanfter Tourismus“ sind die Schlagworte, um die es in der Unterrubrik „Nutzungskonzept“ geht. Zusätzlich zum Flachwasser-Badebereich, dem Bootsverleih und dem Freizeitsport auf der Liegewiese ist dabei die Einrichtung eines Fahrrad- und Schlittschuhverleihs angedacht. Außerdem können sich die Autoren zwischen Imbiss und Seesportverein auch solche Dinge wie einen Biwak- oder Abenteuerspielplatz gut vorstellen.

Für Fahrradtouristen, Wanderer, Kinder- und Jugendgruppen könnte auf dem Gelände des Seesportclubs ein Übernachtungscamp entstehen. Als möglicher Betreiber wurde der Landesanglerverband genannt.

In Sachen „Gastronomie“ ist in diesem Konzept eine Weiterentwicklung des bisherigen Imbissangebotes angedacht. Zusätzlich und im Zusammenhang mit dem Übernachtungscamp könnte auf dem Seesportgelände ein öffentlicher Rastplatz für Radler und Wanderer eingerichtet werden. Außerdem schlagen die Vereinsleute die Ansiedlung hochwertiger Fischgastronomie vor. Sie könnte im ab 2013 leerstehenden Seglervereinsheim untergebracht werden. Nach Meinung des Fördervereines wäre eine solche Einrichtung „eine wirkliche Bereicherung für das gastronomische Angebot der Region mit einer Wirkung in die Stadt hinein.“

Wenig zimperlich die Absender des Konzepts auch beim Unterpunkt „Events“. Zwei Fischerfeste könnten und sollten es ihrer Meinung nach pro Jahr werden. Damit könnten die Anlieger einen „erheblichen finanziellen Beitrag zur Betreibung erwirtschaften“. Weiter angedacht: regionale Bauern- und Gartenmärkte sowie thematische Siedler-, Familien- oder Kinderfeste. Außerdem gut vorstellbar: Schlittschuh- oder Eissegelfeste, Halloween-Partys oder „Kleine Konzerte am See“, Open Air.

Greifbarer scheinen die Ideen in der Abteilung „Angeltourismus/Fischereiliche Bewirtschaftung“. Die Konzeptschreiber dazu: „Der Leipziger Anglerverband ist generell bereit, den See als Gewässer für Satzfischproduktion – aber auch als überregional interessantes Angelgewässer über einen langfristigen Pachtvertrag zu nutzen.“ Darüber hinaus interessiere den Anglerverband der Betrieb des Camps als Jugendlager, Schulungs- und Seminarzentrum in eigener Regie.

Letzter Punkt im Nutzungskonzept des Fördervereines Elsterstausee e.V. ist das Thema „Sport“. Dabei könnten sich die Seeleute gut vorstellen, den Elsterstausee als Ausbildungsgewässer für Segelanfänger oder für den Modellsport zu erschließen. Außerdem weisen sie darauf hin, dass wegen seiner geringen Tiefe der Elsterstausee zu den wenigen Gewässern in Mitteldeutschland zählt, auf denen Eissegeln möglich ist.

„Er hat die Chance sich zu einem ganz besonderen Zentrum der Naherholung zu entwickeln“, heißt es schließlich im jetzt vorgelegten Konzept. Wie sie genutzt wird, das wird in den kommenden Wochen beraten. Das Papier der Vereinsleute könnte dabei nützlich sein. Die Sanierung wird schließlich nicht unwahrscheinlicher, wenn schon jetzt über Ideen für die Zeit danach diskutiert werden kann.

Elsterstausee nimmt Stadtratshürde: Gespräch mit Ingo Sasama

Trostlos sieht es aus, momentan am Elsterstausee. Das Wasser ist weitgehend verschwunden. Nur am Nordufer und am Südwest-Ende sind noch einige Lachen zu finden. Ansonsten erstrahlt das, was früher ein beliebtes Angel- und Segelrevier war, heute auch auf dem Seegrund in sattem Grün.

“Der Elsterstausee ist fast ausgetrocknet” hieß es dazu noch am Sonntag bei Radio Neuseenland. Jetzt gibt es aber neue Hoffnung für den Wasserspeicher. Den Grund lieferte der Leipziger Stadtrat am 17. Juni. Wir sprachen darüber mit Ingo Sasama, Stadtrat für Bündnis 90/Grüne und Vorstand beim Förderverein Elsterstausee.

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Elsterstausee und Förderverein: Gespräch mit Ingo Sasama

Wasserverlust, Vereinsauflösung, vertagte Fördermittel – schlechte Nachrichten gab es für den Elsterstausee im Jahr 2008 genug. Eine der wenigen Hoffnung spendenden hieß “Gründung Förderverein”. Sie ging am 25. November im Knauthainer Schloss über die Bühne.

Einer der Vorstände heißt Ingo Sasama. Er sprach am Radio-Neuseenland-Mikrofon über die aktuelle Situation, das Problem mit Henne und Ei in Sachen Fördermittel, die Ziele des Fördervereines und die mögliche Zukunft des Elsterstausees. Länge: ca. 9 Minuten.

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Elsterstausee: Ingo Sasama zur Idee des William Grosser

Der Leipziger Die-Linke-Stadtrat William Grosser hat Ende 2008 ein Konzept zur Einbindung des Elsterstausees ins Gewässersystem des Leipziger Neuseenlandes vorgelegt. Die Idee ist nicht von Pappe. Einmal umgesetzt würden nicht nur der Elsterstausee, sondern auch der südliche Leipziger Auewald und sogar das Leipziger Neuseenland selbst profitieren.

Gute Idee, das findet auch Ingo Sasama. Er ist Stadtrat für B90/Die Grünen und gleichzeitig Vorstandsmitglied des Fördervereines Elsterstausee. Er sieht aber auch ein Problem bei der Finanzierung dieses Unterfangens.

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